13.10.2019 - 16:12 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Cooler Blick ins heiße Feuer

Riesige Müllbunker, die futuristische Warte, mächtige Turbinen und dazu ein Schuss Unterhaltung: Tausende nutzen den "Tag der offenen Tür" im Müllkraftwerk für einen Blick hinter die Kulissen.

von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Wo sonst die grünen Müllcontainer auf Schienen Richtung Müllkraftwerk rollen, zuckelt am Samstag ein roter Regio-Zug zum "Bahnhof Müllkraftwerk". Schon der erste um 9 Uhr früh ist beinahe voll. Da hat der Vorsitzende des Zweckverbands Müllverwertung Schwandorf (ZMS), Landrat Thomas Ebeling, den "Tag der offenen Tür" noch gar nicht offiziell eröffnet.

Schon früh unterwegs

Macht nichts. Hunderte Gäste sind schon unterwegs, stehen an, um auf das 45 Meter hohe Reaktorgebäude der Rauchgasreinigung zu gelangen und bei strahlendem Sonnenschein einen Blick über die Anlage und die Umgebung zu genießen. Nur zwei Stunden später werden die Schlangen am Lift schon immer länger. Ebeling - im grünen ZMS-Outfit - erinnert im Festzelt an die Doppelfunktion von ZMS und Kraftwerk, das "Schwandorfer Modell" und seine 40-jährige Geschichte: Der Verband als "kommunale Familie" mit 17 Mitgliedern entsorgt einerseits den Abfall von knapp 1,9 Millionen Einwohnern zwischen Hof und Landshut. Dazu, bei freien Kapazitäten, Gewerbemüll aus der Wirtschaft, insgesamt über 450 000 Tonnen pro Jahr. Andererseits versorgt das Müllkraftwerk das Chemieunternehmen "Nabaltec" nebenan und die städtische Fernwärme mit Energie. Und, seit neuestem, auch die Klärschlammtrocknungsanlage des Zweckverbands thermische Klärschlammverwertung Schwandorf, ZTKS.

ZMS-Pressesprecher Franz Grabinger und Geschäftsführer Thomas Knoll nehmen die Ehrengäste mit auf eine Runde durchs Werk, und kurzerhand schließen sich auch einige Besucher an. Sebastian Schraml erläutert an der Trocknungsanlage die Funktion der 19-Millionen-Investition, deren "heiße" Inbetriebnahme kurz bevor steht. Spätestens gegen Mittag ziehen Tausende übers Gelände, Mitarbeiter des ZMS, von Partnerfirmen und Rettungsdiensten geben geduldig Erklärungen. Der "Blick ins Feuer" ist ein "cooles" Fotomotiv für unzählige Smartphones. An den diversen Spielstationen toben sich die Kinder aus: Der Platz am Steuer eines Gabelstapler oder des Elektrokarrens (funktionierende Hupe!) ist bei den kleinen Gästen gefragt. Währenddessen staunen die Eltern über die riesigen Müllmengen in den Bunkern oder lassen sich im Verwaltungs- und im Technikgebäude über den "Weg des Mülls" informieren.

Unter Volllast

Einen Blick in die futuristisch wirkende Leitwarte gibt's nur durch die Scheiben: Schließlich läuft das Kraftwerk auch am Samstag unter Volllast, während im Festzelt die Musik spielt. Junge Leute interessierten sich für den ZMS als Ausbildungsbetrieb, können die Werkstätten besichtigen und mit Lehrlingen sprechen. Gleichzeitig schwitzen die Mitglieder des Elternbeirats der Mittelschule Dachelhofen in der Cafeteria im Magazin. Um 14 Uhr ist der riesige Kuchenvorrat ausverkauft.

"Das war wieder ein toller Erfolg", bilanziert ZMS-Verbandsdirektor Thomas Knoll, als nachmittags um 16 Uhr der letzte Zug den "Bahnhof Müllkraftwerk" verlässt. Dank des gut genutzten, kostenlosen Angebots von Pendelzügen und Shuttle-Bussen behielten die Einweiser der Dachelhofer Feuerwehr die Parksituation rund um das Kraftwerksgelände gut im Griff.

40 Jahre ZMS

Schwandorf

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