09.04.2019 - 14:11 Uhr
SchwandorfOberpfalz

ASV Fronberg: Doch keine Zocker-Abteilung

E-Sport nicht als Sport anerkannt - Initiatoren wollen eigenen Verein gründen - Kampf um Gemeinnützigkeit

Zocker sollen in Fronberg eine Heimat finden. Ursprünglich war geplant, eine Abteilung beim ASV einzurichten. Weil das nicht möglich ist, wollen die Initiatoren einen eigenen Verein gründen.

Doch kein Alleinstellungsmerkmal. Der ASV Fronberg wollte als erster Mehr-Spartensportverein eine E-Sport-Abteilung ins Leben rufen. Allen voran ASV-Vorsitzender André Diermeier und drei weitere Initiatoren trieben das Projekt voran. Eine Crowdfunding-Kampagne verlief erfolgreich. Privatpersonen und Unternehmen spendeten 11 410 Euro - 10 000 Euro waren angepeilt. Beim ASV Fronberg sollte daraufhin die Abteilung für Zocker gegründet werden. Nun steht fest: In der Form ist das nicht möglich.

Die Initiatoren ließen auf Facebook wissen: "E-Sport ist als Sport in Bayern (sowie in allen anderen Bundesländern; Anm. d. Red.) nicht anerkannt, also nicht gemeinnützig und darf deshalb von einem Sportverein nicht angeboten werden." Das sei nach Gesprächen mit dem Bayerischen Landessportverband und dem Finanzamt klar geworden, erklärte Diermeier auf Nachfrage. Er und die anderen Initiatoren müssen nun umdisponieren. Sie haben sich entschlossen, einen eigenen Verein mit dem Namen "Fronberg eSport" zu gründen, der mit dem ASV Fronberg kooperieren soll. Eine Gründerversammlung ist für den 27. April angesetzt.

Mindestens bis zu diesem Datum wird laut Diermeier das Widerrufsrecht für die Spender der Crowdfunding-Kampagne verlängert. Das sei mit der Plattform "Fairplaid", über die das Projekt beworben worden ist, so abgesprochen. Gibt es zu viele Rückzieher und sinkt der Betrag auf unter 10 000 Euro, droht der Crowdfunding-Erfolg zu platzen. Das Geld wäre futsch. Immerhin gingen den potentiellen Mitgliedern des E-Sport-Vereins einige Vorteile flöten. Sie können beispielsweise nicht mehr kostenlos andere Sportarten betreiben, die der ASV Fronberg anbietet. Dafür müssten sie eine extra Mitgliedschaft abschließen. Die Unternehmen, die für die Sache gespendet haben, ziehen laut dem ASV-Vorsitzenden jedenfalls weiterhin mit. Er habe jede Firma kontaktiert.

Unklar bleibt, ob der neue Verein "Fronberg eSport" als gemeinnützig anerkannt wird. Diemeier möchte mit einem Notar demnächst eine Satzung festzurren. Darin soll die Jugendförderung herausgehoben werden. "Ob wir die Gemeinnützigkeit anerkannt bekommen, kann ich nicht sagen", erklärte der ASV-Vorsitzende. Er kennt zwei Fälle: "Gamer Verein Regensburg" scheiterte mit seinem Anliegen, sich diesen Status anerkennen zu lassen, wohingegen ein Leipziger E-Sport-Verein damit erfolgreich war. Letztlich entscheide im Fall der Fronberger das Finanzamt Cham. Sollte die Gemeinnützigkeit nicht anerkannt werden, können dem Verein beispielsweise Förderungen entgehen und er kann keine Spendenquittungen ausstellen.

ASV-Vorsitzender Diermeier räumt ein, "etwas blauäugig" an die Sache herangegangen zu sein: "Wir haben im Vorfeld nicht explizit mit einem Steuerberater gesprochen." Andererseits hätten die Erkenntnisse, dass E-Sport als ASV-Abteilung nicht realisierbar ist, die Projektidee wohl schon im Keim erstickt. Deshalb sei er trotzdem froh, die Crowdfunding-Kampagne gestartet zu haben. Diermeier ärgere es vor allem, dass "innovative und junge Idee durch eingefahrene und konservative Ansichten" ausgebremst würden, gibt sich aber kämpferisch: "Wir wollen nicht aufgeben." Sollte E-Sport irgendwann als Sport anerkannt werden, soll der E-Sport-Verein, der Ende April aus der Taufe gehoben werden soll, dem ASV Fronberg angegliedert werden.

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