12.01.2022 - 17:16 Uhr
SchwandorfOberpfalz

6500 graue "Lappen" müssen im Landkreis Schwandorf noch getauscht werden

Wer zwischen 1953 bis 1958 geboren ist und einen grauen Führerschein besitzt, muss sich sputen. Am 19. Januar endet die Umtauschfrist. 6500 sind laut Landratsamt Schwandorf noch zu wechseln. Eine Schonfrist zeichnet sich beim Bußgeld ab.

Spätestens 2033 ist Schluss: Bis dann müssen alle alten Führerscheine gegen neue Plastikkärtchen im einheitlichen, fälschungssicheren EU-Standard umgetauscht sein.
von Irma Held Kontakt Profil

Führerscheinbesitzer der Jahrgänge 1953 bis 1958, die noch den grauen Lappen ihr Eigen nennen, müssen diesen möglichst schnell gegen einen neuen, fälschungssicheren EU-Führerschein im Scheckkartenformat tauschen. Von rund 7000 ist die Führerscheinstelle im Landratsamt Schwandorf in dieser ersten Runde ausgegangen. Wie der Sprecher des Landratsamtes Hans Prechtl auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien mitteilt, stehen noch knapp 6500 Tauschaktionen aus. Am 19. Januar endet die Frist. Diese wird nicht verlängert, hat die Verkehrsministerkonferenz im Dezember 2021 entschieden.

Sie kam jedoch zu dem Ergebnis, aufgrund coronabedingter Engpässe in den Führerscheinstellen, das bei einer Kontrolle fällige Bußgeld, wenn ein grauer Führerschein vorgelegt wird, sechs Monate auszusetzen. Es soll erst ab 19. Juli fällig werden. Ein bundeseinheitliches Vorgehen ist noch in Arbeit. Dem Landratsamt liegt deshalb auch noch keine offizielle Mitteilung vor, wie Hans Prechtl auf Anfrage sagt. Indes sei es ratsam, sich um einen Termin in der Führerscheinstelle zu kümmern

Für den Führerscheinumtausch sind ein Personalausweis oder Reisepass, ein biometrisches Passfoto, der graue Führerschein und eine Karteikartenabschrift der Ausstellungsbehörde des Führerscheins, falls er nicht vom Landratsamt Schwandorf ausgestellt wurde, mitzubringen. Die Anträge werden sofort bearbeitet. Der neue Führerschein wird laut Hans Prechtl noch am gleichen Tag bei der Bundesdruckerei in Auftrag gegeben. Die Zustellung des neuen Führerscheins ist abhängig von der Bearbeitungs- und Lieferzeit der Bundesdruckerei. Darauf habe die Kreisverwaltung keinen Einfluss. "Der neue Führerschein wird erfahrungsgemäß innerhalb von zwei bis drei Wochen zugestellt."

Zeit mitbringen

Bei der Antragstellung wird der alte Führerschein mit einer Befristung versehen. Diese läuft einen Monat ab dem Stellen des Antrags, längstens jedoch bis zum Erhalt des neuen EU-Kartenführerscheins. Hans Prechtl weist aufgrund der am 19. Januar auslaufenden Umtauschfrist auf mögliche erhöhte Wartezeiten bei der Führerscheinstelle hin. Auch die telefonische Erreichbarkeit der Führerscheinstelle sei aufgrund der hohen Frequentierung nicht immer gewährleistet. Er empfiehlt, sich mit Fragen per E-Mail, fuehrerscheinstelle[at]landkreis-schwandorf[dot]de, an die Führerscheinstelle zu wenden.

Abhängig von der Fahrerlaubnis

Meldungen, wonach andernorts Führerscheinneulinge zum Teil monatelang auf das heiß ersehnte Dokument warten müssen, pariert der Sprecher mit den Worten: "Pauschale Aussagen über die Wartezeiten auf ein Führerscheindokument können nur schwer getroffen werden, da es Unterscheidungen bei den jeweiligen Fahrerlaubnisklassen gibt." Die Abläufe im Landkreis Schwandorf seien grundsätzlich darauf ausgerichtet, dass bei der Ersterteilung einer Fahrerlaubnis der Führerschein direkt bei Bestehen der praktischen Prüfung durch den Prüfer des TÜV ausgehändigt werden kann.

In den Fällen, in denen dies nicht gelinge, gebe es jedoch keine derart langen Wartezeiten auf den Führerschein. Der Prüfling könne mit der Bescheinigung über das Bestehen der praktischen Prüfung bei der Führerscheinstelle vorsprechen. Der Führerschein werde sofort bei der Bundesdruckerei bestellt. Allerdings werde er nicht zugesandt. Der Führerscheinneuling könne ihn dann je nach Lieferzeit in der Führerscheinstelle abholen, beschreibt Hans Prechtl das Prozedere bei der Erstausstellung.

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Hintergrund:

EU-Führerscheine

  • Bis 19. Januar 2033 sollen alle Führerscheine in der EU auf ein gleiches und fälschungssicheres Format getauscht werden.
  • Um die Führerscheinstellen wegen des hohen Arbeitsanfalls nicht zu überlasten, gilt in der Bundesrepublik ein gestaffeltes Tauschverfahren.
  • Die erste Frist endet am 19. Januar 2022, die letzte am 19. Januar 2033.
  • Umzutauschen sind jetzt die grauen oder rosa Papierführerscheine der Jahrgänge 1953 bis 1958. Besitzen diese einen zwischen 1999 bis 2013 ausgestellten Führerschein im Scheckkartenformat, sind sie noch nicht an der Reihe.
  • Das neue EU-Führerscheindokument gilt 15 Jahre. Die Fahrerlaubnis gilt unbefristet.
  • Laut Bundesverkehrsministerium müssen in der Bundesrepublik bis 19. Januar 2033 etwa 42 Millionen Führerscheine umgetauscht werden.

"Der neue Führerschein wird erfahrungsgemäß innerhalb von zwei bis drei Wochen zugestellt."

Hans Prechtl, Sprecher des Landratsamtes Schwandorf

Hans Prechtl, Sprecher des Landratsamtes Schwandorf

 

 

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