Bereits ab 1. Mai 1996 setzte sich Birgit Höcherl als Stadträtin für die Belange ihrer Heimatgemeinde ein. Am 1. Mai 2008 trat sie die Nachfolge des langjährigen Bürgermeisters Hans Eibauer an und legte 2014 eine zweite Amtsperiode nach. Am 15. März bewirbt sich Birgit Höcherl nicht mehr für dieses Amt.
Deshalb steht auch schon zwei Wochen vor der Wahl fest: Schönsee bekommt einen Mann als Bürgermeister. Die Bürger können ihr Kreuzchen entweder bei Reinhard Kreuzer oder Xaver Bayer machen. Während Bayer vom CSU-Ortsverband nominiert wurde, tritt Kreuzer als gemeinsamer Kandidat der "Freien Wählergemeinschaft Schönsee und Umgebung" sowie der "Freien Wählergruppe Schönsee-Ost" an.
Vor dem Urnengang hat unsere Zeitung "Der neue Tag/Oberpfalz-Medien" die beiden Kandidaten gebeten, auf zehn Fragen zu antworten. Hier ihre Antworten:
ONETZ: Name, Alter, Familienstand, Beruf
Bayer: Xaver Bayer, 54 Jahre, verheiratet, Transplantationskoordinator bei der DSO (Deutsche Stiftung Organtransplantation)
Kreuzer: Reinhard Kreuzer, 51 Jahre, verheiratet, selbstständiger Schreinermeister
ONETZ: Was schätzen Sie an Ihrer Heimatstadt besonders?
Bayer: Ich schätze besonders den Zusammenhalt, die Hilfsbereitschaft und das bürgerschaftliche Engagement. Schönsee ist meine Heimat, in der es sich für alles Altersgruppen gut leben lässt.
Kreuzer: Der natürliche Erholungsraum liegt vor der Haustüre. Die ausgewogene Vereinsstruktur, Jeder kennt Jeden, die guten Beziehungen zu unseren tschechischen Nachbarn als auch zu den umliegenden Nachbargemeinden.
ONETZ: Warum kandidieren Sie?
Bayer: Ich fühle mich mit meiner Heimat verbunden und möchte Bürgermeister für alle sein. Zusammen mit dem Stadtrat und den Bürgern stelle ich mich der Herausforderung, die Gemeinde zu gestalten und zukunftsfähig zu machen.
Kreuzer: Ich möchte eine bürgernahe und transparentere Politik in der Stadtgemeinde umsetzen. Das heißt für mich, stets im Dialog mit Bürgern, Familien und Gewerbetreibenden zu stehen. Dies wurde bisher von der Stadt nicht praktiziert.
ONETZ: Was unterscheidet Sie von Ihrem Gegenkandidaten?
Bayer: Meine flexible Arbeitszeit kann ich gut reduzieren, um den vielen Aufgaben des Bürgermeisters gerecht zu werden. Ich bin sachlich, unvoreingenommen, ausgleichend und kann zuhören. Wichtig ist mir Motivation – nicht Druck und Vorgaben.
Kreuzer: Aufgrund meiner Selbstständigkeit arbeite ich täglich mit Behörden in ganz Bayern zusammen. Daher sind mir deren Umgangsweisen genehm. Kommunalpolitisch habe ich in den letzten sechs Jahren im Stadtrat reichlich Erfahrung gesammelt. Hier sehe ich mich klar im Vorteil.
ONETZ: Wie wollen Sie die Gemeinde weiterentwickeln?
Bayer: Mit konstruktiver Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen und in der Region, mit offener Diskussionen in der Bürgerschaft plus Dialog mit den gesellschaftlichen Gruppen. Die Vorschläge im Isek-Ideen-Workshop sehe ich als interessante Basis.
Kreuzer: Einen intensiven Dialog mit Bürgern und Gewerbetreibenden entwickeln, den Wegzug junger Bürger eindämmen und durch neue Konzepte junge Familien hinzugewinnen. Durch Ausweisen eines Gewerbegebietes sollen neue Arbeitsplätzen entstehen.
ONETZ: Wo besteht der dringendste Handlungsbedarf?
Bayer: Oberste Priorität hat es für mich, ein vertrauensvolles Arbeitsklima im Stadtrat zu schaffen, wo man sich mit Respekt begegnet, um die Aufgaben effektiv zu bewältigen. Schrittweise den nötigen Ausbau der Straßen, der Wasserversorgung angehen.
Kreuzer: In der Schaffung neuer Bauflächen für Familien und Gewerbe. Auch die Sanierung von Kanal- und Wassernetz sowie einiger Ortsstraßen ist nötig. Wir müssen aber stets zwischen Notwendigkeit und den gegebenen finanziellen Möglichkeiten abwägen.
ONETZ: Nennen Sie drei Ziele, die Sie in Ihrer Amtszeit gerne verwirklichen würden.
Bayer: Ein offener Bürgerdialog soll uns sechs Jahre begleiten. Neue Nutzungen für Leerstände finden, die Zuzug ermöglichen und Angebotslücken schließen. Unseren Natur- und Kulturraum erhalten, der Lebensqualität bietet und den Tourismus stärkt.
Kreuzer: Leerstand von alten Gebäuden im Stadtkern durch Zuzug von jungen Familien verringern. Erneuerung der Böhmerwaldstraße und Frauensteinstraße. Ansiedlung neuer Gewerbebetriebe oder einer staatlichen Stelle zur Schaffung von Arbeitsplätzen.
ONETZ: Was wollen Sie unternehmen, damit die Bevölkerungszahlen stabil bleiben, beziehungsweise ansteigen?
Bayer: Jungen Leuten und jungen Familien Bauen und Wohnen erleichtern, der älteren Generation eine Heimat bieten, gewerbliche Entwicklung mit guten Arbeits- und Ausbildungsplätzen stärken, attraktive Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten bieten.
Kreuzer: Junge Familien mit staatlichen Förderungen unterstützen und durch eine gezielte Bewerbung des Schönseer Landes nach außen in die Ballungsräume auf die Vorteile unserer Region aufmerksam machen – zum Beispiel durch billiges Bauland und günstige Lebensunterhaltungkosten.
ONETZ: Was verstehen Sie unter Bürgernähe?
Bayer: Bürger stärker in Entscheidungsprozesse einbinden, geplante Barrierefreiheit im Rathaus umsetzen, Bürgermeistersprechstunden auch außerhalb normaler Bürozeiten, Bürgerversammlungen in allen Ortsteilen, Schönsee-App erstellen.
Kreuzer: Umfangreich über das politische Geschehen berichten – und zwar zeitnah und in einer ehrlichen Politik.
ONETZ: Was sind Ihre liebsten Freizeitbeschäftigungen?
Bayer: Freiwillige Feuerwehr, Musik, Laienspiel, Waldarbeit.
Kreuzer: Fußball im Schönseer Land ist mein Hobby. Ich spiele selbst in der AH-Mannschaft und bin als Vorstand aktiv. Im Winter fahre ich gerne Ski. Walking in meiner Heimat – zum Beispiel auf dem Radweg Richtung Gaisthal oder zum Böhmerwaldturm – mache ich ebenso gerne.














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