29.10.2020 - 17:34 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Arbeitsmarkt im Bezirk Schwandorf "auf dünnem Eis"

Die Corona-Pandemie sorgt dafür, dass der Arbeitgeber mit Bangen auf die Infektionszahlen schielen. Den tröstlichen Zahlen dieses Monats will keiner so recht trauen.

Die Arbeitslosenquote im Raum Schwandorf sank auf 3,3 Prozent. Das ist aber immer noch deutlich über dem Vorjahreswert: Im Oktober 2019 lag sie bei 2,7 Prozent.
von Monika Bugl Kontakt Profil

Im Bezirk der Hauptagentur Schwandorf ist die Arbeitslosigkeit von September auf Oktober leicht zurückgegangen. Mitte des Berichtsmonats waren knapp 2.640 Personen arbeitslos gemeldet, 210 weniger als im Vormonat. Das entspricht einem Rückgang um 7,4 Prozent. Gegenüber dem Vorjahresmonat erhöhte sich die Zahl der arbeitslos gemeldeten Personen aber um knapp 520 Arbeitnehmer, das sind 24,5 Prozent.Die Arbeitslosenquote sank binnen Monatsfrist um 0,3 Prozentpunkte und liegt nun bei 3,3 Prozent. Im Oktober 2019 betrug sie 2,7 Prozent.

Im Laufe des Berichtsmonats meldeten sich aus der Erwerbstätigkeit heraus knapp 280 Personen arbeitslos und somit zirka 130 Arbeitnehmer bzw. 31,3 Prozent weniger als im Oktober 2019.

Im Gegenzug beendeten knapp 350 Personen ihre Arbeitslosigkeit, um direkt ins Berufsleben zurückzukehren oder einzusteigen. Dies waren rund 80 Arbeitnehmer bzw. 30,6 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.

Ausländer stärker betroffen

„Die Coronakrise hat alle Arbeitsmarkt-Akteure getroffen, einige im Vergleich jedoch stärker als andere", heißt es in einer Pressemitteilung der Agentur für Arbeit. So schnellte im Frühjahr die Ausländer-Arbeitslosigkeit noch stärker nach oben als die Gesamtarbeitslosigkeit. Die betroffenen Menschen hatten es schwerer, ihre Jobs zu halten und nach deren Verlust in die Arbeitswelt zurückzukehren.

Einiges in Bewegung

"In den vergangenen Monaten hat sich in diesem Bereich eine sehr erfreuliche Entwicklung vollzogen", so die aktuelle Meldung. Bewegte sich die Ausländer-Arbeitslosigkeit im August noch rund 50 Prozent über Vorjahresniveau, sank sie im September auf knapp 41 Prozent und liegt nun bei rund 14 Prozent. "Das stimmt positiv und zeigt, dass sich auf dem Arbeitsmarkt selbst unter Corona-Vorzeichen Einiges bewegt", lautet die Bilanz der Agentur für Arbeit.

Mehr noch als in den Vormonaten gilt, dass jeder Erfolg, jede positive Entwicklung sich innerhalb der Pandemie auf dünnem Eis vollzieht. Durch die im Landkreis rasant steigenden Infektionszahlen ist der Sturz ins kalte Wasser weiterhin ein allgegenwärtiges Risiko.

Markus Nitsch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Schwandorf.

Markus Nitsch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Schwandorf.

Begleitet wird diese Nachricht aber von einer Warnung. "Mehr noch als in den Vormonaten gilt, dass jeder Erfolg, jede positive Entwicklung sich innerhalb der Pandemie auf dünnem Eis vollzieht. Durch die im Landkreis rasant steigenden Infektionszahlen ist der Sturz ins kalte Wasser weiterhin ein allgegenwärtiges Risiko“, sagt Markus Nitsch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Schwandorf.

So sah die Lage im Vormonat aus

Schwandorf

Die Kräftenachfrage der Betriebe ging merklich zurück. Im Bestand des gemeinsamen Arbeitgeber-Services der Arbeitsagentur und des Jobcenters waren Mitte des Monats rund 1.440 Stellen gemeldet, rund 310 Angebote oder 17,8 Prozent weniger als im Oktober des vergangenen Jahres. Neu meldeten die Arbeitgeber seit Anfang des Jahres knapp 2.880 Stellen und somit rund 860 Offerten oder 22,9 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

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