05.06.2020 - 17:24 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Corona-Pandemie als Stolperstein bei der Berufskarriere

Der Ausbildungsmarkt im Agenturbezirk Schwandorf bleibt sehr robust aufgestellt. Auch im Mai gab es so gut wie keine Stellenstornierungen seitens der Arbeitgeber. Spurlos geht die Pandemie dennoch nicht am Ausbildungsmarkt vorbei.

Ein Praktikum kann häufig ein Türöffner für die Berufskarriere sein. Unser Bild entstand beim Unternehmen Gerresheimer in Pfreimd.
von Externer BeitragProfil

„Die Arbeitgeber in der Region konnten in den vergangenen Wochen deutlich weniger Praktika anbieten als vor der Pandemie. Dies hat vor allem Schüler ohne Top-Noten und mit Sprachschwierigkeiten hart getroffen. Die Erfahrung zeigt, dass gerade schwächere Jugendliche sich in Praktika oft durch Fleiß, Engagement und Geschick hervortun. Fehlt diese Chance, ist es schwerer für schwächere Bewerber, eine Ausbildungszusage zu erhalten“, berichtet Markus Nitsch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Schwandorf.

„Schwerer bedeutet aber keinesfalls unmöglich“, so Nitsch. Von Absagen sollten sich die Jugendlichen nicht entmutigen lassen und weiterhin Bewerbungen schreiben, rät der Agenturleiter.

Wer seine Chancen im Bewerbungsprozess erhöhen will, fragt beim Arbeitgeber am besten nach einem kurzfristigen Praktikum. Dies zeigt dem Unternehmen, dass echtes Interesse an einer späteren Ausbildung im Betrieb vorhanden ist und wirkt sich bei Bewerbungen daher oft positiv aus. Für Arbeitgeber lohnt es sich aufgrund der Krise, die Bewerbungsfristen für das Ausbildungsjahr 2021 später als sonst üblich zu setzen. Wegen der Unterrichtsausfälle kann die Berufsorientierung in vielen Schulen nicht zeitnah erfolgen. Die Jugendlichen steigen erst später in den Bewerbungsprozess ein und gehen Unternehmen bei einem frühen Bewerbungsschluss als potenzielle Kandidaten verloren.

Wie sich der Arbeitsmarkt im Mai entwickelt hat, lesen Sie hier.

Schwandorf

Die Berufsberatung und die Arbeitgeber-Services der Arbeitsagentur und der Jobcenter sind intensiv damit beschäftigt, Jugendliche und Unternehmen zusammen zu bringen. Die Berufsberater stehen in telefonischem Kontakt mit den Schülern, um sie in der Berufs- und Studienorientierung zu unterstützen.

In den Landkreisen Cham, Schwandorf, Amberg-Sulzbach und der kreisfreien Stadt Amberg meldeten die Betriebe und Verwaltungen seit Oktober 2019 bis jetzt insgesamt 4267 Ausbildungsstellen und somit 445 Stellen bzw. 9,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Unbesetzt waren noch 2 151 Stellen .

Den Stellen gegenüber standen 2074 Bewerber, was einem Rückgang um 172 Personen bzw. 7,7 Prozent entspricht. Unversorgt waren 542 Jugendliche und somit 1,3 Prozent weniger als im Mai 2019.

Rückgang im Landkreis Schwandorf:

Stellen-Minus bei fünf Prozent

Im Landkreis Schwandorf meldeten die Betriebe und Verwaltungen seit Beginn des Ausbildungsjahres im Oktober 2019 bis jetzt insgesamt 1.507 Ausbildungsstellen und somit 86 Stellen bzw. 5,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Unbesetzt waren noch 782 Stellen (10,8 Prozent mehr als im Vorjahr). Den Stellen gegenüber standen 694 Bewerberinnen und Bewerber, was einem Anstieg um 26 Personen bzw. 3,9 Prozent entspricht. Unversorgt waren 197 Jugendliche und somit 18,7 Prozent mehr als im Mai 2019.

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