13.10.2020 - 15:18 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Anlage in Schwandorf funktioniert nicht wie geplant

Der Zweckverband thermische Klärschlammverwertung muss seinen Etat nach oben anpassen und erhöht damit vorläufig auch das Entsorgungsentgelt pro Tonne merklich. Stabilisiert werden soll der Haushalt mit einer Schadenersatz-Forderung.

Die Anlage zur Klärschlammtrocknung des Zweckverbands thermische Klärschlammverwertung Schwandorf sollte eigentlich in diesem Jahr schon zum Einsatz kommen. Da aber ihre Inbetriebnahme nicht wie geplant stattfand, war es auch nicht möglich, die geplante Durchsatzmenge zu erreichen.
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Wie Kämmerer Markus Decker bei der Sitzung der Verbandsversammlung in Schwandorf berichtete, werde für das Jahr 2020 ein Nachtragswirtschaftsplan erforderlich. Der Grund: Die Inbetriebnahme der Klärschlammtrocknungsanlage konnte nicht wie geplant durchgeführt werden "und deshalb war es auch nicht möglich die geplante Durchsatzmenge zu erreichen". In der Folge führte das zu größeren Umleitungen zu anderen Anlagen. So kommt es laut dem Kämmerer zu Kostenverschiebungen oder nicht eingeplanten Kosten im Wirtschaftsplan.

Dieses Thema hatte vorab auch schon der Verbandsvorsitzende Andreas Feller gestreift. Er betonte, diese Nachtragshaushaltssatzung sei "zwingend notwendig". Die Ursache liege in der immer noch nicht geglückten vollständigen Inbetriebnahme der Klärschlammtrocknungsanlage. Durch die Umleitung von erheblichen Mengen einerseits und die ersten anlaufenden Kosten für Teile der Anlage andererseits sei es zu einem deutlichen Anstieg des Entsorgungspreises gekommen. Seine Forderung: "Dies darf sich im Jahr 2021 nicht nochmals wiederholen."

Kämmerer Decker kündigte an, dass der Zweckverband thermische Klärschlammverwertung Schwandorf (ZTKS) durch die verspätete Inbetriebnahme Schadenersatz von den Bauunternehmen einfordern werde. Die Schadenersatzforderung könne aber erst in den Wirtschaftsplan eingestellt werden, wenn der Betrag anerkannt ist. "Wenn der ZTKS eine Schadenersatzzahlung erhält, wird dieser Betrag den Verbandsmitgliedern rückerstattet," versprach Decker.

34 000 Tonnen umgeleitet

Die realen Klärschlammmengen stellen sich so dar, dass statt 45 000 Tonnen nur 42 000 Tonnen angenommen werden können und der Durchsatz in Schwandorf sich sogar von 45 000 auf nur 8 000 Tonnen reduziert - das ist nicht einmal ein Fünftel der erwarteten Bearbeitungsmenge. Demnach mussten und müssen 34 000 Tonnen Klärschlamm in andere Anlagen umgeleitet werden. Die vorgesehene Trockenschlamm-Menge verringerte sich drastisch von 12 500 auf nur 2200 Tonnen. Unmittelbare Folge der misslichen Lage ist der Anstieg des Entsorgungsentgelts pro Tonne von geplanten 120,19 Euro (brutto) in diesem Jahr auf nunmehr 169,36 Euro brutto - das entspricht einer Mehrung von 40 Prozent.

Aufgabe: Klärschlammtrocknungsanlage in Schwandorf zu betreiben

Schwandorf
Nachtragshaushalt 2020:

Der Nachtragshaushalt 2020 für den Zweckverband thermische Klärschlammverwertung Schwandorf stellt sich wie folgt dar:

Der Erfolgsplan schließt ab in den Erträgen mit 6 132 000 Euro – geplant waren ursprünglich 4 545 000 Euro; sowie in den Aufwendungen mit 6 132 000 Euro (geplant für 2020: 4 138 500 Euro). Die neuen Werte liegen damit rund 30 Prozent über den ersten Kalkulationen.

Der Vermögensplan schließt ab in den Einnahmen und Ausgaben mit 6 083 000 Euro – was keine Veränderung darstellt.

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