Schwandorf
01.02.2021 - 17:24 Uhr

Corona-Mutationen: Verdachtsfälle im Landkreis Schwandorf

Im Landkreis Schwandorf gibt es die ersten Verdachtsfälle auf Corona-Mutationen: Ob es sich wirklich um eine Virus-Variante handelt, müssen nun weitere Untersuchungen zeigen.

Mehrere Verdachtsfälle auf Corona-Mutationen gibt es im Landkreis Schwandorf. Weitere Tests sollen nun Klarheit bringen. Symbolbild: Christophe Gateau/dpa
Mehrere Verdachtsfälle auf Corona-Mutationen gibt es im Landkreis Schwandorf. Weitere Tests sollen nun Klarheit bringen.

"Verdachtsfälle auf Corona-Mutationen, die bereits in der nördlichen Oberpfalz aufgetreten waren, haben den Landkreis Schwandorf erreicht. Es geht um die Variante B.1.1.7, die erstmals im September 2020 in Großbritannien identifiziert wurde", schreibt Landratsamts-Sprecher Hans Prechtl in einer Pressemitteilung. In der vergangenen Woche seien in mehreren größeren Laboren der Umgebung neben dem herkömmlichen PCR-Test auf SARS-CoV-2 weitergehende Untersuchungen vorgenommen worden, um einen Überblick über das Ausmaß der britischen und südafrikanischen Mutationen in der Bevölkerung zu gewinnen.

"Dabei wurden PCR-basierte Methoden eingesetzt. Diese geben einen starken Hinweis auf das Vorliegen der britischen, beziehungsweise südafrikanischen Mutation, sind jedoch nicht beweisend", führt Prechtl weiter aus. Hierzu müssten Komplettgenomsequenzierungen durchgeführt werden, was jedoch mehrere Wochen in Anspruch nehmen könne.

Aktuell liegen laut Landratsamt elf Befunde aus dem Landkreis und zwei Befunde von Grenzgängern vor, die in den PCR-basieren Methoden einen Hinweis auf eine britische Mutation zeigen. Weitere Untersuchungen über das LGL wurden aktuell in vier Fällen eingeleitet. Frühestens in zwei Wochen wird eine Aussage möglich sein, ob sich die Verdachtsfälle im Landkreis bestätigt haben.

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Wie Prechtl weiter schreibt, sei aus ärztlicher Sicht davon auszugehen, dass eine Infektion mit der britischen Variante zu keinem schwereren Krankheitsverlauf führe. Zu befürchten sei aber eine leichtere Übertragbarkeit, was eine stärkere Belastung des Gesundheitssystems zur Folge haben könne. "Studien zu den Impfstoffen gehen davon aus, dass Impfungen für die britische Mutation dieselbe Wirksamkeit haben und einen ausreichenden Schutz bieten. Für Mutationen aus Südafrika und Brasilien dagegen ist die Studienlage bisher weniger gut", betont der Behördensprecher.

Mit insgesamt 26 Fällen am Sonntag steigt die Gesamtzahl der Corona-Infektionen im Landkreis Schwandorf auf 4192. Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) gibt die Sieben-Tage-Inzidenz laut einer Mitteilung des Landratsamtes aktuell mit 75,74 an, das Robert-Koch-Institut (RKI), das einen Fall mehr auflistet, liegt mit 76,4 geringfügig höher.

Nach je einem positiven Schnelltest wurde laut Prechtl in den Loew-Werkstätten in Wernberg-Köblitz und in den Naab-Werkstätten in Schwandorf eine Reihentestung eingeleitet.

Wie Prechtl weiter ausführt, sei das Amt gefragt worden, ob sich Lockdown und Ausgangssperren in irgendeiner Weise auf die Geburtenzahlen auswirken würden. "Für eine Beantwortung dieser Frage ist es deutlich zu früh", unterstreicht der Pressesprecher. Da der erste Lockdown am 16. März 2020 begonnen habe und eine Schwangerschaft neun Monate dauere, mache es keinen Sinn, die Geburtenzahlen des Jahres 2019 mit denen von 2020 zu vergleichen – jedenfalls nicht zur Klärung dieser Frage. "Übrigens: Im Landkreis Schwandorf wurden im Jahr 2020 rund ein Prozent mehr Kinder geboren als im Jahr zuvor", teilt Prechtl weiter mit. Seit Jahren lägen die Geburtenzahlen zwischen "knapp 1300“ und „gut 1300“.

 
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