Im Zeitraum von Juli 2017 bis Juni 2018 leisteten 40 Mitglieder von Bavaria Bohemia rund 928 Stunden. Bei einer Fahrt in die Region Mittelböhmen zwischen Pilsen und Prag dankte ihnen Vorsitzende Irene Träxler, auch im Namen der Mitarbeiter des Centrum Bavaria Bohemia (CeBB). Die Ehrenamtlichen gewährleisten vor allem die Öffnung des CeBB an den Wochenenden und sind bei Veranstaltungen unentbehrlich. Dank ihres ihrem Einsatzes können sich Kulturinteressierte und Touristen an Samstagen und Sonntagen im CeBB mit der integrierten Tourist-Info mit Prospekten, Veranstaltungsflyern und Wander-/Radkarten eindecken. Regelmäßig wird dieser Service von den Gästen gelobt.
Bei der ersten Station der Tour, der ehemalige Atombunker Misov im Truppenübungsplatzes Brdy, tauchte die Gruppe in die Zeit des Kalten Kriegs ein. "Javor 51“ wurde 1965 zur Lagerung von Atomsprengköpfen der Sowjetunion gebaut. Von 1965 bis 1990 war dies der geheimste Ort in der Tschechoslowakei. Nach der Wende und der Bildung der beiden Staaten Tschechische Republik und Slowakei lagerte die tschechische Regierung hier mehrere Tonnen der aus dem Umlauf gezogenen Währung ein. Bis 2008 nutzte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge den Bunker zur Aufbewahrung der sterblichen Überreste von etwa 4400 Wehrmachtssoldaten, die inzwischen auf dem Militärfriedhof im Cheb (Eger) beigesetzt sind.
Seit der Eröffnung eines Atommuseums im Jahr 2013 in der Anlage steht die sechseinhalb Tonnen schwere Panzertür für Besucher offen. Das Museum ist ein Mahnmal des unsinnigen atomaren Wettrüstens. Es zeigt von Besuchern gefundene Gegenstände, Exponate zum Kalten Krieg und zu den sowjetischen und amerikanischen Atomprogrammen in dieser Zeit. Ein Modell der auf Nagasaki abgeworfenen Atombombe erinnert an 1945.
Für die fast 50-köpfige Gruppe ging es weiter zum Renaissanceschloss Březnice (Bresnitz), rund 50 km südöstlich von Pilsen. Im Schloss begegneten sich Philippine Welser und Erzherzog Ferdinand II. wohl zum ersten Mal. Dort schlossen die beiden 1557 heimlich die Ehe. Im Verborgenen deshalb, da die Hochzeit einer Bürgerlichen mit einem Kaisersohn damals nicht standesgemäß war. Die Schlossführung ermöglichte einen Blick in die Repräsentationsräume und die beiden Speisesäle, den kleinen aus der Rokokozeit, der große aus der Renaissance mit einer beeindruckenden Kassettendecke. Entsprechend der Einrichtung sind die Räume im Schloss benannt: Barocksalon, Biedermeiersalon, Empiresalon. Bemerkenswert ist die Lokšan Bibliothek mit einer bemalten Balkendecke, mit Wandmalereien und zeitgenössischen Bücherschränken – die älteste Bibliothek Böhmens.
Den Besuch in Březnice rundete ein Abstecher zur renovierten Synagoge ab, die schon 1821 einer Feuerbrunst zum Opfer fiel. Ein Spaziergang im 20 Hektar großen Schlosspark, der im Stil eines englischen Gartens angelegt ist, setzte den Schlusspunkt.













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