Update 23.06.2019 - 15:22 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Buttersäure: Sechs Menschen leicht verletzt

Plötzlich Atemnot, Übelkeit: Die Feuerwehr rückt am Freitagabend (21. Juni) zu einem Gefahreinsatz in die Karmelitenstraße aus. Sechs Menschen werden gerettet. Die Ursache ist Buttersäure.

Ein Großaufgebot an Rettungskräften rückt am Freitagabend in die Karmelitenstraße 5 aus. Sechs Bewohner eines Mehrfamilienhauses (rechts), das giebelseitig zur Straße steht, klagten über Atemnot und Übelkeit.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Der Notruf geht um 20.45 Uhr ein:Bewohner eines Mehrfamilienhauses an der Karmelitenstraße 5 klagen plötzlich über Atemnot und Übelkeit. Die Rettungsdienste rücken mit einem Großaufgebot an, allein die Feuerwehren mit rund 70 Mann. Atemschutzträger rücken vor.

Ursache scheint geklärt

Schwandorf

Sie entdecken sechs Menschen im Gebäude. Dort herrscht ein beißender Gestank, der laut Feuerwehr-Pressesprecher Hans-Jürgen Schlosser bereits auf der Straße zu riechen war. Die Bewohner bekommen Fluchthauben, die sie vor weiterem Einatmen des Gestanks bewahrt. Die sechs Personen mussten sich leicht verletzt mit Augenreizungen in ärztliche Behandlung begeben.

Anschließend kümmern sich die Sanitäter um die sechs Personen, drunter dem Anschein nach auch Kinder. Die Atemschutzträger rücken erneut in das Gebäude vor, um die Ursache zu erkunden. Sie sind mit Messgeräten ausgestattet, außerdem mit Prüfröhrchen, mit denen sich die Luft nach eventuellen Giftstoffen testen lässt. "Die Ursache ist noch unklar", sagt Schlosser gegen 21.30 Uhr vor Ort. Das Haus ist weiträumig abgeriegelt. Auf dem Rewe-Parkplatz stehen weitere Feuerwehr-Einsatzkräfte, Sanitäter und Fachleute vom Technischen Hilfswerk bereit. Laut Polizeieinsatzzentrale Regensburg habe es sich bei dem Stoff um Buttersäure gehandelt, "es stinkt danach." Möglicherweise, so die Polizei, habe der Vorfall einen privaten Hintergrund.

Neben den Feuerwehren aus Schwandorf, Fronberg und Krondorf war der Gefahrgut-Zug aus Teublitz angerückt, ebenso der Unterstützungstrupp örtliche Einsatzleitung. Den Einsatz leiteten Stadtbrandinspektor Helmut Mösbauer und Stadtbrandmeister Klaus Brunner, auch Kreisbrandrat Rudolf Heinfling war vor Ort. Dazu mehrere Sanitätsfahrzeuge und die Polizei mit mehreren Streifenwagen. Eine Gefahr für die Nachbarn habe nach ersten Erkenntnissen nicht bestanden, sagte Schlosser. Gegen 22.15 Uhr wurden weitere, sachverständige Chemiker zugezogen, weil die Ursache des Vorfalles noch ungeklärt war. Bisher ist unklar, wann das Mehrfamilienhaus wieder betreten werden darf.

Auf dem Rewe-Parkplatz standen weitere Rettungskräfte bereit.
Ein Großaufgebot an Rettungskräften rückt am Freitagabend in die Karmelitenstraße aus. Sechs Bewohner eines Mehrfamilenhauses klagten über Atemnot und Übelkeit.
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