22.03.2021 - 16:37 Uhr
SchwandorfOberpfalz

BN Schwandorf mit Frühjahrstipps für den Garten: Superfood und warme Decke

Der Frühjahrsputz kann warten. Das gilt nach Ansicht des Bund Naturschutz im Landkreis Schwandorf zumindest für den Garten. Denn auch dürres Laub hat einen Sinn. Wer aktiv werden will, verlegt sich besser auf Nistkästen.

Diese Tuff-Krokusse stören sich nicht an welken Blättern, die besser noch ein wenig liegen bleiben sollten.
von Monika Bugl Kontakt Profil

Der Schnee ist geschmolzen und die ersten Vorfrühlingsboten werden sichtbar. Blühende Blumen und Hecken kündigen nicht nur die neue Jahreszeit an, sondern spielen auch für Bienen eine wichtige Rolle. Während Vögel auf Nistplatzsuche gehen, schlafen viele Igel weiterhin unter dem Laub. Auch Insekten brauchen die Laubschicht auf dem Boden, die sie vor kalten Nächten schützt, gibt die Bund-Naturschutz-Kreisgruppe Schwandorf in einer Pressemeldung zu bedenken.

Der große Frühjahrsputz im Garten kann deshalb nach Ansicht des BN noch warten und sollte auch später so schonend wie möglich stattfinden. Denn Spätfröste kommen bestimmt. Außerdem: "Bei einem zu frühen Rückschnitt der Pflanzen und dem Entfernen des Laubes werden alle darin überwinternden Insekten mit entsorgt“, beklagt Arnold Kimmerl vom Bund Naturschutz.

Frühblüher sind nicht nur schön anzusehen, sie dienen auch unseren Insekten als erste Nahrungsquelle. „Je nach Witterung verlassen Honigbienen, Wildbienen und die ersten Hummelköniginnen im Februar ihr Winterversteck und gehen auf Futtersuche“, erklärt Deichner, Biologe beim Bund Naturschutz in Nabburg. Wichtige Quellen für Pollen und Nektar sind derzeit Schneeglöckchen, Huflattich, Krokusse und Winterlinge. Auch Sträucher und Bäume wie Haselnuss und Kornelkirsche können schon im Februar blühen und sind laut BN bedeutende Futterpflanzen, die in keinem Garten fehlen sollten. Etwas später ab März kommt dann ein richtiges Superfood für Insekten hinzu: die Salweide. An ihr lassen sich 34 pollen- oder nektarsammelnde Wildbienenarten finden.

Zeit für Nistkästen

Mit dem Vorfrühling kommen die ersten Zugvögel aus dem Süden zurück und erkunden mögliche Nistplätze. Ältere Bäume mit Baumhöhlen oder dichte Hecken mit Schlehen, Wildrosen und Weißdorn bieten ideale Brutmöglichkeiten. Fehlen diese Strukturen, kann man zumindest den Höhlenbrütern mit einem Nistkasten helfen, so ein Tipp der Naturschützer. Sie warnen aber auch: Nicht jeder Kasten passt. Jede Vogelart habe andere Ansprüche und bevorzuge bestimmte Nistkastenformen und Größen der Einfluglöcher. „Neben den Standard-Meisenkästen ist es auch sinnvoll, spezielle Nisthilfen für Gebäudebrüter, Gartenschläfer oder Fledermäuse anzubieten“, empfiehlt Deichner. "Das macht Spaß und schafft neue Strukturen im Garten."

Igel noch schläfrig

Wenn die Außentemperaturen um die zehn Grad Celsius liegen, erwachen die ersten Igel aus dem Winterschlaf, die Männchen ein paar Wochen früher als die Weibchen. Manche Tiere nutzen die wärmeren Temperaturen, wechseln das Winterquartier und ziehen sich dann nochmal zurück. „Nur wenige Igel sind jetzt aktiv, da es kaum Nahrung gibt. Die meisten Igel warten lieber ab, bis mehr Insekten und Laufkäfer unterwegs sind“, weiß Oskar Deichner. In vielen Regionen Bayerns schlafen Igel bis Ende April. Werden sie durch Gartenarbeiten zum Aufwachen gezwungen, bedeutet das enormen Stress für die Tiere. Um besondere Vorsicht bittet der BN beim Umsetzen des Kompostes, da gerade dort gerne Igel überwintern.

Natur im Garten – Frühjahrsputz kann warten

„Auch, wenn die Sonnen im Februar den Wunsch nach Frische und Ordnung weckt, kann der Frühjahrsputz im Garten warten. Alte Blütenstauden und vertrocknete Gräser schützen nämlich das junge Grün vor gefährlichen Spätfrösten“, erklärt Klaus Pöhler, BN-Vorsitzender. Ebenso befinden sich noch viele Insekten gut geschützt unter der Streuschicht im Boden oder in hohlen Ästen und Pflanzenstängeln. Ein großangelegter Frühjahrsputz schadet deshalb der Artenvielfalt im Garten. Besser sei es, bestimmte Pflanzen individuell zu pflegen und erst ab Mitte März schonende Rückschnitte abgestorbener Pflanzen vorzunehmen.

Bei einem zu frühen Rückschnitt der Pflanzen und dem Entfernen des Laubes werden alle darin überwinternden Insekten mit entsorgt.

Arnold Kimmerl, Bund Naturschutz

Arnold Kimmerl, Bund Naturschutz

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