18.10.2019 - 13:29 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Bollwerk sicher unter Sand

Die Reste der Stadtmauer am Spitalparkplatz sind wieder abgedeckt. Eine endgültige Lösung für das Denkmal ist das nicht.

Die Stadtmauer ist wieder unter der Erde. Die Ausgrabung soll so über den Winter vor Schäden durch das Wetter geschützt werden.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Am Spitalparkplatz soll eine Außenstelle des Landesjugendamts entstehen. Bei Untersuchungen des Untergrunds tauchten - wenig überraschend an dieser Stelle neben einem lange verschwundenen Stadttor - Reste der Stadtmauer auf. Was die Bauherrn vom staatlichen Bauamt aber überraschte, war die Wuchtigkeit der Überreste. Die sind nun wieder abgedeckt. Das soll das Bodendenkmal vor den Wettereinflüssen im Winter schützen, erläuterte der stellvertretende Pressesprecher im Rathaus, Josef Fischer. Die Abdeckung sei deshalb auch mit Sand erfolgt, der relativ einfach wieder entfernt werden kann. Die Arbeit der Archäologen von der Grabungsfirma Adilo (Parsberg) sind für dieses Jahr beendet. "Jetzt wird die Dokumentation erstellt", erläuterte Fischer.

Nach der Sondierung folgt im kommenden Jahr die komplette archäologische Untersuchung des Baufelds. Das bestätigte Roman Beer, der beim Staatlichen Bauamt für die Baustelle zuständig ist. "Mal sehen, was wir dann noch alles finden." Das staatliche Bauamt hatte mit den historischen Resten kalkuliert. Überraschend war für die Bauherrn im Somme allerdings, wie stark und wuchtig die Steinmauer im Boden Jahrhunderte überdauert hatte.

Im Urkataster von 1832 war die Stadtmauer nicht mehr eingetragen. Stadtansichten aus dem 17. Jahrhundert zeigten aber eindeutig eine Wehrbefestigung an dieser Stelle. Es wäre für die Vorfahren ja auch relativ sinnfrei gewesen, die Stadt zur Naab hin schutzlos zu lassen.

Mit dem Bau der Außenstelle des Landesjugendamts soll Ende kommenden oder Anfang übernächsten Jahres begonnen werden, so die Planungen des Staatlichen Bauamts. Die SPD im Stadtrat hat im Zusammenhang mit dem Fund beantragt, die Reste des Bollwerks zu erhalten. Der Stadtrat soll beschließen, dass die freigelegten Teile in den Neubau des Landesjugendamtes integriert werden und interessierten Bürgern zugänglich bleiben. Die Stadt sei, so die Begründung, "auch durch Fehler der Vergangenheit arm an Zeugnissen unserer Geschichte". Deshalb sei zu verhindern, dass ein weiteres Denkmal wieder unter der Erde verschwindet. "Die beeindruckende Sanierung des Türmerhauses durch den OWV zeigt, dass dies sehr gut gelingen kann", heißt im Antrag der SPD-Fraktion, der bislang noch nicht in den Gremien behandelt wurde.

Zur Vorgeshichte

Schwandorf
Bei Grabungen im Sommer wurden massive Reste der Stadtmauer entdeckt.

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