18.06.2019 - 09:21 Uhr
SchwandorfOberpfalz

"Boomtown" zieht Pendler an

Viel Verkehr auf der Autobahn, volle Pendlerparkplätze: Viele Schwandorfer machen sich täglich auf den Weg zu ihrem Arbeitsplatz außerhalb des Landkreises. Die meisten Richtung Süden.

Die Pendlerstatistik
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

63 400 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte hatten am Stichtag (30. Juni 2018) ihren Wohnsitz im Landkreis Schwandorf. Rund 24 090 Personen oder 38 Prozent verließen ihren Heimatkreis, um außerhalb zu arbeiten. Im Vorjahr lag die Auspendlerquote ebenfalls bei 38 Prozent. Das teilte die Agentur für Arbeit mit.

470 bis nach München

In die Stadt Regensburg führte ihr täglicher Weg zur Arbeit rund 8 440 Beschäftigte, in den Landkreis Regensburg rund 2 740 Personen. Über 11 000 Menschen machen sich demnach täglich auf den Weg in den südlichen Nachbarlandkreis und die "Boomtown" Regensburg. In die Stadt Amberg pendelten 2 410 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, dazu noch 127 in den Kreis Amberg-Sulzbach. Bis nach München sind 470 Pendler unterwegs.

Ihrer Beschäftigung im Landkreis Schwandorf gingen rund 56 130 Personen nach. Rund 16 800 Personen oder 29,9 Prozent von ihnen waren Einpendler. Damit erhöhte sich die Quote gegenüber dem Vorjahr geringfügig (0,1 Prozent).

3286 Arbeitnehmer aus Stadt und Landkreis Regensburg pendeln umgekehrt in den Landkreis Schwandorf. Aus dem Landkreis Cham kamen rund 2 400 Arbeitnehmer, aus Stadt Amberg und Kreis Amberg-Sulzbach 3354, aus dem Kreis Neustadt an der Waldnaab und der Stadt Weiden 2939. Die Zahl der Einpendler aus Tschechien ist leicht gestiegen: Rund 1 460 Einpendler hatten ihren Wohnort im Nachbarland. Im Vorjahr waren es 1 280 Personen.

Mobile Region

Die mittlere Oberpfalz, zu der die Landkreise Schwandorf, Cham, Amberg-Sulzbach und die Stadt Amberg zählen, ist laut Agentur insgesamt eine Region mit hoher Mobilität. Im Gesamtbezirk der Agentur für Arbeit Schwandorf (Landkreise Schwandorf, Cham, Amberg-Sulzbach und kreisfreie Stadt Amberg) waren zum Stichtag 165 480 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Rund 30 480 oder 18,4 Prozent von ihnen waren Einpendler. Im Vorjahr lag die Quote noch bei 18,2 Prozent.

Ihren Wohnort in der mittleren Oberpfalz hatten rund 177 330 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Rund 42 400 oder 23,9 Prozent von ihnen gingen am Stichtag einer Beschäftigung außerhalb ihrer Region nach. Im Vorjahr lag die Auspendlerquote ebenfalls bei 23,9 Prozent.

Die höchste Einpendlerquote der Geschäftsstellen im Agenturbezirk hatte Bad Kötzting mit 47,8 Prozent, Oberviechtach liegt bei 43,7 Prozent, Schwandorf bei 32,5 Prozent. Die höchste Auspendlerquote hatte die Geschäftsstelle Oberviechtach mit 57,5 Prozent. Schwandorf lag bei 39,4 Prozent.

Home-Office als Chance

"Die Zahlen verdeutlichen, dass zahlreiche Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Region bereit oder gezwungen sind, für den Weg zur Arbeit auch längere Fahrtzeiten in Kauf zu nehmen", sagte Markus Nitsch, Leiter der Agentur für Arbeit Schwandorf. Beschäftigte mit eingeschränkter Mobilität sollten sich laut Nitsch davon bei der Arbeitssuche nicht abschrecken lassen und keinesfalls nur Unternehmen in ihrem Wohnort in Betracht ziehen. "Zahlreiche Firmen in der Region bieten ihren Mitarbeitern mittlerweile flexible Arbeitszeitmodelle an. Dank Home-Office ist es zudem nicht in jedem Berufszweig zwingend erforderlich, täglich im Büro anwesend zu sein", berichtet Nitsch.

Nähere Angaben zu Pendlerbewegungen hat die Bundesagentur für Arbeit im Pendleratlas mit interaktiver Kartendarstellung zusammengefasst. Er ist im Internet einsehbar.

Die Pendlerparkplätze wie hier am Brunnfeld, sind täglich gut gefüllt. Kein Wunder angesichts der Zahlen der Statistik.

Der Pendleratlas

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