09.05.2019 - 16:49 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Boardinghäuser: Klage erfolglos

Am Ettmannsdorfer Berg geht's weiter: Die Boardinghäuser können fertig gestellt werden. Eine Klage dagegen hat keinen Erfolg.

An den Boardinghäusern am Ettmannsdorfer Berg wird weiter gearbeitet. Die Klage eines Anliegers dagegen hatte keinen Erfolg.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Bauherr der Häuser ist das Unternehmen Horsch. Der Landmaschinenhersteller investiert hier rund 2 Millionen Euro. 19 möblierte Wohnungen entstehen, auf einem rund 2000 Quadratmeter großen Grundstück. Geplant ist, hier Mitarbeiter aus den Niederlassungen im In- und Ausland unterzubringen, die etwa zu Schulungszwecken für längere Zeit am Stammwerk am Sitzenhof sind. Die Stadt hatte im März 2018 den Bau genehmigt, am 19. Juli wurde der Bau eingestellt. Der Grund: Die Klage eines Anliegers vor dem Verwaltungsgericht Regensburg. Er führte unter anderem an, dass Boardinghäuser eine gewerbliche Nutzung darstellen, wie sie in einem Wohngebiet nicht zulässig ist.

Genaue Beschreibung

Am Ettmannsdorfer Berg herrsche eine reine Wohnnutzung vor. Deshalb hätte die Stadt aus Sicht des Klägers die Häuser nicht genehmigen dürfen. Die Regensburger Richter sahen zumindest Erfolgsaussichten für die Klage, ordneten deshalb eine "aufschiebende Wirkung" an. Damit musste das Rathaus einen Baustopp verhängen. Am 19. Juli wurde der Bau von der Stadt eingestellt. Horsch als beigeladener Bauherr legte gegen den Baustopp Beschwerde ein. Außerdem forderte das Gericht eine konkretisierte Betriebsbeschreibung von Horsch. Die wurde vom Unternehmen vorgelegt. Daraufhin hob das Gericht den Baustopp bereits Ende Oktober auf.

Es sei festgestellt worden, dass es sich bei den Boardinghäusern um eine reine Wohnnutzung handle, wie sie auch in reinen Wohngebieten zulässig ist, teilte der stellvertretende städtische Pressesprecher Josef Fischer auf Nachfrage der Oberpfalz-Medien mit. Damit war das juristische Hickhack noch nicht beendet.

Weitere Beschwerde

Der Nachbar erhob Beschwerde gegen den Beschluss vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof in München. "Mit Beschluss vom 14. Februar wies der VGH München die Beschwerde der Nachbarn zurück", so Fischer. Das Gericht bestätigte nochmals die Entscheidung des Regensburger Gerichts, dass es sich hier nicht um "gewerbliches Wohnen" sondern um "normales Wohnen" im Sinne des Bauplanungsrechts handle und das Projekt daher in allgemeinen und reinen Wohngebieten zulässig ist. "Daher kann das Bauvorhaben wie geplant und genehmigt fortgesetzt werden", so Fischer.

Die Handwerker sind deshalb wieder aktiv, die Gebäude sind mittlerweile verputzt und der Innenausbau läuft. Bei Horsch plant man derweil schon für die Einweihungsfeier, so Pressesprecher Daniel Brandt.

Die 15 Einzel- sowie je 2 Doppel- und Dreibettzimmer verteilen sich auf etwa 1000 Quadratmetern Wohnfläche. Das Grundstück an der Ettmannsdorfer Straße 139 misst etwa 2000 Quadratmeter. Im Allgemeinen bietet ein "Boardinghaus" hotelähnliche Leistungen, ist aber auf einen längeren Aufenthalt der Gäste hin ausgelegt.

Der Baustopp

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