06.05.2019 - 12:31 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Eigener Verein für E-Sport

E-Sport gilt nicht als Sportdisziplin im klassischen Sinn und könne deshalb keine Abteilung des ASV Fronberg werden. Dies erfuhr Vereinsvorsitzender Andre Diermeier auf Nachfrage von den Finanzbehörden.

Sebastian Miletic, Barbara Roidl und Christoph Jobst (von links) bilden den Vorstand des Vereins "Fronberg eSport e.V."
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Die Gemeinnützigkeit des Vereins stehe auf dem Spiel, hieß es vonseiten des Amtes. Diermeier bedauert, "dass die Bürokraten noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen sind". 54 Mitglieder hätte er für den Verein auf Anhieb neu gewinnen können. Auch die "Crowdfunding-Kampagne" hatte Erfolg und brachte 11 411 Euro ein.

"Fronberg eSport e.V."

Nach den Vorarbeiten gab es für die Initiatoren kein Zurück mehr. Sie gründeten im Sportheim des ASV Fronberg einen eigenen Verein und gaben ihm den Namen "Fronberg eSport e.V.". 33 Gründungsmitglieder trugen sich in die Liste ein, gaben sich eine Satzung und wählten einen Vorstand. Ihm gehören Vorsitzender Sebastian Miletic, sein Stellvertreter Christoph Jobst, Kassenverwalterin Barbara Roidl sowie die Beisitzer Andreas Sieber und Lothar Pielesch an.

Ziel des Vereins sei es, so steht es in der Satzung, junge Menschen medienpädagogisch zu betreuen, zu sensibilisieren und gegen die Gefahr der Spielsucht zu wappnen. Im gemeinsamen Trainung sollen die Mitglieder Kompetenz im Umgang mit Computerspielen erlangen. Vorsitzender Sebastian Miletic will aber auch das Vereinsleben und den Zusammenhalt der Mitglieder fördern.

ASV will unterstützen

Der Vorsitzende des ASV Fronberg, Andre Diermeier, möchte den neuen Verein nach Möglichkeit unterstützen und stellt den Mitgliedern einen Nebenraum im Sportheim zur Verfügung. Dort können sie die Geräte aufstellen. Der Verein wird sechs Plätze mit der notwendigen Hardware ausstatten. Geld dafür haben die Mitglieder von den Sponsoren erhalten. Die Internet-Geschwindigkeit von 100 Mbit hält Vorsitzender Sebastian Miletic für ausreichend.

In zwei Wochen findet das erste Treffen statt. Dann können neben den Gründungsmitgliedern auch weitere interessierte Jugendliche ins Fronberger Sportheim kommen und sich ein Bild machen. Nächster Schritt des Vorstandes ist die Beantragung der Gemeinnützigkeit, um in den Genuss der Jugendförderung zu gelangen.

Langfristiges Ziel bleibt die Eingliederung in den ASV Fronberg. "Wir geben die Hoffnung nicht auf", sagte Andre Diermeier. Irgendwann werde auch bei den Behörden und in der Gesellschaft ein Umdenken einsetzen, ist er überzeugt. Darauf hofft auch zweite Bürgermeisterin Ulrike Roidl, die bei den Mitgliedern des ASV Fronberg immer noch eine "gewisse Skepsis gegenüber Videospielen für Kinder und Jugendliche" spürt. Der Verein leiste Pionierarbeit und unterstütze die Entwicklung des E-Sports. Der Vorstand des neuen Vereins will mit einer Homepage und einem eigenen Logo werben und neue Mitglieder gewinnen. Die Vereinsbeiträge sind denen des ASV Fronberg angepasst.

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