13.05.2019 - 17:34 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Asklepios-Mitarbeiter pochen auf Tarifvertrag

70 Mitarbeiter der Asklepios-Klinik Lindenlohe versammelten sich am Montag auf dem Parkplatz vor dem Haus und skandierten: "Wir fordern einen Tarifvertrag".

Beschäftigte und Patienten der Asklepios-Klinik Lindenlohe forderten in einer "aktiven Mittagspause" den Abschluss eines Tarifvertrages. Die Gewerkschaft Verdi hatte zu der Aktion aufgerufen.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Die "aktive Mittagspause" gilt bei der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi als Vorstufe für den Warnstreik und als Aufforderung an den Arbeitgeber, mit den Arbeitnehmervertretern zu verhandeln. "Wir haben seit 14 Jahren Stillstand", klagt Anton Hösl aus der Verwaltung des Asklepios-Standortes Lindenlohe. Und Betriebsratsvorsitzende Margit Berkmann bekräftigt: "Wir fordern einen gerechten Lohn für unsere Arbeit". Ein Drittel der Beschäftigten ist in der Gewerkschaft organisiert. "Tendenz steigend", sagt Manuela Dietz. Die Leiterin des Verdi-Fachbereichs "Gesundheit, soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen" organisierte die "aktive Mittagspause", brachte Transparente, Fahnen und Pfeifen.

Die Teilnehmer an der Kundgebung stammten aus den Bereichen Pflege, Physiotherapie, sterile Reinigung und Verpackung, Operation und Anästhesie. Gewerkschaftssekretärin Manuela Dietz fasste zusammen, was die Beschäftigten fordern: Gleiches Geld für alle, Sonntags- und Nachtzuschläge, angemessener Urlaub, transparente Arbeitspläne und Ausgleich für Mehrarbeit. Dies könne nur in einem Tarifvertrag geregelt werden, machte die Gewerkschaftsvertreterin unter dem Beifall der Kundgebungsteilnehmer deutlich. "Ihr seid die Stütze der Gesellschaft und sichert die Gesundheitsversorgung im Land", rief Manuela Dietz den Beschäftigten der Klinik Lindenlohe zu. Sie hatten auch Unterstützung aus Oberviechtach bekommen. "Zu euch werden wir auch noch kommen", so Dietz an die dort Beschäftigten gewandt. Sie kündigte die nächste "aktive Mittagspause" vor den Toren des Asklepios-Hauses in Oberviechtach an. Die Arbeitnehmer wollten mit ihren Aktionen ein Signal setzen und die Arbeitgebervertreter an den Verhandlungstisch zwingen. Sollte die Gegenseite nicht reagieren, werde Verdi die nächste Stufe zünden und zum Warnstreik aufrufen, betonte Manuela Dietz.

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Kommentare

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Stefan Kreuzeck

Schlimm genug, dass überhaupt erlaubt ist, dass Krankenhäuser ohne Tarifvertrag agieren dürfen. Wieso keine Tarifvertragspflicht im Bereich Klinik & Pflege einführen?
Das wäre doch etwas gegen den Fachkräftemangel.

Eh schon kurios, dass Kliniken Gewinne machen müssen. Es geht hier um die Gesundheit von Menschen!

17.05.2019