21.02.2021 - 11:41 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Aktivsenioren bieten Hilfe nicht nur für Start-Ups

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Für den Steinberger Jungunternehmer Sebastian Bernhard sind die Aktivsenioren "ein wahres Geschenk". Die ehrenamtlichen Wirtschaftsexperten helfen im Landkreis Schwandorf in vielfältiger Weise - auch in Pandemiezeiten.

Bei monatlichen Sprechtagen, die die Aktivsenioren im Mittelstandszentrum Maximilianshütte anbieten - beziehungsweise in Zeiten der Kontaktbeschränkung via Skype - werden unternehmerische Pläne mit Klienten besprochen und ausgefeilt.
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Im Spätherbst des vergangenen Jahres hat Sebastian Bernhard sein Vorhaben vorgestellt, am Steinberger See ein Café mit Seeblick, eine sogenannte Pump-Track-Anlage für Radfahrer und einen Radverleih zu errichten. Das ist ein ambitionierter Plan. Der 31-jährige "zertifizierte Mountainbike-Führer" will damit seinen Fahrradverleih erweitern und aus dem Ort heraus an den See verlegen. Die Pump-Track-Anlage, eine Art "Buckelpiste für Radler", soll daneben entstehen und rund 400 Meter lang werden. Und auf das zusätzliche Café am Ufer freut sich auch der Steinberger Bürgermeister Harald Bemmerl, der dem jungen Mann seine Unterstützung zugesagt hat. Läuft alles nach Plan, soll die Anlage zu Pfingsten 2021 eröffnen.

Wichtigen Beistand bei der Entwicklung des Projekts hat Sebastian Bernhard vom Verein der Aktivsenioren Bayern erhalten, die auch im Landkreis Schwandorf zugange sind. "Die Expertise und Erfahrung 'meiner Senioren' sind ein wahres Geschenk," versichert der Jungunternehmer, und dieses Lob haben die Aktivsenioren als Referenz auf die Homepage ihres Vereins übernommen. In einem kurzen Interview weist Bernhard auf die Frage, welche Unterstützung er von den Aktivsenioren erhalten habe, auf ein Erstgespräch während eines Sprechtags hin, auf die folgende Unterstützung bei der Erstellung eines Businessplans, die Vermittlung eines Kontaktes zur Bank und die Anwesenheit beim Erstgespräch mit dem Banker. Besonders gefallen habe ihm bei den Aktivsenioren "die überaus kompetente und hilfreiche Beratung und der von Anfang sehr direkte Kontakt zu meinen Beratern, die mir immer wieder nützliche Denkanstöße gaben und in persönlichen Treffen strukturierte und einzigartige Hilfe leisteten".

Die regionalen Aktivsenioren haben im Corona-Jahr 2020 starke Partner gewonnen: Die Wirtschaftsförderung von Stadt und Landkreis arbeitet seit einem Dreivierteljahr mit dem gemeinnützigen Verein zusammen. "Das wird eine gute Sache, das unterstützt die Förderung unseres Wirtschaftsstandorts Schwandorf sehr", freuen sich Christian Meyer, Wirtschaftsreferent des Landkreises Schwandorf, und der städtische Wirtschaftsförderer Roland Kittel bei der Vorstellung der Kooperation im Juli 2020.

Meyer betont das Fach- und Praxiswissen der Aktivsenioren. Mit Bernhard Butz und Karl-Heinz Langner stünden dafür "zwei absolute Profis" zur Verfügung. Butz, ein ehemaliger Manager des Großunternehmens Paragon (früher: Meiller) in Schwandorf, spricht von drei bis vier Interessenten, die sich pro monatlichem Sprechtag der Aktivsenioren auf Vermittlung des Mittelstandszentrums melden würden. Aus einem Teil der Gespräche würden sich Mandate entwickeln, also eine direkte Zusammenarbeit.

Allerdings hat Butz bemerkt, "dass Corona die Firmengründer bremst". Will heißen, dass die Anzahl der Interessenten an Existenzgründungen in der letzten Zeit zurück gegangen ist. Für den Verein ist es daher in diesen schwierigen Zeiten wichtig, sich vermehrt auf praktische Beratung für Händler und Gastronomen zu konzentrieren. Darauf weist auch Stephan Keßler hin. Der fränkische Unternehmensberater, früher als Manager und Berater in einem Großkonzern tätig, ist seit fast vier Jahren Regionalleiter für die Oberpfalz der Aktivsenioren. Aus vielfältigen familiären Gründen ist Keßler mit der Situation im Landkreis Schwandorf bestens vertraut.

"Wir stehen zur Verfügung für Einzelhandel und Gastronomie, die sich derzeit neu erfinden können," sagt Keßler mit Blick auf die Einschränkungen durch die Pandemie. Er hat bemerkt, "dass manche Händler noch nicht einmal Call and Collect können". Ganz zu schweigen von Click and Collect. "Dabei braucht es dafür nicht einmal eine große Webseite," macht er den kleinen Unternehmern Mut. Aus diesem Grund ist Keßler ein Verfechter der "Digitalisierung mit Augenmaß". Sein Credo lautet: "Die lokalen Händler müssen etwas tun, damit nicht alles abwandert zu Amazon." Dabei würden die Aktivsenioren beratend zur Seite stehen.

In dieses Horn stößt auch Bernhard Butz. Der Pfreimder berichtet, dass es bei den Aktivsenioren "eine exakte Auflistung gibt, wer wofür Experte ist". Und so finde man auch Möglichkeiten, die auf den Online-Handel zugeschnitten sind. Wegen der Kontaktbeschränkungen laufen die Beratungen ebenfalls online ab, via Skype. Im besten Fall komme eine maßgeschneiderte Lösung heraus wie bei Sebastian Bernhard.

"Corona bremst die Firmengründer."

Bernhard Butz von den Aktivsenioren

Bernhard Butz von den Aktivsenioren

Landkreis Schwandorf arbeitet mit gemeinnützigem Verein Aktivsenioren Bayern zusammen

Schwandorf
Service:

Aktivsenioren im Landkreis Schwandorf

  • Die Aktivsenioren unterstützen Start-Ups während und auch nach der Gründungsphase. Auch Unternehmen, die eine Unternehmensnachfolge optimal geregelt haben wollen oder die wirtschaftlich ins Schlingern kommen, können auf Tipps der Aktivsenioren zählen; ebenso Existenzgründer aus der Arbeitslosigkeit.
  • Ob Handwerk, Dienstleistung oder Handel: Die Mitglieder stehen bei der Bewertung der Geschäftsidee, der Erstellung von Finanz- und Businessplänen oder auch bei unterstützenden Bankgesprächen zur Seite.
  • Sprechtage sind im Mittelstandszentrum Maximilianshütte in Maxhütte-Haidhof in der Regel am ersten Donnerstag im Monat zwischen 10 und 13 Uhr (und nach Vereinbarung).
  • Eine Anmeldung ist möglich unter Telefon 09471/30 50–0.

Zur Homepage der Aktivsenioren

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