Schönsee
30.12.2018 - 14:27 Uhr

Störungsfrei Schlafen – wie geht das?

Nicht einschlafen können, Schnarchen, Atemaussetzer, keinen Schlafrhythmus finden – alles Symptome, unter denen viele Menschen leiden. Wie ist diesen Schlafstörungen zu entkommen – darauf erhielten die Feuerwehrsenioren eine Antwort.

Siegfried Hammerer überreicht Dr. Jürgen Herold (rechts) zum Dank einen Gutschein für einen Besuch bei einem der Freilichtspiele am Eulenberg. Bild: eib
Siegfried Hammerer überreicht Dr. Jürgen Herold (rechts) zum Dank einen Gutschein für einen Besuch bei einem der Freilichtspiele am Eulenberg.

Die besten Wege, aus den weit verbreiteten Schlafstörungen herauszukommen, erläuterte Dr. Jürgen Herold vom Schlaflabor Nabburg in einem nicht nur von Feuerwehrleuten, sondern auch von Frauen gut besuchten Vortrag im Schönseer Feuerwehrhaus. Ehrenkreisbrandrat Siegfried Hammerer und Hans Aschka, miteinander verantwortlich für das Veranstaltungsprogramm, griffen dieses hochaktuelle Thema auf.

Wie viel Schlaf?

Der Facharzt für Innere Medizin, Pneumologie und Schlafmedizin räumte zuerst mit ein paar Mythen um den Schlaf auf: 20 mal umdrehen in der Nacht ist überhaupt kein Problem, auch nicht die Uhrzeit, wann ins Bett gegangen wird. Wichtig für einen guten Schlaf und am erholsamsten sind die ersten drei bis vier Stunden mit den Tiefschlafphasen. Dann folgt die mehrstündige Traumschlafphase (REM).

Wie viel Schlaf braucht der Mensch? Der Experte erklärte es so: Die Schlafdauer ist von Mensch zu Mensch ausgesprochen unterschiedlich - es wird nach zwei Schlaftypen unterschieden, die Kurz- oder Langschläfer. Wer ganz viel schläft, lebt nicht automatisch gesünder. Kurzschläfern reichen oft schon fünf Stunden, Langschläfer kommen auf bis zu neun Stunden. Ein kurzer Mittagsschlaf schadet nicht, sollte aber das Schlafbedürfnis in der Nacht nicht mindern. Fakt ist, dass die Schlafdauer in Mitteleuropa mehr und mehr zurückgegangen ist. Licht, die zunehmende Reizüberflutung und Schichtarbeit gehören zu den Ursachen. Das Defizit nach Nächten mit kurzem Schlaf holt man an den folgenden Tagen leicht wieder auf. Eine dauerhaft zu kurze Schlafdauer ist jedoch nicht gesund. Das führt zu Krankheitssymptomen, unter denen etwa 20 Prozent leiden. Fettleibigkeit ist eine der Folgen. Die Wissenschaft kennt eine Vielzahl von Schlafstörungen, die in acht Hauptkategorien unterschieden werden. Am häufigsten sind Ein- und Durchschlafstörungen (Insomnie), Atmungsstörungen (Schnarchen), Hypersomnien (Schlafsucht) und ruhelose Beine (restless legs).

Praktische Tipps

"Viele Leute reagieren mit einer falschen Verhaltensweise" konstatierte Dr. Herold. Der heilbringende Weg muss nicht gleich ins Schlaflabor führen oder medikamentös behandelt werden. "In sich hineinhorchen, Gewicht abbauen, sich an frischer Luft bewegen, nicht zu spät essen, sich vor dem Schlafengehen bei Musik oder einem guten Buch entspannen" sind nach dem Nabburger Schlafexperten bewährte Ratschläge, um wieder einen guten Schlafrhythmus zu finden. Wer dreimal die Woche vier Wochen lang von Schlafstörungen geplagt ist und sie nicht durch eigenes Zutun verschwinden, sollte sich in ärztliche Beratung begeben. Es gibt auch anatomische Ursachen, die zu schlechtem Schlaf, insbesondere zum Schnarchen und zu Atmungsaussetzern führen. Sie können mit Atemgeräten (CPAP-Masken) und anderen Methoden gelindert werden. Im Schlaflabor wird der Patient in zwei Nächten an verschiedene Geräte angeschlossen.

Besser ist es, es nicht so weit kommen zu lassen und ein paar Tipps zu befolgen: Bei individuell verträglicher Temperatur schlafen, Geräusche minimieren, kein Handy, Tablet oder PC am Bett, bei Wachphasen nicht ständig auf die Uhr schauen, dann lieber zwischendurch aufstehen, Ruhe finden und wieder ins Bett gehen und sich auch mal eine neue Matratze gönnen. "Welche Matratze ist die richtige für gesunden Schlaf" wollte in der Diskussion ein Zuhörer wissen. "Weit verbreitet ist, das Auto öfter zu wechseln als die Matratze, es sollte umgekehrt sein" meinte Dr. Herold, doch "die Idealmatratze" gibt es nicht. Das richtige Material muss individuell gefunden werden.

Interessiert folgten die Besucher den Vortrag von Dr. Jürgen Herold vom Schlaflabor Nabburg bei den Feuerwehrsenioren. Bild: eib
Interessiert folgten die Besucher den Vortrag von Dr. Jürgen Herold vom Schlaflabor Nabburg bei den Feuerwehrsenioren.
Facharzt Dr. Jürgen Herold bei seinem Vortrag. Bild: eib
Facharzt Dr. Jürgen Herold bei seinem Vortrag.
 
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