10.06.2018 - 10:00 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Dankbar für jede Abkühlung

Ein hartes Stück Arbeit: 1746 Sportler trotzen am Samstag dem schwülwarmen Wetter und begeben sich bei fast tropischem Wetter an den Start des zwölften Landkreislaufes.

Die Läufer waren dankbar für jede Form der Abkühlung. Wie eine Erlösung wirkten die paar Tropfen, die die Leute aus den Gärten auf die Straße sprühten.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Es beteiligten sich 1390 Läufer und 303 Walker in insgesamt 240 Mannschaften, dazu vier Einzelstarter und 49 Mitglieder der Lebenshilfe Schwandorf. Ausrichter war erneut der Verein „Partner für den Landkreis Schwandorf“.

139 Läufer fanden sich um acht Uhr im Innenhof der Burg Trausnitz ein. Die Ortschaft in der Verwaltungsgemeinschaft Pfreimd war bislang noch nicht in einen Landkreislauf eingebunden. Der Bürgermeister der 1000-Seelen-Gemeinde, Martin Schwandner, bedankte sich für den Zuschlag. Organisator Christian Meyer bat die Teilnehmer beim Start um Rücksichtnahme über die enge Brücke und den Torbogen und appellierte an die Teilnehmer: „Setzt die Ellenbogen erst draußen ein“.

Das beherzigten die Läufer dann auch nach dem Startschuss von Landrat Thomas Ebeling und ließen es zunächst ruhig angehen. Dann aber verschärften die führenden Athleten sofort das Tempo. Die ersten kamen schon nach 25 Minuten an der sieben Kilometer entfernten Wechselstation in Gleiritsch an, obwohl die Strecke 230 Höhenmeter aufwies und es der steile Anstieg am Ende der Etappe in sich hatte.

Ab der dritten Etappe übernahm der TV Burglengenfeld die Führung und gab sie bis ans 60 Kilometer entfernte Ziel in Schwandorf nicht mehr aus der Hand. Die Mannschaft aus dem Städtedreieck konnte damit ihren Vorjahressieg wiederholen. Das Team bot ausschließlich ambitionierte Langstreckenläufer und Triathleten auf und distanzierte die Konkurrenz deutlich. Schlussläufer Simon Caspers traf noch drei Stunden und 52 Minuten am Ziel im Schwandorfer Sepp-Simon-Stadion ein. Die Kameraden vor ihm, Mike Weber, Martin Frey, Tobias Zeller, Michael Schaller, Markus Gleissl, Sascha Kellner, Philipp Filchner, Sebastian Gleissl und Andriy Criny hatten gute Arbeit geleistet und einen großen Vorsprung heraus gelaufen.

Die erste Etappe war mit sieben Kilometern gleichzeitig die längste. Walter Kraus, der zum letzten Mal die Strecke markierte und sein Engagement mit der 12. Auflage beendete, hatte bewusst kürzere Abschnitte gewählt, weil die Läufer insgesamt 1000 Höhenmeter überwinden mussten.

Die Laufstrecke verlief vom Norden in das Zentrum des Landkreises und streifte dabei kurz den Osten. Sie führte durch „ein landschaftlich wunderschönes Gebiet“, wie Organisator und Moderator Christian Meyer fand. Was vielen Teilnehmern allerdings zu schaffen machte, war die Hitze. Einige Zuschauer erbarmten sich und reichten den Sportlern im Vorbeilaufen Getränke oder betätigten den Sprenger. So wie eine junge Dame in Bernhof, die den Wettkämpfern mit dem Gartenschlauch Abkühlung verschaffte.

Die Walker stiegen um 9 Uhr in Altfalter ein und legen die 20 Kilometer lange Strecke bis zum Ziel im Sepp-Simon-Stadion in drei Etappen zurück. Die Starter des Fitness-Centers „Injoy Schwandorf“ feierten einen dreifachen Triumph und standen, wie schon in den letzten Jahren, erneut auf dem Siegertreppchen. 300 Einsatzkräfte sorgten für die Sicherheit an der Strecke. Am Ziel waren erfrischende Getränke und eine Abkühlung gefragt. Um die Verpflegung der Athleten kümmerten sich die Handballer des TSV Schwandorf.

Jede Staffel bestand aus zehn Läufern, die sich an folgenden Wechselstationen ablösten: Gleiritsch, Teunz, Rottendorf, Guteneck, Altendorf, Unterauerbach, Altfalter, Traunricht, Fronberg. Einer, der alle zehn Etappen an einem Stück durchlief, war Wolfgang Theisinger aus Regenstauf. An seinem 36. Geburtstag nahm er die Strapazen auf sich und überquerte nach fünf Stunden und fünf Minuten die Ziellinie. Im Wettbewerb der Männerstaffel hätte er mit dieser Zeit unter 47 Teams immerhin den 16. Platz belegt.

Ältester Läufer war der 78-jährige Konrad Haußner vom Lauftreff Schwandorf.

Bilder vom Landkreislauf Schwandorf

Von den 1746 Läufern starteten 1064 für Vereine, 369 für Firmen und Behörden, 264 für Schulen und 49 für die Lebenshilfe Schwandorf. Es beteiligten sich 91 Vereine, 22 Firmen und Behörden und neun Schulen. Die teilnehmerstärksten Vereine waren der Lauftreff Schwandorf (60 Starter), der WSV Nabburg (49) und das Fitness-Studio „Injoy“ (38). Bei den Schulen war das Carl-Friedrich-Gauß-Gymnasium Schwandorf mit 90 Startern am stärksten vertreten, gefolgt vom Ortenburg-Gymnasium Oberviechtach (73) und dem Sonderpädagogischen Förderzentrum Schwandorf (21). Das Unternehmen Horsch (76 Teilnehmer) erhielt den Preis für das stärkste Firmenteam vor emz Hanauer (49) und dem St. Barbara-Krankenhaus Schwandorf.

In der Damen-Laufstaffel holte sich die Mannschaft von CIS Amberg zum fünften Mal in Folge den Sieg in einer Zeit von vier Stunden und 47 Minuten. Den zweiten Platz belegte der TV Burglengenfeld (5:03), gefolgt vom Wintersportverein Nabburg (5:06). Bei den Herren siegte der TV Burglengenfeld (3:52) vor den „Zaachen Boum“ und der Staffel der Bereitschaftspolizei Nabburg, die zeitgleich nach vier Stunden ins Ziel kamen.

Bei den gemischten Laufteams lag der TSV Detag Wernberg (4:22) vor der Mannschaft des Ortenburg-Gymnasiums Oberviechtach (4:25) und dem Team „Läufer mit Herz“ (4:29). Die Siege bei den Walkern gingen alle an das Fintness-Studio „Injoy“ in Schwandorf.

Als am Nachmittag ein Gewitterregen einsetzte, waren die meisten Läufer bereits um Ziel. Sie suchten Schutz unter dem Tribünendach des Stadions und warteten auf den Beginn der Siegerehrung in der Oberpfalzhalle. Dort bedankte sich Organisator Christian Meyer bei den vielen freiwilligen Helfern an der Strecke und den Sponsoren, ohne die eine solche Veranstaltung nicht zu organisieren wäre. Die Sanitäter des Roten Kreuzes mussten lediglich ein paar „Hitzeopfer“ versorgen. Die Polizei sprach den Verkehrsteilnehmern ein Kompliment für die gegenseitige Rücksichtnahme aus, denn auf einigen Abschnitten mussten sich Autofahrer, Radfahrer und Läufer die Straße teilen.

Landrat Thomas Ebeling, Oberbürgermeister Andreas Feller und Fördervereinsvorsitzender Alois Hagl überreichten den Siegern und Platzierten Urkunden und Sachpreise. Jeder Teilnehmer bekam ein T-Shirt und hatte die Chance auf den Gewinn eines Tombola-Preises. Verlost wurden Eintrittskarten für die Aufführung des „Hussiten-Krieges“ in Neunburg v.W., die Wasserskianlage am Steinberger See, das Erlebnisbad in Schwandorf, das Fitness-Studio „Injoy“, die neue Holzkugel am Steinberger See und Gutscheine für ein Wochenende mit einem Cabrio dreier Autohäuser.

In zehn Etappen legten die Läufer die 60 km lange Strecke von Trausnitz nach Schwandorf zurück.

Beim 12. Landkreislauf gab es nur Sieger.

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