Ein Schock für viele Eltern - ein Babysitter aus NRW hat offenbar jahrelang seine Schützlinge sexuell missbraucht. Solche Nachrichten können für Verunsicherung bei Vätern und Müttern sorgen. Das weiß auch Florian Beck, Pressesprecher der Polizei Oberpfalz. Beck rät, "Kinder nur in die Hände von geeigneten und persönlich bekannten Vertrauenspersonen zu geben." Außerdem macht er darauf aufmerksam, dass Eltern bei dem Verdacht einer Straftat oder eines Missbrauchs "sofort" die Polizei informieren sollten.
Damit es aber gar nicht erst so weit kommt, bietet der Landkreis Schwandorf seit knapp 20 Jahren einen Babysitterdienst an. So könnten Eltern in der Datenbank auf der Internetseite des Landkreises einen Babysitter finden, der ihren Erwartungen entspreche, erklärt die Gleichstellungsbeauftragte Helga Forster. Das Landratsamt empfiehlt dann erst einmal ein erstes Kennlerntreffen, um ein gutes Gefühl für den Babysitter zu bekommen.
Mithilfe einer Checkliste, die das Landratsamt auf der Internetseite bereitstellt, können die Eltern und der Babysitter alles Wichtige im Vorfeld klären, sagt Forster. Auf der Checkliste seien zum Beispiel fragen zum Thema Allergien oder der Ernährung des Kindes. „Beim ersten Treffen sollte auch geklärt werden, wofür der Babysitter eingesetzt wird. Geht es darum, dass der Babysitter am Tag mit dem Kind ein paar Stunden spielt oder soll der Babysitter am Abend aufpassen“, sagt Forster. Sie betont, dass ein Babysitter kein Ersatz für eine Tagesmutter oder einen Kitaplatz sei. „Dafür sind sie nicht ausgebildet.“
Ein zweites Kennenlernen
Nach dem ersten Kennenlernen empfiehlt die Gleichstellungsbeauftragte mindestens noch ein weiteres Treffen, bevor die Eltern den Babysitter alleine mit dem Kind lassen. „Man muss schon etwas Zeit investieren und das Kind nicht einfach direkt alleine lassen.“ Dem stimmt auch Tanja Kopp zu. Gemeinsam mit dem Kinderschutzbund Amberg-Sulzbach e.V. bietet sie ebenfalls einen Babysitterdienst an. „Es ist wichtig, dass die Eltern sich mit dem Babysitter sicher und wohl fühlen. Das würde mir als Mama auch so gehen“. Dafür sollte der Babysitter neben den Eltern auch das Kind frühzeitig kennenlernen. So könnten die Eltern schnell sehen, ob die beiden miteinander harmonieren.
Es sei ebenfalls darauf zu achten, dass der potenzielle Babysitter ein Mindestalter von 14 Jahren hat. „Das ist auch die Voraussetzung, um überhaupt unseren Babysitterkurs absolvieren zu dürfen und in die Datenbank aufgenommen zu werden“, sagt Kopp. Nach oben gebe es allerdings keine Grenze. Beim Babysitterdienst in Schwandorf gilt sogar ein Mindestalter von 15 Jahren. Die Gleichstellungsbeauftragte Forster gibt jedoch zu bedenken, dass „Minderjährige Babysitter nicht nach 20 Uhr und nicht an Sonn- und Feiertagen im Einsatz sein dürfen.“
Der Babysitterkurs als Qualifikation
In dem eintägigen Kurs des Landkreises Schwandorf lernen die Babysitter alles rund ums Wickeln, Füttern, Pflegen, die Entwicklung des Kindes, Beschäftigungen mit dem Kind, das Verhalten in schwierigen Situationen und das Vorbeugen von Unfällen, erklärt Forster. Die Gleichstellungsbeauftragte betont, dass es beim ersten Kennenlernen insbesondere wichtig sei, die genauen Qualifikationen zu klären. „Das kann beispielsweise unser Babysitter-Kurs sein oder Jugendliche, die bereits verschiedene Praktika im Kindergarten gemacht haben“, erklärt Forster.
Auf die Qualifikationen müssten Eltern vor allem bei Kleinanzeigen-Webseiten achten. „Hier ist das Kennenlernen auch noch wichtiger und kann mehr Zeit in Anspruch nehmen.“ Kopp rät jedoch von Kleinanzeigenseiten ab. „Man weiß nie, wer da ins Haus kommt. Um an unserem Babysitterkurs teilnehmen zu können, gibt es bestimmte Anforderungen an die Teilnehmer." So müssen die Teilnehmer beispielsweise ein Führungszeugnis vorlegen können. "Dadurch können sich die Eltern etwas sicherer sein.“ Ein Teil des Babysitter-Kurses des Kinderschutzbundes Amberg-Sulzbach ist auch die Erste Hilfe am Kind. „Der Erste-Hilfe Kurs für den Führerschein reicht für die Erste-Hilfe bei Kindern nicht“, sagt Kopp.
Im Kindergarten nachfragen
Wer keinen Babysitterdienst im Landkreis hat, könne ebenfalls beim eigenen Kindergarten nachfragen. „Die kennen häufig jemanden, der qualifiziert ist, um abends ein paar Stunden auf das Kind aufzupassen.“ Auch Nachbarn oder Freunde könnten eine Option sein. Kopp fügt hinzu, dass auch aus anderen Landkreisen Eltern gerne beim Kinderschutzbund Amberg-Sulzbach anrufen können. „Wir schauen dann nach, ob wir jemanden mit einem Auto in der Datenbank haben, der auch bereit wäre, etwas weiter zu fahren.“ Da jedoch viele Jugendliche sich ihr Taschengeld mit dem Babysitten aufbessern, könne Kopp nicht versprechen, dass sie jemand Passendes finden. „Die Jugendlichen sind oft auf die eigenen Eltern oder den Bus angewiesen. Die können wir nicht zu weit fahren lassen.“
Wichtig ist Kopp insbesondere die Kommunikation mit dem Kinderschutzbund. „Wir wollen einerseits, dass der Babysitter mit uns spricht und andererseits, dass die Eltern mit uns sprechen, wie der Einsatz war.“ Wenn dem Kinderschutzbund dann auffalle, dass entweder die Eltern nicht gut mit dem Kind umgehen oder der Babysitter nicht gut mit dem Kind umgehe, würden sie einschreiten, sagt Kopp. So könne schlimmeres verhindert werden.















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