18.09.2019 - 11:21 Uhr
SchwandorfOberpfalz

50 Tonnen Fisch im Jahr

Es gibt nur wenige Fischwirte im Landkreis, die in großem Stil produzieren. Marco Mulzer ist einer von ihnen. Er bewirtschaftet das Anwesen Oberweiherhaus ganz traditionell, hat aber auch moderne Geschäftsideen.

Fischwirt Marco Mulzer erläuterte beim Rundgang auf der Teichanlage seines Betriebs die Grundlagen der aufwendigen Karpfenzucht.
von Externer BeitragProfil

Die Schwandorfer Slow-Food-Gruppe kam unter Leitung von Christoph Wünsch auf dem Fischhof Mulzer bei Klardorf zusammen, wo sie von Fischwirt Marco Mulzer begrüßt wurde. Mulzer (33) hat vor zwei Jahren das Anwesen Oberweiherhaus übernommen und macht sich viele Gedanken, den Betrieb zukunftsfähig zu gestalten. Mit einer Teichfläche von 70 Hektar produziert Mulzer jährlich 50 Tonnen Fisch, was etwa 200 000 Fischen entspricht. Bei einem Rundgang über die Teichanlagen sprach der junge Landwirt, der ein gelernter Maschinenbauer ist, über die heimischen Fischarten wie Saibling, Karpfen und Zander und deren aufwendige Aufzucht, Bewirtschaftung und Pflege.

Anschließend kehrte die Gruppe für ein Drei-Gänge-Menü in eine Fischerhütte am Rande der Teichanlage ein. Serviert wurde als Vorspeise eine Räucherfischvariation, als Hauptgang konnte gewählt werden zwischen einem gebackenen Saiblingsfilet oder einem gegrillten Saibling (Steckerlfisch), jeweils mit hausgemachtem Kartoffelsalat. Zur Nachspeise gab es dann noch Kaffee und Küchel. Das Anwesen Oberweiherhaus gehört der Familie Mulzer seit über 200 Jahren. Ein Georg Mulzer war der erste Besitzer dieses Nachnamens, nachdem er den landwirtschaftlichen Betrieb 1795 von Herzog Karl Theodor von Bayern erworben hatte. Nachfahre Marco Mulzer bewirtschaftet den Hof in der siebten Generation. Mit 70 Hektar nimmt die Teichwirtschaft die meiste Fläche ein, dazu kommen aber noch 60 Hektar Ackerbau, 20 Hektar Forstwirtschaft und die Erzeugung von Energie über Photovoltaik, die mit 1,5 Megawatt zu Buche schlägt.

Fischzucht, Fischhandel und Veredelung sind die drei Standbeine der Teichwirtschaft, die durch die Futtermittelerzeugung auf eigenen Felder gestützt wird. Vorwiegend werden durch die Familie Mulzer und ihre Mitarbeiter Karpfen gezüchtet und verkauft, aber auch Forellen und Saiblinge machen einen wichtigen Teil der Produktion aus, wie der 33-Jährige der Slow-Food-Gruppe erläuterte; dazu kommen noch Zander und Hechte, die in den Mulzer-Teichen wachsen. Dass die bevorstehende Abfischsaison alle Beteiligten stark beansprucht, ist bei der Größe des Betriebs kein Wunder.

Mulzer beliefert den Großhandel und Kunden in ganz Deutschland, möchte aber noch mehr Partner in der Gastronomie finden, um die Vermarktung regionaler zu gestalten. Er selbst sieht sich hier schon auf einem guten Weg. Seine Pläne betreffen auch ein Gebäude unweit des Fischofs, das er für den Betrieb umbauen will - auch um dort ein eigenes gastronomisches Angebot zu entwickeln.

Wie Slow-Food-Leiter Christoph Wünsch abschließend bekannt gab, trifft sich der Regionaltisch das nächste Mal am 14. November zur Schlachtschüssel auf dem Brunnerhof in Richt. Zu dem Essen gibt es Schnellinger-Zoiglbier aus Irrenlohe vom Fass.

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