17.09.2019 - 14:42 Uhr
SchwandorfOberpfalz

125 Jahre Einsatz für die Natur

Ludwig Armbruster war ein bekannter Zoologe und Bienenkundler. Nach ihm ist eine der höchsten Auszeichnungen benannt, die der Landesverband der bayerischen Imker zu vergeben hat. Sie bekommt ein Mitglied des Imkervereins aus Schwandorf.

Landesvorsitzender Edmund Hochmuth (rechts) und Ortsvorsitzender Konrad Grauvogl (Zweiter von rechts) ehrten Gerd Krämer sowie Sieglinde und Roland Klein (von links).
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Am 18. November 1894 schlug die Geburtsstunde des "Bienenzuchtvereins Schwandorf". In der Brauereigaststätte Hubmann trafen sich zehn Imker zur Gründungsversammlung. Für die ersten 40 Jahre hat der jetzige Vorsitzende Konrad Grauvohl keinerlei Aufzeichnungen gefunden. Während der Nazi-Herrschaft hieß der Verein "Fachgruppe für Imker". 1946 begann unter der Regie von Josef Schmid ein Neuanfang. Von 1954 bis zu seinem Tod 1989 stand Georg Hirmer an der Spitze des Vereins mit aktuell 135 Mitgliedern und 550 Bienenvölkern. Es folgten die Vorsitzenden Adolf Galli und Roland Klein. Vor acht Jahren übernahm Konrad Grauvogl die Vereinsführung. Mit der Einweihung des Lehrbienenheimes in Niederhof 1991 bekamen die Imker ein festes Zuhause. Zuvor hatten sie sich in Gaststätten getroffen.

Nun feierte der Imkerverein sein 125-jähriges Bestehen. Bei der Feier am Sonntag im Konrad-Max-Kunz-Saal standen auch Ehrungen auf der Tagesordnung. Die Armbruster-Medaille mit Urkunde in Gold erhielt der langjährige Funktionär Roland Klein, der neun Jahre erster und zwölf Jahre zweiter Vorsitzender war und sich auch im Kreisverband engagierte. Die Armbruster-Medaille in Silber überreichte Landesvorsitzender Edmund Hochmuth dem langjährigen Schatzmeister Gerd Krämer, der 28 Jahre lang die Finanzgeschäfte des Vereins führte. Ortsvorsitzender Konrad Grauvogl ließ den beiden verdienten Imkerkollegen eine weitere Auszeichnungen zukommen und ernannte Roland Klein zum Ehrenvorsitzenden und Gerd Krämer zum Ehrenmitglied. Blumen bekam Sieglinde Klein für langjährige Mitarbeit.

Dritte Bürgermeisterin Martina Englhardt-Kopf bedankte sich bei den Mitgliedern für die "wertvolle Arbeit zum Erhalt einer intakten Umwelt". Im Einklang mit der Natur zu leben, sei den Imkern eine Verpflichtung. Kreisvorsitzender Ingo Schwieder (Burglengenfeld) gratulierte zum Jubiläum und überreichte dem Vereinsvorsitzenden einen Scheck. Landesvorsitzender Edmund Hochmuth erkennt in der Gesellschaft "einen Trend zum Imkern" und den Wunsch der Menschen, die Artenvielfalt zu erhalten. Das Volksbegehren "Rettet die Bienen" habe den Vereinen einen regen Zulauf gebracht.

Stellvertretender Landrat Arnold Kimmerl ist selbst Imker und weiß "den Honig als gesundes Lebensmittel" zu schätzen. Schwandorf gehöre zu den ältesten Imkervereinen im Landkreis, die die Entwicklung der Haltungs- und Betriebsformen sowie der Geräteausstattung mitgemacht haben. Den Imkern komme heute die Aufgabe zu, in der Öffentlichkeit ein Bewusstsein für die Bedeutung der Bienen zum Erhalt einer intakten Umwelt zu schaffen. "Die Insektenforscher schlagen Alarm", sagte der stellvertretende Landrat, der im Volksbegehren "Rettet die Bienen" einen "emotionalen Weckruf erkennt, der nicht nur die Öffentlichkeit, sondern auch die Politiker aufgerüttelt hat". Bienen seien systemrelevant und existenziell wichtig für das menschliche Leben, betonte Kimmerl abschließend.

Die Mitglieder Andreas Meier, Willi Grabinger, Johann Merl, Rudolf Scherr, Johann Kagerer, Georg Höfler, Manfred Polauf sowie Franziska und Karl-Heinz Förster wurden für langjährige Zugehörigkeit oder besondere Verdienste geehrt.

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