03.06.2020 - 11:52 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Arbeitsmarkt: Weitere Verschärfung bleibt aus

Die Arbeitslosigkeit liegt im Bezirk Schwandorf im Mai um ein Drittel höher als vor einem Jahr. Eine weitere Verschärfung bleibt aus, auch Dank der Möglichkeit der Kurzarbeit.

"Das Instrument des Kurzarbeitergeldes hat sich in der Coronakrise bewährt", sagt .Markus Nitsch, Chef der Agentur für Arbeit.
von Wilhelm Amann Kontakt Profil

Rund 2720 Menschen waren im Mai im Bezirk der Agentur für Arbeit Schwandorf (Landkreis ohne Oberviechtach) arbeitslos gemeldet. Das sind 680 oder 33,5 Prozent mehr als vor einem Jahr und 40 Personen oder 1,5 Prozent mehr als im April 2019. Das teilte die Agentur für Arbeit mit.

Die Zahl der Kurzarbeiter im Landkreis lässt sich nicht genau beziffern. Im Gesamtbezirk (Kreise Schwandorf, Cham, Amberg-Sulzbach und Stadt Amberg) war für rund 70 000 Arbeitnehmer Kurzarbeit angemeldet. Wie viele davon tatsächlich Kurzarbeitergeld in Anspruch nehmen, wird erst mit den Abrechnungen deutlich. Die Zahl 70 000 ist somit ein statistischer Maximalwert, erläuterte Andre Stephan-Park, Pressesprecher der Agentur Schwandorf.

Bewährtes Instrument

"Das Instrument des Kurzarbeitergeldes hat sich in der Coronakrise bewährt. Ohne dieses wären viele Arbeitgeber gezwungen, Mitarbeitern zu kündigen. Durch die von der Politik beschlossene gestaffelte Erhöhung des Kurzarbeitergeldes ist zudem sichergestellt, dass auch bei längerem Bezug bei den meisten Beschäftigten keine finanzielle Notlage eintritt", so der Chef der Schwandorfer Agentur, Markus Nitsch. "Die Pandemie überschattet das Arbeitsmarktgeschehen, eine wesentliche Verschärfung ist jedoch ausgeblieben. Mit einer Arbeitslosenquote von 3,4 Prozent wurde das Vormonatsniveau gehalten," so Nitsch. Dass sich der Arbeitsmarkt derzeit nicht nach der üblichen Dynamik richtet, zeige sich vor allem an den Bewegungszahlen. "Im Mai war es deutlich schwerer für Betroffene von der Arbeitslosigkeit ins Erwerbsleben zurückzukehren. Dies gelang knapp 250 Personen und somit 17,8 Prozent weniger Arbeitnehmern als im Vorjahr. Auf der anderen Seite waren zuvor Berufstätige einem deutlich höheren Risiko ausgesetzt, arbeitslos zu werden. Davon betroffen waren rund 340 Personen und somit 17,7 Prozent mehr als im Mai 2019", berichtet Nitsch.

Über 1540 freie Stellen

Zurückhaltung herrschte bei den Betrieben und Verwaltungen, neue Stellen auszuschreiben. Der gemeinsame Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcenter erfasste im Mai rund 220 neue Offerten und somit knapp 170 Stellen oder 43 Prozent weniger als im Vorjahr. "Der Rückgang bedeutet zum Glück nicht, dass keinerlei offene Stellen für Arbeitsuchende mehr vorhanden sind und die Arbeitslosigkeit eine Einbahnstraße ist. Es gibt noch immer mehr als 1540 offene Stellen. Es lohnt sich, gemeinsam mit den Vermittlungsfachkräften von Arbeitsagentur und Jobcenter nach Perspektiven für eine Rückkehr ins Erwerbsleben zu suchen. Viele Unternehmen sind vor Kurzem zum Normalbetrieb zurückgekehrt oder bereiten dies derzeit vor. Daher wird es aller Voraussicht nach - sollte sich das Infektionsgeschehen nicht wieder verschärfen - einfacher werden, wieder zu persönlichen Vorstellungsgesprächen eingeladen zu werden", betont der Agenturleiter.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.