16.05.2019 - 12:59 Uhr
SchwandorfOberpfalz

50-Millionen-Euro-Neubau als "Befreiungsschlag"

Im vierten Stock sind Böden schon verlegt und Wände tapeziert, während im Erdgeschoss noch die Fußbodenheizung sichtbar ist. Der Neubau des Krankenhauses St. Barbara liegt im Zeitplan.

von Christopher Dotzler Kontakt Profil

40000 Kubikmeter umbauter Raum, 5200 Quadratmeter Nutzfläche, 54,5 Meter lang, 56 Meter breit und 23 Meter hoch. Die 50-Millionen-Euro-Investition (vom Freistaat gibt es eine Förderung in Höhe von 38,8 Millionen Euro) am Krankenhaus St. Barbara hat es in sich. Geschäftsführer Dr. Martin Baumann spricht von einem "entscheidenden Befreiungsschlag". Kein Wunder, denn die Zahl der Patienten ist in den vergangenen Jahren stetig gestiegen (siehe Infokasten).

Um den Neubau zu realisieren, sind einige Gebäude komplett oder teilweise abgerissen worden. Mittlerweile sind Dutzende Arbeiter mit dem Innenausbau beschäftigt. An allen Ecken und Enden wird gehämmert und gebohrt. "Je höher wir kommen, desto weiter ist der Ausbau", erklärt Baumann bei einem Rundgang. Im Erdgeschoss entsteht die Eingangshalle mit einer Drehtür. Alles ist hell gehalten. Ein Kiosk, die Pforte und Sitzecken finden im Eingangsbereich ebenso Platz, wie elf Untersuchungsräume. Im ersten Stock wird die kardiologische Station untergebracht sein. Die zweite Etage war laut Baumann die "teuerste und aufwendigste". Dort befindet sich die Intensivstation mit 22 Plätzen. Auf der Komfortstation (dritter Stock) sind höherwertige Böden verbaut, die Bäder sind größer und es gibt eine Lounge. Baumann erklärte, dass die Komfortstation ausdrücklich der Wunsch vieler Patienten gewesen sei und es dadurch "keine Zwei-Klassen-Medizin" geben wird. Auf der vierten Etage ist die Geriatrie (Baumann: "Das Zukunftsthema."). Im Keller sind schließlich das Labor und Umkleiden für das Personal.

Die Stahl-Glas-Fassade soll "das Gesicht" des Krankenhauses werden. Damit die Fassade auch zur Geltung kommt, wird die Mauer, die an der Straße entlang führt, weggerissen. "Sonst wäre der ganze Eindruck kaputt", erklärt Baumann. In der Nähe des Eingangsbereiches sollen 160 bis 170 Parkplätze entstehen.

Im vierten Stock sind bereits Böden verlegt, Wände tapeziert und Bäder gefliest. Im Erdgeschoss hingegen ist noch nicht in jedem Raum der Estrich verlegt worden – zum Teil ist noch die Fußbodenheizung zu sehen. Der Geschäftsführer sagt aber: "Wir sind im Zeitplan." Spätestens am 1. Januar 2020 sollen die neuen Räume bezogen werden. Zwar ist im Herbst 2017 eine Fliegerbombe bei den Bauarbeiten gefunden worden, die entschärft werden musste. Abgesehen davon gab es keine großen Zwischenfälle.

Die größten Hürden sind ohnehin schon genommen. Denn die Planungsphase hatte es in sich. Die Anforderungen an einen Krankenhaus-Neubau sind immens. Baumann berichtet etwa, dass die Raumluft in einer Stunde achtmal komplett ausgetauscht werden muss. Deshalb ist auf das vierte Obergeschoss noch ein "Technik-Geschoss" gebaut worden. Nicht ganz so groß wie die anderen Etagen, aber voll mit Lüftungsschächten und Filtern. Außerdem sagt der Geschäftsführer: "Unglaublich teuer sind Änderungen, deshalb ist es die Kunst, so zu planen, dass am Ende alles passt." Baumann erinnerte an den Flughafen BER und wie die Kosten plötzlich explodieren können.

Zahlen und Fakten:

Das Schwandorfer Krankenhaus verzeichnete 2010 insgesamt 11744 stationäre Fälle, vergangenes Jahr waren es bereits 14739. Auch die ambulanten Kontakte haben zugenommen und sich von 24654 (2010) auf 26079 gesteigert. Die Zentrale Notaufnahme (Zahlen liegen seit 2014 vor) verzeichnete im vergangenen Jahr 24394 Patienten, vor fünf Jahren waren es noch 21399.

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