17.09.2020 - 12:28 Uhr
SchönseeOberpfalz

Sperrung auf Freundschaftsweg: Noch einmal mit dem Fahrrad durchs Felsentor

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Der Ausbau der Staatsstraße 2159 zwischen Gaisthal und Schönsee tangiert auch den Bayerisch-Böhmischen Freundschaftsweg. Wer die ursprüngliche Bahntrasse noch einmal radeln will, sollte sich sputen.

Nur noch wenige Tage können die Radfahrer zwischen Gaisthal und Schönsee dieses massive Felsentor passieren.
von Gertraud Portner Kontakt Profil

„Der im Baufeld liegende Radweg ist zu sperren. Es wird darauf hingewiesen, dass der Radverkehr die Staatsstraße benutzen muss.“ Dieser Passus in der Presse-Info des Staatlichen Bauamts Amberg-Sulzbach zum Beginn der Erdbauarbeiten an der Staatsstraße 2159 zwischen Gaisthal und Schönsee ließ am Dienstag aufhorchen. Einige schwangen sich gleich auf den Fahrradsattel, um die ehemalige Bahntrasse zwischen Nabburg/Wölsendorf und Schönsee noch einmal komplett zu befahren.

Wie Baudirektor Stefan Noll vom Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien mitteilt, wurde mit der Baufirma Seebauer vereinbart, die Arbeiten so zu koordinieren, dass die Sperrung des Radweges erst im Laufe der kommenden Woche erfolgen muss. „Beim angekündigten günstigen Wetter kann der Radweg damit noch in gewohnter Weise genutzt werden“, bekräftigt Noll. Bevor die Bagger im größeren Stil tätig werden, erfolgen zunächst die Bauvermessung und die Vorbereitungen auf Nebenflächen.

Die nun nach der Rodung gut sichtbare alte und sehr schöne Eisenbahnbrücke bleibt als Viadukt unangetastet und wird auch künftig als Teil des Radweges fungieren.

Baudirektor Stefan Noll Staatliches Bauamt Amberg-Sulzbach

Viele Bäume gefällt

Wie die im Planfeststellungsverfahren genehmigten Lagepläne zeigen, werden beim Ausbau der Staatsstraße auch Flächen des Bayerisch-Böhmischen-Freundschaftsweges einbezogen. In zwei Bereichen wird der Radweg neu gebaut und neben der Straße, getrennt durch einen Grünstreifen, geführt. Im oberen Muggenthal wechselt er die Straßenseite und nutzt dann nach Abschluss der Baumaßnahme ein Stück der alten Staatsstraße, um dann wieder seine angestammte Trasse zu erreichen. "Die nun nach der Rodung gut sichtbare alte und sehr schöne Eisenbahnbrücke bleibt als Viadukt unangetastet und wird auch künftig als Teil des Radweges fungieren", betont Stefan Noll.

Weitere Radtour, die den Bayerisch-Böhmischen-Freundschaftsweg tangiert

Oberviechtach

Straße verläuft auf Radweg

Aktuell können die Radler die bereits fertiggestellte Forellenbachbrücke passieren. Diese befindet sich auf der ehemaligen Bahntrasse und wird künftig die neue Staatsstraße über den Bach führen. Im Winter 2019/2020 wurden auch bereits die Rodungsarbeiten und Baugrund-Erkundungen vorgenommen. Wie Stefan Noll im Gespräch mit der NT-Redaktion betont, hänge die großzügige Abholzung nicht kausal mit der Baumaßnahme zusammen, sondern auch mit dem landschaftspflegerischen Begleitkonzept. Denn dieses sieht besonnte Hänge für einige Tierarten, wie einen Ersatzlebensraum für die Kreuzotter, vor. Im Herbst 2020 werden zunächst die Erdbaumaßnahmen mit geringen Verkehrsbeeinträchtigungen ausgeführt. Die Straßenbauarbeiten ab nächsten Jahr werden nur unter Vollsperrung möglich sein. Autofahrer und Radler müssen sich also daher auf eine länger dauernde Umleitung einstellen. Der Abschluss der Maßnahme (eingeplant sind rund 8 Millionen Euro) ist für Ende 2022 vorgesehen.Weitere Bilder: www.onetz.de/

Zwischen Schönsee und Gaisthal wurden ab November 2019 viele Bäume gefällt

Schönsee
Hintergrund:
  • Freundschaftsradweg
    Der Bayerisch-Böhmische Freundschaftsweg ist 97 Kilometer lang und führt bis nach Horsovský Týn in Tschechien. Die Trasse verläuft von Nabburg bis Schönsee auf der ehemaligen Bahnstrecke, danach auf verkehrsarmen Nebenstraßen.
  • Sperrung Radweg
    Der im Baufeld der Staatsstraße 2159 verlaufende Abschnitt des Freundschaftsweges wird ab circa 21. September gesperrt. Die Radfahrer müssen auf die Staatsstraße ausweichen.
  • Ausbau Staatsstraße
    Nach der Rodung (Winter 2019) starten jetzt die Erdbaumaßnahmen. Eine Vollsperrung für die Straßenbauarbeiten wird es erst ab Frühjahr 2021 geben.

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