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30.09.2019 - 11:38 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Sichere und günstige Abfallentsorgung seit 40 Jahren

40 Jahre ist es her, dass sich 13 Kommunen und Verbände zu einem Großprojekt zusammenschlossen: Der Zweckverband Müllverwertung Schwandorf wird gegründet.

Der Blick ins Müllfeuer gehört für Besucher des Kraftwerks zu den spannendsten Momenten.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil
Die Ofenlinie 4 wird errichtet, gleichzeitig die komplette Rauchgasreinigung ertüchtigt. 1994 geht die Linie in Betrieb.

Am Samstag, 12. Oktober, feiert der Zweckverband Müllverwertung das Jubiläum gemeinsam mit der Bevölkerung mit einem „Tag der offenen Tür“. Das Müllkraftwerk kann von 9 bis 16 Uhr besichtigt werden. Die Gründer haben zwei Ziele im Sinn. Die Zeit sollte vorbei sein, dass der Abfall in große Gruben gekippt wurde, wie etwa jahrzehntelang in die Mathiaszeche bei Schwandorf.

Die Städte Amberg, Bayreuth, Regensburg, Weiden, die Landkreise Amberg-Sulzbach, Bayreuth, Cham, Kulmbach, Neumarkt, Neustadt/Waldnaab, Regensburg, Schwandorf und der Zweckverband Abfallwirtschaft Straubing Stadt und Land schlossen sich zusammen, um als „Zweckverband Müllkraftwerk Schwandorf“ gemeinsam den Abfall in einer Verbrennungsanlage zu entsorgen. Aber noch eine zweite Aufgabe sollte das Müllkraftwerk in Schwandorf lösen: Die Vereinigten Aluminiumwerke (VAW) brauchten Energie, um die Produktion und Arbeitsplätze in Schwandorf zu sichern. Das Kraftwerk kam deshalb nach Schwandorf. Erster Verbandsvorsitzender war der Regensburger Oberbürgermeister Friedrich Viehbacher.

Baubeginn 1980

1980 wurde der Bau des Kraftwerks in Dachelhofen mit damals drei Ofenlinien an das „Konsortium Müllkraftwerk Schwandorf“ vergeben, 80 Millionen Mark waren für den Bau kalkuliert. Im Oktober 1980 folgte die Grundsteinlegung. Nach und nach entstanden parallel zum Kraftwerk die Umladestationen. Dort werden die Abfälle in die grünen Container gepresst, die dann per Bahn nach Schwandorf rollen. Am 12. August 1982 kam der erste Müllzug in Schwandorf an, dem bis heute viele weitere gefolgt sind. Der Probebetrieb des Kraftwerks begann im Oktober 1982. Schon wenige Jahre später, 1989, begannen die Planungen für den Bau einer vierten Ofenlinie, die die Kapazität auf etwa 450 000 Tonnen pro Jahr erhöhte. Ausgeschöpft sollte diese Kapazität vorerst nicht werden, sah ein Vertrag mit Stadt und Landkreis Schwandorf vor. Der Vertrag sollte noch Grund für Diskussionen werden. Die Nabaltec als Nachfolgebetrieb der VAW wollte mehr Energie, gleichzeitig stiegen die Müllmengen beim ZMS. Heute liefert das Kraftwerk Energie für Nabaltec und Fernwärme für die Stadt Schwandorf.

Das Werk ist unterdessen voll ausgelastet. Der ZMS muss sogar Anliefersperren für den bisher im Rahmen der Verfügbarkeit angenommenen Gewerbemüll verhängen, weil die Öfen ausgelastet sind. Allerdings: Pflichtaufgabe des ZMS ist lediglich die Entsorgung des Haus- und Sperrmülls aus dem Verbandsgebiet. Für Gewerbemüll ist die Wirtschaft selbst zuständig.

Der Leitstand behält den Überblick.

Kontinuierlich investiert

Schwandorfs Landrat Thomas Ebeling (Dritter von links) ist Vorsitzender des Zweckverbands Müllverwertung Schwandorf (ZMS). Seine Stellvertreter sind Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (Regensburg), Landrat Klaus Peter Söllner (Kulmbach) und Oberbürgermeister Markus Pannermayr (Straubing, von links).

Der ZMS, der sich 1990 in „Zweckverband Müllverwertung Schwandorf“ umbenannte, wählte im gleichen Jahr Regensburgs Landrat Rupert Schmid zum Vorsitzenden. In seine Amtszeit fiel die Inbetriebnahme der Ofenlinie 4 und die Aufnahme neuer Verbandsmitglieder: Der Landkreis Tirschenreuth und der Abfallzweckverband Stadt und Landkreis Hof traten 1996 bei.

Im gleichen Jahr begann die Fernwärmelieferung an die Stadt Schwandorf. 1999 wurde Regensburgs Oberbürgermeister Hans Schaidinger ZMS-Vorsitzender. 2006 wuchs das Verbandsgebiet erneut: Stadt und Landkreis Landshut kamen dazu.

Das „30-Jährige“ feierte der ZMS 2009 bereits im neuen Verwaltungsgebäude, auch ein neues Technikgebäude entstand. Die Technik des Kraftwerks wurde all die Jahre auf aktuellem Stand gehalten, mit großen Aufwand die Leittechnik erneuert und eine neue Warte gebaut, die der jetzige Verbandsvorsitzende Landrat Thomas Ebeling (Schwandorf) schon mit der Brücke eines Raumschiffs verglich. Die ZMS-Tochter OVEG investierte Millionen in Bodenwöhr, baute eine Müllsortieranlage. Vorerst letzter Meilenstein in der 40-jährigen ZMS-Geschichte: Der Zweckverband thermische Klärschlammverwertung Schwandorf (ZTKS) errichtet eine Klärschlammtrocknungsanlage auf dem Gelände des Müllkraftwerks, die mit Energie aus den Müllöfen betrieben werden soll.

Heute entsorgt der ZMS den Müll von etwa 1,89 Millionen Einwohnern aus dem Verbandsgebiet zwischen Hof und Landshut. Das entspricht etwa einem Fünftel der Fläche Bayerns. "Oberste Priorität bei all unserem Tun hat dabei die optimale Entsorgungssicherheit bei bestmöglichem Umweltschutz zu günstigen Preisen. Ökologie und Ökonomie sind keine Gegensätze, sondern gehen bei uns Hand in Hand", heißt es in den Leitlinien des ZMS.

Als "außerschulischer Lernort" wird das Kraftwerk jedes Jahr von vielen Schulklassen besucht, Delegationen von Fachleuten aus aller Herren Länder sind regelmäßig zu Gast. Und nicht nur bei der "Kraftwerkstour für alle" werfen jedes Jahr tausende Besucher einen Blick ins Müllfeuer.

Attraktives Programm zum Jubiläum

Das Müllkraftwerk heute.

Das können die Gäste auch beim "Tag der offenen Tür", mit dem der ZMS am 12. Oktober von 9 bis 16 Uhr sein 40-jähriges Bestehen feiert. Die Gäste können mit einem kostenlosen Pendelzug vom Bahnhof Schwandorf aus nach Dachelhofen fahren, auch Shuttle-Busse werden aus der Innenstadt und von der Oberpfalzhalle her eingesetzt. Der ZMS wird sich nicht nur als Müllentsorger präsentieren, sondern auch als Arbeitgeber und gefragter Ausbildungsbetrieb. Interessante Einblicke verspricht der Programmpunkt „Dem Müll auf der Spur“. Die Informationstour führt durch das gesamte Kraftwerk. Komplettiert wird der Rundweg über das Gelände durch eine Besichtigung der Müllanlieferung und der Entladestation. Am Infostand der Fernwärmeversorgung erfahren die Gäste, wie die im Müllkraftwerk erzeugte Energie genutzt wird. Erstmals ist auch die Trocknungsanlage zu besichtigen. Eine Ausstellung von Müllfahrzeugen mit Exponaten aus mehreren Jahrzehnten und die Vorführungen der Werkfeuerwehr gehören ebenfalls zum Programm. Für Verpflegung ist natürlich gesorgt, ebenso für Attraktionen für Kinder. Und die Mutigen können einen Blick vom Dach des Müllkraftwerks aus planen: Aus 45 Metern Höhe bietet sich eine toller Aussicht über die Umgebung.

Tag der offenen Tür im Müllkraftwerk Schwandorf.
So kommen Besucher zum Müllkraftwerk Schwandorf.
Info:

Kontakt

Zweckverband Müllverwertung Schwandorf

Alustraße 7

92421 Schwandorf

Tel.: (09431) 631-0

Fax: (09431) 631-999

Mail information[at]z-m-s[dot]de

https://www.z-m-s.de

Das markante Verwaltungsgebäude des Kraftwerks wurde 2009 eingeweiht.
Der erste Müllzug aus Straubing und Regensburg trifft am 12. August 1982 am Kraftwerk Schwandorf ein.
Der erste Müllzug aus Straubing und Regensburg trifft am 12. August 1982 am Kraftwerk Schwandorf ein.
Die grünen Müllcontainer rollen auf der Schiene zum Kraftwerk. Hier werden sie an der Umladestation Regensburg auf Waggons geladen.
Blick zurück in die Bauzeit: Kesselhaus und Bunker werden errichtet.
Die Klärschlammtrocknungsanlage auf dem Gelände des ZMS.
Das Kraftwerk im Jahr 1982.
In den Müllbunkern kommt der Abfall von rund 1,89 Millionen Einwohners des Verbandsgebiets an, das von Hof bis Landshut reicht. Das entspricht einem Fünftel der Fläche Bayerns.
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