06.10.2020 - 13:54 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Bahnausbau: Lärmschutz im Blickpunkt

Elektrifizierung, eigene Stromtrasse, mehr Schienenverkehr: Die Bahn plant Großprojekte in der Region. Ein Thema lässt Schwandorfer Bürger besonders aufhorchen.

Die Bahnstrecke Hof-Regensburg - im Bild ein Abschnitt bei Schwandorf - soll elektrifiziert werden. Bei persönlichen Terminen konnten sich Interessenten über das Thema informieren.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Die Deutsche Bahn informierte im Mai über ihre Großprojekte in der Region: Die Elektrifizierung der Strecke Hof-Schwandorf-Regensburg zieht eine eigene Bahnstromtrasse nach sich, wird mehr Verkehrs auf die Schiene bringen. Das Unternehmen informiert online über das Vorhaben - aber auch bei persönlichen Gesprächen. Die führte in Schwandorf Marion Fink (Kommunikation Bahn).

Aufwendige Untersuchungen

"Die meisten Bürger interessierten sich für das Thema Lärmschutz", berichtete Fink gegenüber den Oberpfalz-Medien. Nach bisherigen Plänen sollen zehnmal so viele Güterzüge besonders nachts über die Schienen donnern. Welche Lärmschutz-Variante - vom Schallschutzfenster bis zur Schutzwand - wo und wie genau eingesetzt werden, konnte Fink noch nicht sagen. "Ich habe den Leuten den Prozess erklärt," sagte die Bahn-Sprecherin.

Schalluntersuchungen werden letztlich zeigen, mit welchen Belastungen Anlieger zu rechnen haben. In Schwandorf etwa ab Krondorf und dann quer durch die Stadt. Die Nabburger befürchten, dass hohe Mauern das Stadtbild ruinieren (wir berichteten).

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Neue Bahnsteige

Ein Dauerbrenner ist der barrierefreie Ausbau des Schwandorfer Bahnhofs. "Dazu können wir noch wenig sagen", erläuterte Fink. Der Grund: Mit der Elektrifizierung soll der Fernverkehr wieder in Schwandorf Halt machen, außerdem ist deutlich mehr Güterverkehr geplant. Das heißt: Wo die Bahnsteige künftig genau liegen und wie lange sie werden, wo Überholgleise für Güterzüge nötig sind: Das alles ist noch offen. "Am Bahnhof wird sich vieles ändern," sagte Fink.

Mit der Elektrifizierung werden Trassen für die Bahnstromversorgung notwendig. Die Bahn betreibt aus technischen Gründen ein eigenes Netz. Die Trasse folgt nach ersten Entwürfen der geplanten Leitung des neuen Ostbayernrings und des Süd-Ost-Links. Für die Bahnstromleitung haben sich laut Fink sich zwei Bürger besonders interessiert. Das Thema dürfte virulent werden, wenn die Trassenpläne genauer abgesteckt werden.

Wegen der Pandemie bot die Bahn nach Terminabsprache "Einzelsprechstunden" für Interessenten in einem Raum am Schwandorfer Bahnhof an. Zum zweiten Termin am Donnerstag seien 15 Leute gekommen, so Fink. Normalerweise informiert das Unternehmen die Öffentlichkeit bei großen Veranstaltungen über die Vorhaben. Aber: Die Pandemie forderte auch hier ihren Tribut.

Die Kommunikationsabteilung der Bahn setzte zunächst vor allem auf das Internet und Video-Formate zu Information. Daran machte sich Kritik fest, unter anderem von Schwandorfs zweiter Bürgermeisterin Martina Englhardt-Kopf (CSU). Die Bahn reagierte, bot daraufhin Termine für persönliche Gespräche an. Das sei gut angenommen worden, sagte Fink nach den beiden Terminen Mitte September und Anfang Oktober. Weitere Bürgersprechstunden in Schwandorf seien aktuell nicht geplant, sagte Fink.

Über die Vorhaben der Bahn können sich Interessierte weiterhin im Netz informieren. Unter www.bahnausbau-nordostbayern.de werden die Projekte erläutert. Dort finden sich auch E-Mail-Adresse und Telefonnummern der Ansprechpartner.

Marion Fink (Bahn-Kommunikation) informierte interessierte Bürger am Schwandorfer Bahnhof.

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