01.12.2021 - 15:14 Uhr
SchwandorfOberpfalz

"Alex" ins Abseits? BEG vergibt Bahnstrecke von München in die Oberpfalz an neue Anbieter

Ab 2023 soll nicht mehr die Länderbahn mit dem "Alex" für die Verbindung der Oberpfalz nach München zuständig sein. Die BEG hat am Mittwoch den Wechsel bekanntgegeben. Ganz raus ist der bisherige Betreiber aber noch nicht.

Wie geht's mit dem Alex weiter?
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) hat die DB Regio AG und die Allegra Deutschland GmbH mit dem Betrieb der Bahnlinien München–Hof und München–Prag beauftragt. Beide Linien im sogenannten Expressverkehr Ostbayern werden bisher von der Länderbahn mit ihren "Alex"-Zügen betrieben. Die Übergabe soll im Dezember 2023 erfolgen. Der Vertrag läuft dann drei Jahre bis Dezember 2026. Nicht betroffen von der Neuvergabe ist die "Oberpfalzbahn", die ebenfalls von der Länderbahn betrieben wird.

Schon im März hatte die BEG bekanntgemacht, dass die Linien nach Prag und Hof nicht mehr gemeinsam vergeben werden. Die Züge aus Hof und Prag werden nun nicht mehr in Schwandorf zusammengeführt, sondern fahren im stündlichen Wechsel getrennt nach München. Davon erhofft sich die BEG eine höhere Pünktlichkeit, da sich Verspätungen nicht mehr von einer Linie auf die andere übertragen, vermeldete die BEG bereits im Frühjahr.

Am Dienstag habe nur der BEG-Aufsichtsrat der Vergabe zugestimmt. Die Verbindung München–Hof übernimmt demnach die DB Regio. Mit ihr im stündlichen Wechsel soll die Allegra Deutschland GmbH, eine Tochter der österreichischen Staatsbahn, von München nach Prag und in die Gegenrichtung fahren. Alle beteiligten Bahnunternehmen seien am Mittwoch über die Entscheidung informiert worden. Rechtsgültig werde die Vergabe nach Ablauf einer zehntägigen Einspruchsfrist. Solange können unterlegene Bieter die Entscheidung der BEG durch Antrag auf ein Nachprüfungsverfahren bei der Vergabekammer Südbayern anfechten.

Ob die Länderbahn diesen Schritt geht, ließ Unternehmenssprecherin Sylvia Hubmann-Gradl offen. Auch die Länderbahn sei erst am Mittwoch informiert worden. Man prüfe weitere Schritte. Bis auf Weiteres werde sich das Unternehmen nicht äußern.

Tatsächlich steht mit der Entscheidung die Zukunft der Länderbahnsparte "Alex" in den Sternen. Ende 2020 stellte die Länderbahn den Betrieb des "Alex Süd" ein, nachdem die Verbindung zwischen München und Lindau bei der Ausschreibung ebenfalls an die DB Regio gefallen war. Die Verbindungen in Ostbayern sind damit die letzten, die vom "Alex" befahren werden. Offen ist auch, was die Entscheidung der BEG für den Länderbahn-Standort Schwandorf bedeuten würde, wo neben der Oberpfalzbahn derzeit auch alle "Alex"-Fahrzeuge gewartet werden.

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