17.05.2019 - 18:30 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Bürgermeister bekommt Besuch von der Kripo

Durchsuchungen am Arbeitsplatz und zu Hause: Ermittlungen sollen klären, was an schweren Vorwürfen des Arbeitgebers dran ist

von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Die Staatsanwaltschaft Regensburg ermittelt seit kurzem gegen einen führenden Mitarbeiter eines in der Region tätigen Großunternehmens. Der Mann, der im Landkreis Schwandorf auch als ehrenamtlicher Bürgermeister tätig ist, soll die Firma bereits verlassen haben.

Wie die Ermittlungsbehörde auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien mitteilte, gab es im Fall des Mitarbeiters mehrere Durchsuchungen. Sie sollen in der Firma erfolgt sein, bei ihm zu Hause und in seinem Bürgermeister-Büro. "Es geht nicht darum, dass sich der Mann in seiner Funktion als Bürgermeister etwas zuschulden hat kommen lassen", betonte Markus Pfaller, der Sprecher der Staatsanwaltschaft Regensburg.

Aber er bestätigte, dass ermittelt wird; da es sich nicht um ein Amtsdelikt handle, werde er aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes aber keine weitergehenden Angaben machen. "Am Ende des Ermittlungsverfahrens werden wir dann entscheiden, ob sich der Tatverdacht erhärtet hat." Der Fall sei auf jeden Fall nicht mit den Anschuldigungen gegenüber dem Regensburger Oberbürgermeister Joachim Wolbergs zu vergleichen, dessen mutmaßliche Verfehlungen direkt mit seinem Amt zu tun hätten.

Der Beschuldigte, den Oberpfalz-Medien telefonisch in seinem Bürgermeisterbüro erreichte, bestätigte: "Ja, gegen mich wird ermittelt." Gleichzeitig äußerte er seine Hoffnung, "dass es sich bald auflösen wird und ich entlastet werde". Auch er betonte, die Ermittlungen hätten nichts mit seiner Dienstausübung im Amt zu tun, sondern stünden im Zusammenhang mit seiner hauptberuflichen Anstellung. Die Durchsuchungen seien "im Mai" erfolgt.

In der Firma des Betroffenen ist zwischenzeitlich von der Geschäftsführung ein Mail an die Mitarbeiter hinausgegangen, nachdem der Besuch der Kriminalpolizei im Haus die Runde gemacht hatte. Darin ist von "gravierenden Unregelmäßigkeiten" die Rede und von "klaren Konsequenzen gegen die Betroffenen".

Wie zu hören war, wurden Kontaktdaten wie Telefonnummer und Mailadresse des früheren Mitarbeiters bereits aus den internen Verzeichnissen des Unternehmens gelöscht.

Den Beschäftigten wird überdies eine Kontaktadresse ans Herz gelegt, unter der man Verdachtsfälle künftig an die Firmenleitung mailen kann.

Das Unternehmen, das über eine eigene Pressestelle verfügt, meldete sich auf eine Anfrage von Oberpfalz-Medien hin mit den Worten: "Wir bitten um Verständnis, dass wir aufgrund laufender Ermittlungen keine Informationen zur Verfügung stellen können. Bitte wenden Sie sich an die zuständigen Behörden. Zudem gilt es zum guten Ton in unserem Haus, Personalangelegenheiten nicht öffentlich zu kommentieren."

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