11.01.2019 - 14:58 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Dauerschleife zählt Autos

Er rollt und rollt und rollt, der Verkehr auf den Autobahnen A 6 und A 93. Es ist ein stetes Hin und Her, ständig sind Abertausende unterwegs. Gefühlt sind es immer mehr. Objektiv betrachtet auch.

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von Irma Held Kontakt Profil

Für diese nüchternen Zahlen jenseits persönlicher Befindlichkeiten sorgt ein bundesweites Netz von Dauerzählstellen, die unbemerkt von Auto- oder Lastwagenfahrern mehr oder weniger rund um die Uhr arbeiten. Gezählt wird hauptsächlich auf Autobahnen und einigen Bundesstraßen. Die Messstellen registrieren jeden Kontakt, unterscheiden mehrere Fahrzeugtypen und merken sich die Uhrzeit. Rund 400 gibt es in Bayern.

Kreuz im Fokus

Fünf davon sind im Landkreis Schwandorf verlegt. Verlegt deshalb, weil es sich um Induktionsschleifen handelt, die in die Fahrbahn eingebaut werden. Drei konzentrieren sich auf das Autobahnkreuz Oberpfälzer Wald. Zwei liegen in der A 6 westlich und östlich der Schnittstelle mit der A 93. Eine ist in der A 93 versteckt. Auf der Nord-Süd-Achse wird der Verkehr noch zwei weitere Male zwischen Schwandorf-Mitte und -Nord sowie zwischen dem Kreuz und der Ausfahrt Wernberg-Köblitz erfasst.

Auf der A 6 weniger los

Und diese Messdaten belegen das, was viele beobachten. Die A 93 ist deutlich befahrener als die A 6. Überrollten 2017 die Zählstelle am Autobahnkreuz der A 6 Richtung Nabburg-Ost im Schnitt pro Tag 19 553 Autos, so lag dieser vor dem Kreuz auf der A 93 bei 35 823 und in Wernberg Köblitz bei 36 014. Die Zahlen für Lastwagen wichen an den fünf Messpunkten allerdings nicht gravierend von einander ab und bewegten sich zwischen 5828 in Wernberg-Köblitz und 6959 in Schwandorf-Mitte.

Die Dauerschleife Schwandorf-Mitte hat immer am meisten zu tun. Sowohl von Autos als auch von Lastwagen wird dieser Abschnitt im Landkreis am meisten befahren. Nach den Worten des Leiters der Verkehrspolizeiinspektion Amberg, Friedrich Böhm, sind 2017 die Zahlen insgesamt auf den beiden Autobahnen durch den Landkreis leicht gesunken. Nach kontinuierlichem Ansteigen sei eine Stagnation abzusehen. Aussagekraft enthielten diese Daten in mehrfacher Hinsicht. Beim Schwerlastverkehr seien sie ein Seismograph für Wirtschaftsentwicklung. Krisen, nennt Böhm ein Beispiel, würden sich auch hier offenbaren. Für den Polizeibeamten ist das Verkehrsaufkommen weniger wichtig, sein Fokus liegt auf den Unfällen.

Grundlage für Sanierung

Die Autobahndirektion als Baulastträger sieht aber anhand der Zahlen, was an Verkehr in welcher Größenordnung auf den jeweiligen Abschnitten unterwegs ist. Die Zahlen liefern Straßenplanern und Ministerien auch Grundlagen, wenn es um Verbreiterungen, wie etwa auf der A 3 um Regensburg, aber auch um Sanierungen geht. Je häufiger gemessen wird desto aussagekräftiger sind die Durchschnittswerte.

"Steht bei den Messtagen 0", so ein Mitarbeiter der Autobahndirektion Nordbayern, ist dort eine Baustelle oder die Straße gesperrt. Ein technischer Defekt kann ebenfalls für Ausfallzeiten sorgen. Niederschlagen wird sich im November 2018 der Abbruch der Brücke über die A 93 bei Perschen. Die Autobahn war in der Nacht zum 18. November und bis in die Nachmittagsstunden des Sonntags gesperrt. Aber für den November gibt es noch keine Zahlen. Die Werte veröffentlicht das Bayerische Verkehrsministerium und meldet sie gleichzeitig an die Bundesanstalt für Straßenwesen in Bergisch Gladbach.

Dort laufen die Daten aller Bundesländer zusammen. Eine Statistik für 2018 wird Ende Februar/Anfang März erwartet. Der letzte vom Bayerischen Verkehrsministerium veröffentlichte Monat ist der Oktober 2018. Hier verzeichnen alle Dauerzählstellen im Landkreis sowohl bei Autos als auch Lastwagen ein Plus. Der Schwerverkehr ist dabei deutlicher gestiegen als der Autoverkehr, beim Autobahnkreuz auf der A 6 im Schnitt um 13,6 Prozent auf 7889. www.baysis.bayern.de

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