10.03.2019 - 14:39 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Aiwanger "beim Wort nehmen"

Heinrich Engelhardt sorgt sich um die Zukunft seines Heimatortes Neukirchen. „Wer hier bauen will, bekommt kein Grundstück“, klagte der Stadtrat beim politischen Aschermittwoch im Gasthaus Scherl.

Heinrich Engelhardt (stehend) macht sich Sorgen um die Entwicklung von Neukirchen.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Ein mögliches Baugelände an der Kreisstraße scheide wegen Lärm- und Geruchsemissionen aus. Auch die Pfarrwiese neben der Kirche käme als Bauland in Frage, so Heinrich Engelhardt. Die Besitzerin würde das Grundstück auch verkaufen. Doch die Naturschutzbehörde habe die Streuobstwiese jetzt zum Biotop erklärt.

42 Jahre lang gehörte Heinrich Engelhardt der Kirchenverwaltung an, davon 26 Jahre als Kirchenpfleger und 30 Jahre als Friedhofsverwalter. Jetzt zieht er sich aus allen Gremien zurück. Gerne hätte er im Ort noch einen neuen Pfarrhof gebaut. „Die Diözese aber spielte nicht mit“, bedauert der langjährige Kirchenpfleger.

Die Diözesanverwaltung erklärte Ettmannsdorf zum Zentrum der Pfarrgemeinschaft „Neukirchen, Ettmannsdorf, Dachelhofen“. Doch den anderen beiden Pfarrgemeinden Ettmannsdorf und Dachelhofen fehlen die Eigenmittel zur Sanierung ihrer Pfarrhäuser. „Wir dagegen hätten das Geld gehabt“, schüttelt Heinrich Engelhardt den Kopf über so viel Unvernunft.

Verwunderung machte sich auch bei Landrat Thomas Ebeling breit. Nicht über die Entwicklung von Neukirchen, dafür aber die Aussagen des bayerischen Wirtschaftsministers Hubert Aiwanger, der die Stromtrassen verhindern wolle. „Dann müssen wir ihn beim Wort nehmen“, so der Landrat. „Und wir werden in Zukunft die Freien Wähler wählen“, so eine Stimme aus dem Publikum. Das geht dem Neukirchener CSU-Ortsvorsitzenden Hans Schmid aber dann doch zu weit.

Stadtrat Christian Eimer beklagte den Kahlschlag der Bäume entlang der Kreisstraße und vermisste „jegliches Maß und Ziel“. Landrat Thomas Ebeling begründete die Maßnahme als Beitrag zur Verkehrssicherheit. Über die Frage, ob Blühflächen an Straßen oder im Gelände mehr Sinn hätten, wurde in der Versammlung kontrovers diskutiert. Kritik wurde laut an der Ausweisung von Biotop-Flächen, "ohne dass der Besitzer gefragt wird".

Stadtrat Christian Eimer kündigte die Teilnahme der CSU und der Jungen Union am Schwandorfer Bürgerfest mit einem Cocktail-Stand auf dem Adolph-Kolping-Platz an. Am 31. Juli macht die BR-Radl-Tour in Schwandorf Station. Auch hier werde die CSU/JU am Abend mit einem Verpflegungsstand vertreten sein.

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