28.06.2019 - 16:40 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Das Abi als Zwischenstation

Für 92 Gymnasiasten ist die Schulzeit nun zu Ende: Bei einer Feierstunde bekommen sie die Abiturzeugnisse überreicht. Aus dem stärksten Jahrgang der Schulgeschichte ragen drei Absolventinnen heraus.

Oberstudiendirektor Dr. Johannes Werner (links) und Oberstufenkoordinator Hartmut Hübner (rechts) gratulierten Julia Wagner, Margareta Rupprecht und Julia Schiml (von links) zu einem Notendurchschnitt von 1,1.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Oberstudiendirektor Johannes Werner unternahm den Versuch, das "Projekt Abitur" vor dem geistigen Auge der Absolventen zu evaluieren. "Was haben Sie in den vergangenen acht Jahren gelernt?", fragte der Leiter des Carl-Friedrich-Gauß-Gymnasiums Schwandorf die 92 Abiturienten bei der Abschlussfeier am Freitag in der Schulaula. Er bat sie, Zutreffendes anzukreuzen.

Ein Jugendlicher mit Reifeprüfung sollte politische Ereignisse einschätzen und die Begriffe demokratisch, ideologisch und extremistisch zuordnen können, so der Schulleiter. In seinen Augen müsse ein Abiturient in der Lage sein, sich in einer modernen Fremdsprache mit anderen auszutauschen sowie Texte analysieren und Probleme lösen zu können.

Dass laut einer Studie nach zwei Jahren 80 Prozent des schulischen Wissens aus dem Gedächtnis verschwunden sind, ist für den Pädagogen kein Problem, denn: "Dadurch entstehen Freiräume für neue Strukturen". Entscheidend sei die Kompetenz, sich beruflich und privat zu orientieren, soziale Kontakte zu pflegen und sich ehrenamtlich zu engagieren. Johannes Werner spricht von "emotionaler Intelligenz" und meint damit "Herzensbildung". Er habe bei den Schülern dieses Abiturjahrgangs ein großes Maß an Empathie erfahren dürfen, so der Schulleiter. Offensichtlich sei es den Lehrkräften gelungen, bei den Jugendlichen Herz und Verstand anzusprechen.

50 Schülerinnen und 42 Schüler erhielten am Freitag die Abiturzeugnisse. Es ist nach dem Rekord von vor zwei Jahren (97 Schüler) der stärkste Jahrgang in der Geschichte der Schule. Die Absolventen erzielten einen Schnitt von insgesamt 2,22. Julia Wagner, Julia Schiml und Margareta Rupprecht schlossen als Beste mit einem Schnitt von 1,1 ab. Leonie Riemer und Viola Sailer lagen mit 1,2 nur knapp dahinter. Fünf schafften einen Schnitt von 1,3: Sonja Breu, Sophie Dittmar, Julia Graf, Dominik Helbling und Carina Wilhelm.

Professor Günter Kummetsteiner von der OTH Amberg-Weiden zeichnete Sonja Drexler für die beste naturwissenschaftliche Seminararbeit aus. Der Präsident des Oberpfälzer Kulturbundes, Volker Liedtke, und Oberbürgermeister Andreas Feller überreichten Christina Scherl einen Scheck über 200 Euro. Ihren Entwurf wählte eine Jury als Logo für das Kulturfest der Oberpfälzer aus, das im nächsten Jahr in Schwandorf stattfindet. Der Kulturbund hatte das CFG-Gymnasium mit einem Kunstwettbewerb beauftragt und für den Sieger und die Platzierten Geldpreise von insgesamt 500 Euro ausgelobt.

Stellvertretender Landrat Joachim Hanisch und Elternbeiratsvorsitzende Gisela Zant gratulierten den Absolventen und ermunterten sie, sich in der Welt umzuschauen und dann wieder in die Heimat zurückzukehren. Für die Schülersprecherinnen Sophie Dittmar und Teresa Schneider ist das Abitur nur eine "Zwischenstation" auf einer langen Reise, zu der sie allen viel Glück wünschten. Ihr Dank galt den Eltern und Lehrern für die bisherige Begleitung. Stellvertretend überreichte jeder Schüler dem Oberstufenkoordinator Hartmut Hübner eine Rose. Den ökumenischen Gottesdienst in der Kreuzbergkirche gestaltete der Mittel- und Oberstufenchor, die Feier in der Aula die "Concert Band", beides unter der Leitung von Oberstudienrätin Stefanie Jehl.

Der Präsident des Oberpfälzer Kulturbundes, Volker Liedtke (links), und Oberbürgermeister Andreas Feller (rechts) präsentierten das Logo für den "Nordgautag" im nächsten Jahr in Schwandorf, das Christina Scherl (Mitte) entworfen hat.
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