Seit einem Jahr ist Landtagsabgeordnete Sylvia Stierstorfer Beauftrage für Aussiedler und Vertriebene der Bayerischen Staatsregierung. Ihre Tour durch Bayern führte sie nun zu einem der bayerischen Flaggschiffe der Völkerverständigung mit Tschechien.
Der Urgroßvater und Großvater waren Bürgermeister in Böhmen, doch mit der Vertreibung der Sudentendeutschen nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Wurzeln von heute auf morgen gekappt. Die Eltern fassten Fuß in der Oberpfalz. Das politische Gen hat sich auf Sylvia Stierstorfer übertragen. In jungen Jahren schaffte sie 1990 den Einzug in den Gemeinderat der Heimatgemeinde Pfatter und den Kreistag von Regensburg. 2003 folgte die Wahl in den Landtag.
Beim Besuch im Centrum Bavaria Bohemia (CeBB) ist zu spüren: Die von Ministerpräsident Markus Söder übertragene Aufgabe ist ihr auf den Leib geschneidert. Sudetendeutscher Familienhintergrund, Geschichtsbewusstsein, politisches Gespür und Netzwerke für die zu betreuenden Menschen wirksam einzusetzen, das sind ihre Werkzeuge, mit denen sie die Aussiedler, Spätaussiedler und Vertriebene erreicht. Immerhin wird ein Drittel der Bevölkerung Bayerns diesem Kreis zugeordnet.
Dank für Beharrlichkeit
"Dem CeBB geht ein guter Ruf voraus. Ich bin heute gekommen, weil mich das Projekt interessiert und weil es meine Arbeit unterstützt" sagte Sylvia Stierstorfer zur zweiten Trägervereinsvorsitzenden Gabi Dlubal, Bürgermeistern Birgit Höcherl und CeBB-Leiterin Dr. Veronika Hofinger beim Empfang. Am Beginn des Rundgangs durch das ehemalige Kommunbräuhaus stieß auch Hans Eibauer dazu, der über die kontroversen Diskussionen erzählte, die sich zwischen Abbruch und Sanierung, Nutzung als Tourismuszentrum für den Oberpfälzer Wald und bayerisch-böhmischen Kulturzentrum bewegten. Die Abgeordnete sparte nicht mit Komplimenten für die Beharrlichkeit, an der Idee festzuhalten und diesen Leuchtturm für die Region und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zu schaffen.
Im Raum bb-info ist beim Blättern in den Prospekten für die Beauftragte der Staatsregierung mit Händen zu greifen, in welcher breitgefächerter Vielfalt sich die touristischen und kulturellen Angebote zwischen den Nachbarländern bewegen. Dazwischen haben das CeBB-Mitarbeiterteam und die Tourismusfachkraft des Schönseer Landes ihre Schreibtische, von hier werden die Projekte des CeBB gesteuert. Die größeren sind "Barockregion Bayern-Böhmen", "Kultur ohne Grenzen - Begegnung Bayern Böhmen 2019" und "Kulturstadt Bayern-Böhmen".
Zusätzliche Mittel nötig
Die rund 180 Anfragen an die Koordinierungsstelle im vergangenen Jahr kommen noch dazu und werden vom CeBB-Team mit erledigt. Um diese sehr gefragte Einrichtung intensiver betreuen zu können, hat der Trägerverein beim Freistaat zusätzliche Mittel beantragt, um dafür eine eigene Mitarbeiterstelle schaffen zu können. Sylvia Stierstorfer sagte gerne ihre Unterstützung zu. Lange blieb die Abgeordnete beim Rundgang mit CeBB-Leiterin Veronika Hofinger am überdimensionalen, rund 30 Quadratmeter großen Plakat im Treppenhaus stehen, auf dem sich die Daten der wichtigsten Deutsch-Tschechischen Ereignisse zwischen 1918 und 2018 aneinanderreihen. Sylvia Stierstorfer bedauerte, dass viele junge Leute nicht mehr viel mit der gemeinsamen Geschichte anfangen können.
Beim Imbiss und im lockeren Gespräch nutzte Bürgermeisterin Birgit Höcherl die Gelegenheit, die Theaterprojekte am Eulenberg, die Bügellohe und die hier beheimatete Kunst des Spitzenklöppelns vorzustellen. "Ich bin begeistert, was hier für die bayerisch-tschechische Zusammenarbeit geleistet wird", betonte Sylvia Stierstorfer abschließend.
MdL Sylvia Stiersdorfer ist seit einem Jahr "Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für Aussiedler und Vertriebene", eine von Ministerpräsident Dr. Markus Söder neu geschaffene Stelle, um deren Belange und Interessen zu vertreten. Wirkungsort ist das Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales. Das Büro leitet Dr. Matthias F. Lill. Informationen und Adressen sind unter www.aussiedler-und-vertriebenenbeauftragte.bayern.de veröffentlicht.













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