27.08.2018 - 12:12 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Doppelt so viele Stellen wie Bewerber

Zwischenbilanz des Lehrstellenmarkts im Landkreis Schwandorf: Schlechte Zeiten für Arbeitgeber, denn es gibt viel zu wenig Bewerber.

Auszubildende arbeiten an der Verdrahtung eines Schaltschranks.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

(ch) Der Facharbeitermangel dürfte sich künftig weiter verschärfen, die Zahlen der Arbeitsagentur zum Lehrstellenmarkt zugrunde gelegt. Zum Stichtag Ende Juli 2018 waren im Landkreis Schwandorf 766 Bewerber gemeldet. Um sie buhlen Arbeitgeber mit 1655 angebotenen Ausbildungsstellen.

Die Situation auf dem Ausbildungsmarkt im Gesamtbezirk der Agentur für Arbeit Schwandorf (Kreise Schwandorf, Cham, Amberg-Sulzbach und Stadt Amberg) sei im Vergleich zum Vorjahr von einem leichten Anstieg der gemeldeten Ausbildungsstellen und von einem leichten Rückgang der gemeldeten Bewerber geprägt, teilte die Agentur mit. Die Ausbildungsstatistik zeigt ferner einen deutlichen Überhang von Stellen zu Bewerbern sowie von unbesetzten Stellen zu unversorgten Bewerbern. Seit Beginn des Berichtsjahres im Oktober 2017 Jahres bis Ende Juli meldeten Betriebe für den gesamten Bezirk der Agentur 4825 Ausbildungsplätze. Das bedeutet gegenüber dem Vorjahreszeitraum einen Anstieg von 86 Stellen. Aktuell sind noch 1857 Lehrstellen unbesetzt.

Die ausbildungsberechtigten Unternehmen im Bezirk der Agentur für Arbeit hätten ihren Bedarf an Nachwuchskräften in einem großen Umfang an die Arbeitsagentur gemeldet, da ihnen die rückläufigen Schülerzahlen, der drohende Fachkräftemangel sowie die große Bedeutung der eigenen Ausbildung bewusst ist, heißt es in einer Mitteilung.

Dem genannten Ausbildungsplatzangebot stehen im Juli 2557 Jugendliche und junge Erwachsene mit Wohnort im Gesamtbezirk gegenüber, die als Bewerber bei der Arbeitsagentur gemeldet sind und einen Ausbildungsplatz anstreben. Das sind im Vergleich zum Juli des vergangenen Jahres 214 Bewerber oder 7,7 Prozent weniger. Unversorgt sind derzeit noch 344 Personen. Die geringere Menge an Bewerbern sei auf die demografische Entwicklung mit sinkenden Schülerzahlen zurückzuführen. Aber auch die Situation, dass Jugendliche in beachtlichem Umfang weiterführende Schulen besuchen, verkleinert die Bewerberzahlen. Teilweise wiederholen Schüler zum Zwecke der Notenverbesserung auch die letzte Jahrgangsstufe und wollen erst im nächsten Jahr in die Lehre.

Ein erfolgreich verlaufenes Betriebspraktikum führt häufig auch direkt zu einem Ausbildungsvertrag, so dass diese Personen in der Statistik nicht als Bewerber auftauchen. Bewerber in der Ausbildungsstatistik ist nur, wer seinen Wohnsitz in der Region hat, eine betriebliche Ausbildung anstrebt, ausbildungsreif ist sowie Vermittlungsangebote der Arbeitsagentur wünscht.

"Es ist noch keine abschließende Aussage für die Bilanz zum Ausbildungsstellenmarkt möglich, jedoch ist absehbar, dass sich die aufgezeigten Tendenzen bis zum Ende des Berufsberatungsjahres am 30. September 2018 fortsetzen werden", schreibt die Agentur.

Zahlen im Landkreis:

Im Landkreis Schwandorf sind zum Juli 2018 insgesamt 1655 Ausbildungsstellen zur Besetzung gemeldet worden, das sind 157 Stellen oder 10,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Demgegenüber beträgt die Zahl der gemeldeten Bewerber 766, das sind 111 Bewerber oder 12,7 Prozent weniger als im Vorjahr.

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