07.12.2018 - 11:15 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Betrug beim Hausverkauf?

Ein Firmeninhaber und sein Prokurist aus dem Landkreis Schwandorf sollen beim Verkauf eines Einfamilienhauses nicht nur Mängel verschwiegen, sondern die Käufer auch mit der Unwahrheit bedient haben. Deshalb stehen sie nun vor Gericht.

Wegen gemeinschaftlich begangenen Betruges stehen ein Firmeninhaber und sein Prokurist aus dem Landkreis Schwandorf vor Gericht.
von Autor AHSProfil

Angeklagt sind der Firmeninhaber und sein Prokurist (68, 37) wegen gemeinschaftlich begangenen Betruges. Dem Anklagesatz zufolge verkauften die Angeklagten im Dezember 2015 an den Geschädigten ein in Pentling gelegenes und mit einem Wohnhaus bebautes Grundstück für 587.500 Euro. Vor dem beurkundenden Notar erklärten sie, dass die Immobilie vorher rund zwei Jahre bewohnt gewesen sei und ließen in dem Kaufvertrag aufnehmen, dass der Vorbesitzer es aufgrund einer Überempfindlichkeit auf im Holz befindlicher natürlicher Inhaltsstoffe wieder räumte.

Tatsächlich hatten die damaligen Vorbesitzer nur in der Zeit von Anfang Dezember 2011 bis Mai 2012 in dem Haus gewohnt. Aufgrund gesundheitlicher Probleme betrieben sie vor dem Landgericht Regensburg ein selbstständiges Beweissicherungsverfahren. Der hierbei tätige Sachverständige konnte deutlich erhöhte Luftschadstoffkonzentrationen feststellen, so dass von einem mangelfreien Zustand nicht die Rede sein kann.

Neben einer den empfohlenen Höchstwert von Formaldehyd – einem gesundheitsschädlichen Gas mit toxischen Eigenschaften – deutlich übersteigenden Belastung stellte er eine um das 50-fache erhöhte Konzentration an Terpenen – einer chemischen Verbindung – fest. Damit sei das Haus unbewohnbar.

Aufgrund dieser Feststellungen kamen damals die Angeklagten mit den Käufern überein, dass der Kaufvertrag rückabgewickelt wird. Dabei schlossen sie vor dem Notar zusätzlich eine Stillschweigevereinbarung ab. Dem neuen Käufer gegenüber verschwiegen sie die ganze Vorgeschichte. Als sich auch bei diesem gesundheitliche Probleme einstellten wurden auch die Umstände bekannt, die damals zur Rückabwicklung des Kaufvertrages führten. Um die festgestellten Mängel zu beheben ließ der neue Eigentümer eine Lüftungsanlage für 15.000 Euro einbauen, die er inzwischen von den Angeklagten einfordert. Zudem erstattete er Strafanzeige gegen die Angeklagten.

Nach Verlesen des Anklagesatzes setzte die Strafrichterin das Verfahren aus. Sie will erst die Entscheidung über die beim Landgericht Regensburg anhängige Schadenersatzklage abwarten.

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