29.03.2020 - 20:11 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Andreas Feller (CSU) gewinnt Stichwahl in Schwandorf

Das war zu erwarten: Der alte Oberbürgermeister der Großen Kreisstadt Schwandorf ist auch der neue - Andreas Feller, CSU. Der 51-Jährige setzte sich mit fast 55 Prozent der Stimmen durch.

Andreas Feller, CSU, wiedergewählter Oberbürgermeister der Großen Kreisstadt Schwandorf
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Sein Konkurrent in der Stichwahl, Kurt Mieschala, kam am Ende der Auszählung auf 45 Prozent. Insgesamt waren 13 444 gültige Stimmzettel ausgewertet worden. Die Wahlbeteiligung lag bei 58 Prozent.

Bereits um 15.30 Uhr wurden am Sonntag in den acht Briefwahlbezirken die jeweils acht Mitarbeiter belehrt, dann begannen die vorbereitenden Arbeiten. Zunächst galt es, die Wahlbriefe zu öffnen und die Wahlscheine zu kontrollieren. Dabei zeigte sich, dass immer wieder, wenn auch nicht zu häufig, beim Wählen Fehler gemacht wurden - mal war der Wahlschein nicht unterschrieben, mal wurden die Unterlagen falsch kuvertiert, so dass das Wahlgeheimnis nicht gewährleistet war. Im Briefwahlbezirk 5 beispielsweise, der in der Spitalkirche untergebracht war, musste man von den 1720 abgegeben Wahlbriefen 53 aus den oben genannten Gründen zurückweisen; sie zählten somit nicht mit.

19.27 Uhr steht Ergebnis fest

Als um 19.02 Uhr der erste Briefwahlbezirk aus dem Konrad-Max-Kunz-Saal der Oberpfalzhalle seine Ergebnisse meldete, lag Feller mit 55 zu 45 Prozent vorne - was das Endergebnis von 19.27 Uhr bereits exakt vorausnahm. Feller, dessen Abschneiden nicht nur die lokalen Medien interessierte, zeigte sich zufrieden mit dem Resultat. "Es freut mich schon sehr, dass man so einen Rückhalt hat", versicherte er. Von den früheren Gegenkandidaten hatte es keine offiziellen Unterstützungsaufrufe für ihn gegeben - aber auch nicht für seinen Kontrahenten Kurt Mieschala.

"Bei der Stichwahl geht es für jeden wieder bei Null los," dämpfte Feller vor der Auszählung den Enthusiasmus seiner Anhänger, die sich schon vor zwei Wochen über ein Stimmenergebnis von 43,6 Prozent für den Amtsinhaber gefreut hatten und davon ausgingen, dass die neuerliche Abstimmung eindeutig für den CSU-Mann ende.

Unterlegen: UW-Herausforderer Kurt Mieschala

"Keinen persönlich angegriffen"

Natürlich konnte der 51-Jährige seinen eigenen Optimismus nicht ganz verbergen: "Ich hatte ein gutes Gefühl und möchte auch weiterhin Oberbürgermeister bleiben." Wie sich zeigte, hat ihn dieses Gefühl nicht getrogen. Sein Stichwahl-Wahlkampf sei viel über Online gelaufen, sagte er. "Wir haben ein paar kleine Videoclips gedreht, die wurden über Facebook bereit gestellt, zu Themen wie Betriebsansiedlungen, Kinderbetreuung und ähnliches, die kontrovers diskutiert wurden; aber das ist ja üblich." Er sei dabei jedenfalls seiner Linie treu geblieben und habe keinen persönlich angegriffen: "Das ist meine Art."

Gegenkandidat Mieschala hatte noch einmal deutlich gemacht, wo er Fellers Defizite sah: "Ich bin im Mai 24 Jahre im Stadtrat und auch schon Zweiter Bürgermeister gewesen und mir ist aufgefallen, dass die letzten drei, vier Jahre viele gute Mitarbeiter von sich aus das Rathaus verlassen haben, was es früher in dieser Form nicht gab." Es stimme etliches nicht im Rathaus, da sei in der Verwaltung vieles im Argen mit der Mitarbeiterführung, urteilte der Spitzenmann der UW, der vor zwei Wochen knapp vor der SPD-Kandidatin Karin Frankerl ins Ziel gekommen war und sich damit die Chance auf die Stichwahl gesichert hatte. Er bedauerte, dass trotz Gesprächen mit der SPD (Karin Frankerl) und mit den Grünen (Marion Juniec-Möller) beide davon abgesehen hätten, eine Wahlempfehlung für ihn auszusprechen.

Das Ergebnis hat auch eine Auswirkung auf den Schwandorfer Stadtrat: Da Andreas Feller als Oberbürgermeister bestätigt wurde, verfällt sein Stadtratsmandat. Für ihn wird voraussichtlich Alexandra Graf in das Plenum einziehen.

Wer die nächsten Jahre den Ton im Schwandorfer Rathaus angibt, wurde erst in einer Stichwahl zwischen dem amtierenden Oberbürgermeister Andreas Feller (CSU) und seinem Herausforderer Kurt Mieschala (UW) entschieden..
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