18.03.2020 - 17:00 Uhr
SchönseeOberpfalz

Stadträte zollen Respekt für Arbeit

Das Centrum Bavaria Bohemia ist seit 14 Jahren untrennbar mit Schönsee verbunden. Böhmische Küche, Lebensart und Musik kommen an. Das gilt auch für den Arbeitsbericht der CeBB-Leiterin vor dem Stadtrat.

CeBB-Leiterin Veronika Hofinger (von rechts) informierte die Stadträte sowie auch Bürgermeisterin Birgit Höcherl und Geschäftsstellenleiter Matthias Jeitner über die Arbeit des Centrum Bavaria Bohemia.
von Gertraud Portner Kontakt Profil

"Das CeBB leistet eine wichtige grenzüberschreitende Kulturarbeit nicht nur überregional, sondern auch für die Schönseer Bürger." Mit diesen Worten eröffnete Bürgermeisterin Birgit Höcherl den Tagesordnungspunkt zwei der jüngsten Stadtratssitzung und begrüßte CeBB-Leiterin Veronika Hofinger. Diese stellte dem Gremium zunächst in einer kurzen Zusammenfassung die Jahresbilanz 2019 vor (wir berichteten bereits) und ging dann auf einige Details näher ein. 2019 wurden 85 öffentliche Veranstaltungen gemeistert.

Einige mehrtägige Workshops fanden statt, wobei es hier auch Absagen aufgrund fehlender Übernachtungsmöglichkeiten vor Ort gegeben habe. Als erfreulich bezeichnete sie den Mitgliederzuwachs beim Trägerverein Bavaria Bohemia auf 534 Personen (2018: 497). Veronika Hofinger erläuterte den Räten das aktuelle Arbeitsaufkommen und meinte: "2020 sind wir mit Projekten reich gesegnet. Ich hoffe, dass wir Angebote machen können, die das Publikum gerne annimmt."

Aufgrund hohem Arbeitsaufkommen als Koordinierungsstelle für die bayerisch-tschechische kulturelle Zusammenarbeit (institutionelle Förderung vom Wirtschaftsministerium) habe sich für 2019 der Zuschuss auf 80 000 Euro erhöht. "Es gab 188 Anfragen und die waren oft sehr komplex", informierte Dr. Hofinger. Für 2020 sei auf Vermittlung von MdL Alexander Flierl bereits ein Zuschuss aus der Fraktionsreserve zugesagt. Im deutsch-tschechischen Zukunftsfond "verstecke" sich der tschechische Anteil mit 15 00 Euro in 2019 und 16 500 Euro in 2020.

Finanzieller Beistand

Der Zuschuss der Stadt Schönsee wird im Finanzierungs-Diagramm mit 10 000 Euro angegeben. "Dazu kommen zusätzlich Bauhofleistungen und die Instandhaltung der Gebäude", erläuterte die CeBB-Chefin, die sich bei den Stadträten für den finanziellen und ideellen Beistand bedankte. Wie Birgit Höcherl bemerkte, gehört seit 2019 auch der Schönseer Bürgermeister kraft Amtes dem Vorstand an.

Zweiter Bürgermeister Josef Irlbacher, der um den Arbeitsbericht gebeten hatte, zollten seinen Respekt für die Leistung des CeBB-Teams und meinte: "Ich bin froh, dass wir eine solche Einrichtung haben. Für Schönsee hat es sich herausgestellt, dass es gut ist." Irlbacher freute sich, dass auch Einheimische die Angebote nutzen, allerdings "oft immer die Gleichen". "Wir müssen eine Balance zwischen Unterhaltung sowie historischer und politischer Information finden, um verschiedene Zielgruppen anzusprechen", bemerkte Hofinger und stellte klar: "Das CeBB ist nicht für die Großkopferten da, wie oft gesagt wird, sondern wir freuen uns über jeden Gast." Wie sehr das Gremium die Arbeit von Hofinger und ihrem Team schätzt, wurde in weiteren Wortmeldungen deutlich.

Dazu gehörte Thomas Schiller, der als Stadtrat aber auch seine Arbeit darin sehe, auf die Bilanzen der Stadt zu achten. Deshalb wünsche er sich, dass die Unterstützung im CeBB-Bericht analog zu den höheren Kosten im städtischen Haushalt aufgeschlüsselt werde. "Das Finanzierungsmodell ist rein monetär", betonte Hofinger. Sie nahm jedoch die Anregung zur Kenntnis. "Für mich ist der Beitrag des tschechischen Nachbarlandes zu gering, da doch viel Arbeit für Tschechien geleistet wird", kritisierte Schiller und wollte wissen, ob es hier eine Perspektive gebe.

"Wir sehen uns als deutsch-tschechisches Kulturzentrum und da wäre es natürlich schöner, wenn der Beitrag Tschechiens höher wäre um damit die Dienstleistung zu honorieren", bekannte die Leiterin. Aktuell gebe es jedoch keine große Chance, staatliche Stellen ins Boot zu holen. Das Problem sei, dass auch in Tschechien nationale Mittel nicht im Ausland ausgegeben werden dürften. Reinhard Kreuzer bezeichnete es als "heißes Eisen", wenn die EU-Gelder immer erst ein Jahr später eingehen. Wie Hofinger betonte, stehe das CeBB am Ende des Jahres aber "ganz gut da", nachdem Einnahmen in vergleichbarer Höhe wie in 2019 generiert werden können. Nachdem die EU-Förderung über den Trägerverein immer schwieriger werde, wolle man in Zukunft verstärkt andere Geldgeber suchen. Trotzdem bleibe es eine Daueraufgabe, Projekte zu akquirieren, denn das CeBB funktioniere nicht ohne.

Offen für Vereine

Josef Eibauer fragte zur Raumnutzung durch Vereine nach. "Wenn es geht gerne und es funktioniert auch. Aber manchmal ist es ein Problem, die Ausstellung abzubauen", erklärte Veronika Hofinger. "Künftig haben die Vereine ja auch eine Möglichkeit gegenüber", ergänzte Bürgermeisterin Birgit Höcherl und dankte für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Das CeBB ist nicht für die Großkopferten da, wie oft gesagt wird, sondern wir freuen uns über jeden Gast.

CeBB-Leiterin Veronika Hofinger

CeBB-Leiterin Veronika Hofinger

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