An der Autobahn A 93 wird es heuer im Bereich des Landkreises Schwandorf zwei Großbaustellen geben. Zuständig für die zwei Millionenprojekte ist die Niederlassung Nordbayern der Autobahn GmbH des Bundes (früher Autobahndirektion Nordbayern). Dort nimmt man heuer als erstes ein äußerlich unscheinbares Bauwerk ins Visier, das man als Fahrer auf der Autobahn gar nicht sehen kann. Es ist eine Unterführung südlich des Parkplatzes Schlossberg, unweit des dortigen Perschener Solarfeldes. Über diese Unterführung mit einer lichten Höhe von vier Metern, die vor allem dem landwirtschaftlichen Verkehr von und zu den Felder neben der Autobahn dient, fließt derzeit noch ungehindert der nicht abreißende Strom an Lastwagen und Autos auf der A 93.
Schon in einigen Wochen wird das anders aussehen und bis in den Oktober dieses Jahres auch so bleiben. Denn die geplante Bauwerkserneuerung erfordert auf eineinhalb Kilometern eine sogenannte Wechselverkehrsführung, wie Maria Schraml ausführt, die Pressesprecherin Autobahn GmbH des Bundes. Niederlassung Nordbayern. Das heißt, je ein Fahrstreifen steht in beiden Richtungen zur Verfügung. Ein zweiter Fahrstreifen wird je nach Verkehrsaufkommen freigegeben. "Die Kosten für das Brückenbauwerk inklusive der technisch aufwändigen Wechselverkehrsführung betragen circa 3,5 Millionen Euro," informiert die Sprecherin.
Fast dreimal so teuer wird eine Fahrbahnerneuerung weiter südlich, wo zwischen den Anschlussstellen Teublitz und Schwandorf-Süd in Fahrtrichtung Hof gearbeitet und lärmmindernder Asphalt wird. Mit 8,6 Millionen soll das Vorhaben zu Buche schlagen, das im Sommer gut drei Monate in Anspruch nehmen wird. Sechseinhalb Kilometer ist der Abschnitt lang. Der Verkehr soll laut Schraml zwischen Juni und voraussichtlich September die meiste Zeit jeweils zweispurig rollen können.
Vor einigen Monaten ist nach jahrelanger Diskussion ist eine Entscheidung über die Grünwald-Kreuzung bei Schwandorf gefallen, einem Unfallschwerpunkt auf dieser Bundesstraße. Der Landkreis Schwandorf will hier zusammen mit dem Staatlichen Bauamt und der Stadt Schwandorf eine Ampelanlage errichten. Über eine Entschärfung der Gefahrenstelle wurde jahrelang diskutiert. Vor zwei Jahren sprach sich der Schwandorfer Verkehrsausschuss schließlich für eine Ampel-Lösung aus. Doch das Projekt verzögerte sich wegen Zuständigkeitsfragen. Heuer soll die Sache nun konkret werden, die Kosten werden auf rund 215 000 Euro beziffert. Die Abwicklung des Projekts übernimmt das Staatliche Bauamt. Der Landkreis tritt wegen Kostenvorteilen als Sonderbaulastträger auf.
Ein nicht unbedenkliches Straßenstück ist auch die Oder-Kreuzung bei Steinberg am See. Egal, ob es Lastwägen auf dem Weg in den Wackersdorfer Innovationspark sind oder Touristen, die zur Holzkugel fahren: Die Oder-Kreuzung ist als Knotenpunkt eine vielgenutzte Straße. In den aktuellen Planungen ist für heuer ein Kreisverkehr mit einem Durchmesser von 40 Metern sowie eine Fahrbahnbreite von sieben Metern vorgesehen. Mit diesen Dimensionen ist er groß genug, damit ihn auch der Schwerlastverkehr problemlos passieren kann, der häufig aus Richtung der nahen Autobahn kommt. Zugleich kann der vorhandene Radweg, der an der Kreisstraße SAD 2 liegt, durch die Maßnahme an den Oberpfälzer Seenlandradweg angebunden werden. Das Staatliche Bauamt rechnet derzeit mit 1,5 Millionen Euro an Kosten. Ein Sonderbaulastprogramm der Bayerischen Staatsregierung übernimmt drei Viertel der Summe.
Auch der Jobplatz in Neunburg vorm Wald wird zur Baustelle. Die ersten Überlegungen zum Umbau des Knotenpunkt Jobplatzes reichen bis ins Jahr 2004 zurück. Seitdem befassen sich die Planer des Landkreises, der Stadt und des Staatlichen Bauamtes mit Lösungsvorschlägen. Der Jobplatz gilt zwar nicht als Unfallschwerpunkt, ist aber für die Autofahrer sehr unübersichtlich. Ein Kreisverkehr mit fünf "Ästen" soll nun für Klarheit und Entlastung sorgen. Der Baulastträger ist der Landkreis Schwandorf. Um den notwendigen Durchmesser für den Kreisverkehr von 28 Metern zu erreichen, mussten angrenzende Grundstücke erworben werden. Als Baubeginn ist Ende März 2022 vorgesehen, der Neubau des Kreisverkehrs wird sich über das gesamte Jahr 2022 hinziehen. Die Bauarbeiten erfolgen teilweise in Vollsperrung.
In Nittenau war die innerstädtische Große Regenbrücke in einem stark verbrauchten Zustand und am Ende ihrer Lebensdauer angelangt. Das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach erneuert sie daher. Zur Aufrechterhaltung des Verkehrs wurde bereits eine Behelfsbrücke parallel zur neuen Brücke errichtet. Diese Behelfsbrücke hat man im Dezember 2020 für den Verkehr freigegeben. Im Jahr 2021 wurde die bestehende Regenbrücke abgebrochen, in den Jahren bis 2024 wird die neue Große Regenbrücke hergestellt. Heuer geht es los.
Über die Bauarbeiten an den Kreisstraßen legt die Tiefbauverwaltung am Landratsamt regelmäßig im entsprechenden Fachausschuss des Kreistags Bericht ab. Unter anderem, so war kürzlich zu hören, geht heuer die Arbeit an der Ortsdurchfahrt Fuchsberg los (Kreisstraße SAD 43). Mit dem 860 Meter langen Innerortsausbau soll im Frühjahr unter Vollsperrung begonnen werden. Die Fertigstellung der Gesamtmaßnahme ist für Dezember 2022 vorgesehen, ihre Gesamtkosten betragen 1,5 Millionen Euro. Ähnliche Projekte sind für die Orte Pischdorf (SAD 38) und Bodenwöhr (SAD 16) vorgesehen. Geplant sind auch diverse Deckensanierungen auf Kreisstraßen.
"Die Kosten für das Brückenbauwerk inklusive der technisch aufwändigen Wechselverkehrsführung betragen circa 3,5 Millionen Euro."
















Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.