19.05.2020 - 15:33 Uhr
Schwand bei SchönseeOberpfalz

Schwestern päppeln Rehkitz auf

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Unruhige Nächte verbringen Julia und Simone Ostermeier aus Schwand bei Schönsee. Sie kümmern sich nicht nur tagsüber, sondern auch in der Nacht um ihr “Bambi” – ein zwei Wochen altes Rehkitz.

Fürsorglich kümmern sich Simone (links) und Julia Ostermeier um ihr "Bambi". Die Fütterung mit der Flasche läuft nach Stundenplan.
von Ludwig HöcherlProfil

Die Schwestern Julia und Simone Ostermeier haben das Rehkitz Anfang Mai auf dem Hof entdeckt. Die 17-jährige Julia besucht das Gymnasium in Oberviechtach, Simone, 22 Jahre, studiert Wirtschaftswissenschaft mit Wirtschaftspädagogik in Nürnberg. Jetzt gab es eine zusätzliche "Hausaufgabe" .

"Wir trauten uns natürlich nicht, das Reh anzufassen", sagen die beiden übereinstimmend, "sonst würde sich ja die Mutter bestimmt nicht mehr um das Kitz kümmern". Am nächsten Tag war aber das sonst in freier Natur lebende Tier, zitternd und bestimmt hungrig, immer noch da. "Da stimmt was nicht", waren sie überzeugt, "sonst würde es von der Mama nicht allein gelassen".

Na, wer bist du denn? Die beiden Hauskatzen der Familie Ostermeier haben „Bambi“ inzwischen zum neuen Spielgefährten erkoren.

Auf die Waage

Julia und Simone Ostermeier holten fachkundigen Rat von Jägern ein, denn sie wollten sich unbedingt um das kleine Wesen fürsorglich annehmen, da es von der Ricke einfach keine Spur gab.

Als erstes kam das Kitz auf die Waage. "Nicht ganz 1 500 Gramm zeigte da die Skala", erzählt Julia Ostermeier. Ihre Schwester Simone ergänzt, dass jetzt, zehn Tage später, "Bambi" fast zwei Pfund zugenommen habe. Aber diese Zeit sei nicht einfach gewesen: Von der ersten Minute war das Tier zur Freude der beiden sehr zutraulich.

Im Pappkarton

Doch die Betreuung ist zeitintensiv: Anfangs alle zwei Stunden - auch nachts - fütterten die Schwestern das Kitz mit der Flasche. "Ziegenmilch ist am verträglichsten", haben Julia und Simone festgestellt. Jetzt braucht "Bambi" nur noch alle drei Stunden ein Fläschchen - 120 Milliliter nuckelt es dann mit Genuss aus.

Die Nacht verbringt das kleine Reh in einem Pappkarton im Haus der Ostermeiers, tagsüber kommt es meist in einen großen Käfig in der angrenzenden Wiese. Und wenn es die Mädchen aus der Behausung holen, folgt ihnen das Kitz auf Schritt und Tritt oder tummelt sich bei den Hauskatzen. Wie lange das Wildtier in ihrer Obhut bleibt, wissen beide nicht. "Eines Tages wird es bestimmt im Wald verschwinden" sagt Simone. Julia ergänzt: "Das ist in der Natur ja ganz normal".

Dank der guten Betreuung hat sich das Rehkitz prächtig entwickelt.
Katzen und Rehkitz in Lauerstellung.

So werden verlassene Rehkitze aufgezogen

Hier geht es zu einer weiteren Reportage über eine Rehkitz-Rettungsaktion

Teunz
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