22.05.2019 - 14:07 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Autobahn A 93: Lärmschutz bald auch für den Süden

Seit dem Mauerfall hat sich der Verkehr auf der Autobahn A 93 mehr als verdreifacht. Kein Wunder, dass die Anwohner genervt sind. Aber der Staat tut auch etwas für den Lärmschutz - mit sehr viel Geld.

Bundestagsabgeordneter Karl Holmeier (Mitte rechts) und Reinhard Pirner von der Autobahndirektion Nordbayern (Mitte links) erläuterten im Kreis von Bürgermeistern und Landrat Thomas Ebeling (oben rechts) das Konzept für die Verminderung des Verkehrslärms auf der Autobahn A 93 zwischen Schwandorf und Ponholz, also im südlichen Landkreis. Ab nächstem Jahr wird ein neuer Belag auf die Fahrbahn aufgebracht, der Lärm schluckt.
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Um welche enormen Summen es sich allein für die Strecke durch den Landkreis Schwandorf handelt, das wurde bei einem Gespräch in der Gaststätte "Ziegelhütte" deutlich, zu dem Bundestagsabgeordneter Karl Holmeier eingeladen hatte. An ihm nahmen neben Landrat Thomas Ebeling auch die drei Bürgermeister Andreas Feller (Schwandorf), Susanne Plank (Maxhütte-Haidhof) und Maria Steger (Teublitz) teil; dazu der lokale CSU-Funktionär und Spediteur Richard Graf. Auskunft gaben Reinhard Pirner in seiner Eigenschaft als Präsident der Autobahndirektion Nordbayern und Markus Bindnagel vom Sachgebiet Planung und Bau der Direktion.

14 Kilometer Strecke

Pirner und Bindnagel nahmen den Streckenabschnitt zwischen Schwandorf und Ponholz ins Visier. Die Autobahnstrecke nördlich davon, also zwischen Schwandorf und Wernberg, wurde bereits in den vergangenen Jahren lärmschutzmäßig "befriedet", zum Teil mit Wällen und Wänden. Das geht im südlichen Teil nicht, und das hat gesetzliche Gründe. So setzt man für diese 14 Kilometer auf schallschluckenden Asphalt, genannt "lärmoptimierte Beläge". Sie bringen eine Verringerung des Verkehrslärms der Autobahn um drei Dezibel. Weil das niemandem etwas sagt, verdeutlichte es Pirner wie folgt: "Das ist, als ob der Verkehr halbiert würde."

Apropos Verkehr. Die Männer der Autobahndirektion hatten Zahlen dabei aus den unterschiedlichsten Jahren, wie sich das Fahrzeugaufkommen auf der A 93 verändert hat. Denen konnte man entnehmen, dass 1985, also vor der Ostöffnung, 9400 Fahrzeuge über die A 93 gefahren sind; davon 1100 Lkw. Die Zahl stieg danach binnen weniger Jahre schlagartig an. Vor vier Jahren, das waren die neuesten Daten, die vorlagen, zählte man 36 400 Fahrzeuge, davon 5200 Lastwagen - alles bei Schwarzenfeld gemessen. "Weiter südlich ist tendenziell sogar noch mehr Verkehr", wusste Pirner. "Das ist schon ein Problem, wenn sich jemand vor über 30 Jahren ein Haus in der Nähe der Autobahn gebaut hat," spielte Susanne Plank auf Beispiele in ihrer Stadt an, die weiter südlich als die Messstelle liegt.

Über 50 Millionen Euro

Nun soll also etwas für die Menschen zwischen Schwandorf und Ponholz gemacht werden. Dass nichts geht in Beziehung auf Lärmschutzwälle oder -wände "ist etwas, das niemand versteht", bedauerte Karl Holmeier, wusste aber, dass die Ursache in "anderen Rechtsgrundlagen" zu finden sind. Wenn man südlich etwas verbessern will, dann geht das nur mit anderem Asphalt.

Im nächsten Jahr geht es los. Da wird die Strecke zwischen den beiden Anschlussstellen Schwandorf-Nord und Teublitz zunächst in südlicher Richtung erneuert - ein Teil im Frühjahr, ein Teil im Herbst. "Wir investieren dafür zehn Millionen Euro", berichtete Bindnagel. Die Gegenrichtung, also zwischen Teublitz und Schwandorf, wird in den Folgejahren 2012 und 2022 erledigt. 2021 wird es nur um das Stück zwischen Schwandorf-Süd und -Nord gehen, 2022 dann zwischen Teublitz und Schwandorf-Süd. Auch diese Arbeiten kosten nocheinmal zehn Millionen Euro. "Zusammen mit den 32 Millionen für die Strecke im Norden des Landkreises investiert der Staat also über 50 Millionen Euro für Lärmschutz", rechnete Holmeier zusammen.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.