"Der Trend und die damit verbundene Hoffnung vom Freitag, als die Sieben-Tage-Inzidenz von 282,0 (Donnerstag) auf 250,2 (Freitag) deutlich zurückging, haben sich leider nicht bestätigt", teilte Hans Prechtl, Pressesprecher des Landratsamtes Schwandorf, am Sonntag mit. Mit 111 Fällen am Freitag stieg die Inzidenz wieder auf 282,0 (Samstag) und damit exakt auf den Wert von Donnerstag.
Mit 65 weiteren Fällen am Samstag wurde die Inzidenz am Sonntag mit 289,4 geführt. Laut Prechtl wird dieser Wert übereinstimmend vom Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) und vom Robert-Koch-Institut (RKI) angegeben. Die Gesamtzahl der Corona-Infektionen im Landkreis ist auf 6542 angestiegen. "Unsere Inzidenz ist heute die vierthöchste in Bayern – nach der Stadt Hof und den Landkreisen Cham und Kulmbach". Einen weiteren Anstieg der Inzidenz wollte Prechtl aufgrund der Fallzahlen vom Sonntag nicht ausschließen.
Von der Senioreneinrichtung Naabresidenz in Schwandorf hatte das Landratsamt am Freitag berichtet, dass ein Teil der Ergebnisse einer Reihentestung noch ausstand. Diese Resultate lagen nun vor: Fünf weitere Bewohner der Einrichtung sind positiv. Noch nicht bekannt sind bisher die Ergebnisse der Reihentestung in einem Haus der Gemeinschaftsunterkunft in Neunburg vorm Wald. Außerdem informierte Prechtl über einen im Landkreis Schwandorf aufgetretenen positiven Fall, der im Zusammenhang mit einem Altenheim in einem benachbarten Landkreis steht. Die Kollegen im dortigen Gesundheitsamt seien informiert worden.
"Wir befinden uns – auch in Bayern und Deutschland – leider wieder in einer Phase des Anstiegs, der, anders als gelegentlich vermutet wird, nicht unmittelbar etwas mit mehr Schnell- oder gar Selbsttests zu tun hat", teilte der Amtssprecher weiter mit. Denn die so festgestellten Positivfälle würden mittels eines besonders genauen PCR-Tests überprüft und nur die hierbei festgestellten Infektionsfälle fänden Eingang in die Statistik. Dass sich das Infektionsgeschehen ungünstig entwickelt, hängt laut Prechtl entscheidend mit der Verbreitung der britischen Mutation B.1.1.7. zusammen. "Diese ist deutlich ansteckender als der ursprüngliche Infektionstyp." Das erkläre auch, warum aktuell andere Bundesländer rasanter von der Welle erfasst werden als Bayern. "Denn während wir speziell aus der Grenzlage zu Tschechien herrührend schon länger intensiver mit B.1.1.7. zu tun haben, war in den nördlicher gelegenen Ländern noch der vergleichsweise gutmütigere Typ präsenter." Das ändere sich gerade.
Insgesamt sehe es ganz danach aus, dass es nur noch eine Frage von Tagen oder wenigen Wochen ist, wann der Virustyp B.1.1.7. in ganz Deutschland völlig dominieren wird. Dagegen gelte die südafrikanische Variante B.1.351, die im Landkreis noch nicht festgestellt wurde, als deutlich weniger ansteckend als die britische Mutante.
Neben der Sieben-Tage-Inzidenz sei die Positivrate, also die Zahl der laborpositiven Tests im Verhältnis zu deren Gesamtzahl, ein statistisches Kernelement zur Beurteilung der Lage. Die Positivrate lag in Bayern in den zurückliegenden Tagen zwischen 4,0 und 5,0 Prozent (Vorwoche: 3,1 und 4,2) und steigt damit deutlich an. "Dieser Befund bestätigt aus einem anderen Blickwinkel die Zunahme der Neuinfektionen", so die Aussage Prechtls.
Inzwischen überschreitet der Landkreis Schwandorf erstmals die Marke 300: Der am Montag vom RKI ausgewiesene Inzidenzwert beträgt 304,3.





















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