17.02.2020 - 14:53 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Bewährungschance für die restliche Strafe

Nach erfolgter Verurteilung wegen Brandstiftung in einem Teublitzer Heim: Der 24-jährige Täter kommt nach dem Einspruchsverfahren frei.

Das Einspruchsverfahren endete mit Bewährung für den Verurteilten.
von Autor HWOProfil

Am 19. Dezember 2018 herrschte Aufregung in einem Teublitzer Asylbewerberheim. Aus dem Zimmer eines 24-Jährigen quoll dichter Rauch. Der Mann aus einem arabischen Staat hatte neben der Gardine auch eine Wolldecke angezündet, wobei die Flammen einen Türrahmen erfassten. "Das war Brandstiftung", urteilte im September letzten Jahres ein Amberger Schöffengericht und schickte den im Prozess überführten Täter für ein Jahr und zehn Monate hinter Gitter. Unmittelbar nach der Brandlegung war der 24-Jährige in U-Haft genommen worden. Vor dem Schöffengericht ließ er sinngemäß erkennen, dass er ein Quartier als Asylsuchender in Regensburg haben wollte. Als ihm dieser Wunsch nicht erfüllt wurde und es stattdessen zu Ausweichangeboten in Pfatter und Wörth an der Donau kam, sei es zu der Kurzschlussreaktion im Heim Teublitz-Koppenlohe gekommen. Bei dem im September 2019 vor dem Amberger Schöffengericht ablaufenden Verfahren war dem 24-Jährigen von einem Arzt "volle Verantwortlichkeit" attestiert worden. Im Urteil hörte er: "Sie waren schlicht unzufrieden mit Ihrer Unterbringung. Deshalb sind Menschen bei dem Brand in Gefahr geraten." Nach der Entscheidung blieb der Mann weiter in Haft. Als ihn Polizeibeamte nun vor die Dritte Strafkammer des Landgerichts zu einem Berufungsprozess führten, hatte er weit über ein Jahr hinter Gittern zugebracht. In dem Einspruchsverfahren wurden die Einzelheiten der Vorsatzbrandstiftung nicht erneut erörtert. Es ging um die Frage, ob der noch offenstehende Rest der Ahndung zur Bewährung ausgesetzt werden konnte. Das bejahten die Richter und hoben den bis dahin bestehenden Haftbefehl auf. Danach konnte der Mann gehen. Darüber, wo er sich aufzuhalten hat, bis über seinen Asylantrag endgültig entschieden ist, müssen die Ausländerbehörden befinden.

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