Jarda Sebesta gebührte die Ehre der Faschingskrone und bestieg sogleich mit buntem Hütchen und Kochlöffel als Zepter den improvisierten Thron in Form eines Wirthausstuhls, charmant assistiert von Klára, europäische Freiwillige und Eva, Praktikantin im CeBB. Um die Krone zu bekommen, war die Hürde eines Quiz mit zehn kniffligen Fragen rund um das Thema Fasching in Bayern und Böhmen zu nehmen. Für die meisten nicht leicht, die richtige Antwort zu finden. Auf welches Jahr geht zum Beispiel die erste Altweibermühle in Schönsee zurück (1862/1892/1962) oder wie heißt die Faschingsgruppe aus der südböhmischen Stadt Milevsko genau. Jarda hatte als einziger zehn Richtige.
Eingangs stellten sich Klára und Eva als neue Stammtischorganisatorinnen beim 110. deutsch-tschechischen Stammtisch vor. Klára Halienková hatte sich viel Mühe gemacht bei ihren Recherchen über den Fasching in beiden Ländern und zeigte die Unterschiede und Gemeinsamkeiten in einem unterhaltsamen Bildervortrag.
Im Nachbarland werden in kleinen Orten die Faschingstraditionen noch mehr hochgehalten als bei uns in Bayern. Am bekanntesten sind die fünf Tage Postekovský masopust (Fasching in Possikau), die jedes Jahr tausende Besucher anlocken. Das kleine Dorf im Chodenland ist eine böhmische Faschingshochburg - die Einheimischen sind nach den durchgefeierten Tagen ziemlich erschöpft, doch am Faschingsdienstag den Fasching um Mitternacht einzugraben, das schaffen sie gerade noch.
Das gab's früher auf der bayerischen Seite in vielen Orten - Dietersdorf war so eine Hochburg. Doch das ist schon lange her. Heute hat sich das Faschingstreiben im Schönseer Land auf Vereinsbälle und kleinere Faschingsfeiern reduziert. Die Altweibermühle gibt es alle zehn Jahre noch - das nächste Mal im Jahr 2022.













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