24.06.2019 - 21:15 Uhr
SchwandorfOberpfalz

16 Wohnungen dicht am Gleis

Verdichtung allerorten: Nach anfänglichen Bedenken billigt der Bauausschuss ein Mehrfamilienhaus an der Hoher-Bogen-Straße. An der Ettmannsdorfer Straße sorgen Stellplätze für Bedenken.

Auf dem freien Grundstück zwischen Hoher-Bogen-Straße (links), Bahnlinie (im Hintergrund) und der Glätzlstraße (Bebauung rechts) soll ein Mehrfamilienhaus mit 16 Wohnungen entstehen.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Unmittelbar an der Bahnlinie nach Furth im Wald soll an der Ecke Hoher-Bogen-/Glätzlstraße ein Wohnblock mit zwei Vollgeschossen und ausgebautem Dachgeschoss entstehen. Unterm steilen Satteldach werden 16 Wohnungen Platz finden. Die Höhe des Gebäudes hatte den Bauausschuss zuletzt zweifeln lassen. Eine Ortsbesichtigung am Montag sorgte für Klarheit.

"Das fügt sich ein", waren sich Fraktionssprecher Franz Radlinger (CSU) und sein SPD-Pendant Alfred Braun einig, nachdem OB Andreas Feller das Vorhaben vorgestellt hatte. Beide legten Wert darauf, dass die Auflagen hinsichtlich des Schallschutzes zur Bahn hin eingehalten werden müssen. Das sagte der Planer des Projekts, Bahattin Abatay, zu. Wahrscheinlich werde es einen Wall zum Gleis hin geben, neben Schallschutzfenstern stehen noch weitere Möglichkeiten für die oberen Geschosse offen. Das werde die Detailplanung ergeben. Für die Hinterlieger an der Glätzlstraße sieht der Ausschuss sogar Vorteile: "Das ist ein Bollwerk gegen den Bahnlärm", sagte Alfred Braun. Weil das Gebäude was Geschosszahl, Dachneigung und Baufenster anbetrifft, vom Bebauungsplan abweicht, sind Befreiungen nötig, die der Ausschuss erteilte. Jochen Glamsch (UW) fragte nach der Straßenerschließung und den Stellplätzen. Die Zufahrt werde nicht direkt an der Kreuzung zur Hoher-Bogen-Straße erfolgen, so Abatay. Der Bauherr hat ein Grundstück zusätzlich erworben, so dass die Zufahrt etwa 80 Meter weiter von der Glätzlstraße her möglich wird. Die notwendigen 26 Stellplätze werden auf dem Grundstück Platz finden.

Um Stellplätze ging es auch im Antrag der Moses Mendelssohn Vermögensverwaltung (MMV). Sie plant an der Ettmannsdorfer Straße 57-57 d/Ecke Narisker Straße eine Wohnanlage mit 65 Wohnungen (wir berichteten). Notwendig wären hier 87 Stellplätze, die auf dem Grundstück auch Platz hätten. Wegen der Lärmentwicklung durch den Bewohnerverkehr wären allerdings zur Narisker- und zur Kettelerstraße Straße hin Lärmschutzwände nötig. Deshalb beantragte die MMV, nur noch 65 Plätze nachweisen zu müssen. Dann würde die Lärmberechnung anders aussehen, die Wände unnötig.

Der Verkehr bliebe freilich trotzdem. Das war auch der Grund, warum sich der Ausschuss schnell einig war: Eine Ausnahme von der Stellplatzverordnung gibt's hier nicht. Sie würde nur den Bauherrn von seiner Lärmschutzpflicht entlasten, den Nachbarn aber nicht bringen. "Dann parken die Autos trotzdem auf der Straße, der Verkehr bleibt", sagte Radlinger. "Und der Bauherr sagt, ich kann nichts dafür", schloss sich Glamsch an. Ferdi Eraslan (FW) stimmte trotz einiger Zweifel ebenfalls gegen die Abweichung. Marion Juniec-Möller (Grüne) führte an, dass der fehlende Nahverkehr eben dazu führe, "dass jeder ein Auto braucht, um zur Arbeit zu kommen". Die MVV wird sich nun um den Lärmschutz bemühen müssen. In seiner über vierstündigen Sitzung hatte der Ausschuss noch einige große Wohnprojekte zu bearbeiten. Auch das Thema "Kaufland" kam mit einem Antrag auf den Tisch. Weitere Berichte folgen.

Das Projekt an der Ettmannsdorfer Straße

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.