20.10.2019 - 11:17 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Drei Mehrfamilienhäuser

Auf einer Grundstücksfläche von 2270 Quadratmetern entstehen an der Lampartstraße in 14-monatiger Bauzeit drei identische Mehrfamilienhäuser, die inzwischen alle belegt sind. Wer Mieter sein will, muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen.

Diözesanbischof Rudolf Voderholzer(Dritter von rechts), Dekan Hans Amann (rechts) und Vertreter des "Katholischen Wohnungs- und Siedlungswerkes" besuchten Cindy Richter (Zweite von rechts) in ihrer Wohnung in der Lampartstraße in Schwandorf.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Cindy Richter und ihr Mann bekamen am Freitag hohen Besuch. Diözesanbischof Rudolf Voderholzer warf einen Blick in ihre 100 Quadratmeter große Wohnung, die das "Katholische Wohnungsbau- und Siedlungswerk der Diözese Regensburg" (KWS) in der Lampartstraße in Schwandorf errichtet hat.

Die Richters haben bereits drei Kinder, ein viertes ist unterwegs. Die Familie erfüllt damit die Voraussetzungen für günstiges Wohnen im Egelsee-Gebiet in Schwandorf. Neun bedürftige Familien mit Kindern können in den Häusern im Egelsee-Gebiet zu einem Mietpreis von 5,30 Euro pro Quadratmeter wohnen. Die Regierung der Oberpfalz bezuschusste das Projekt im Rahmen der "einkommensorientierten Förderung". Die Diözese beteiligte sich mit Mitteln aus Gesellschafter-Darlehen. Die KWS investierte in den Neubau 2,7 Millionen Euro.

Steiniger Weg

"Es war ein steiniger Weg bis hierher", sagte Oberbürgermeister Andreas Feller bei der Grundsteinlegung am 30. Mai 2018 mit Blick auf die Bedenken der Nachbarn, die dem Projekt kritisch gegenüber standen. Umso mehr freute sich stellvertretende Bürgermeisterin Ulrike Roidl am Freitag über den "gelungenen und bezahlbaren Wohnraum", der jetzt im Egelsee-Gebiet entstanden sei. Auch stellvertretender Landrat Arnold Kimmerl wies auf die Notwendigkeit hin, sozial schwachen Familien "schönes Wohnen" zu ermöglichen. Dies bestätigte auch KWS-Geschäftsführer Maximilian Meiler, der betonte: "Die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum besteht nicht nur in München, sondern auch in Schwandorf".

Die Pfarrpfründestiftung von St. Jakob Schwandorf stellte das Grundstück dem "Katholischen Wohnungsbau- und Siedlungswerk" der Diözese Regensburg zu günstigen Konditionen zur Verfügung. Planer Alfred Popp bestätigte bei der Einweihung die reibungslose Zusammenarbeit mit dem Bauherrn. Jedes Haus besteht aus je einer Wohnung mit 108 Quadratmetern im Erdgeschoss und zwei Wohnungen zu 101 Quadratmetern in den Obergeschossen.

Soziale Verantwortung

Die Wohnungen haben zwei bis drei Kinderzimmer und jeweils zwei Badezimmer. Bei der Vermietung kamen nur Familien mit Kindern und geringem Einkommen infrage. "Die Kirche will ihrer sozialen Verantwortung gerecht werden", betonte Diözesanbischof Rudolf Voderholzer. Er erteilte den Gebäuden den kirchlichen Segen und nahm mit den Mietern Kontakt auf. In den neun Parteien wohnen 50 Personen, davon überwiegend Kinder.

Dekan Hans Amann erbat den Segen des Oberhirten, "auf dass es den Menschen in den Häusern gut geht". Bischof Voderholzer betonte allerdings, dass der Segen "keine Rauchmelder, Blitzableiter und Hausratversicherungen" ersetze.

Monsignore Hans Amann nannte es eine "Schande, dass die Immobilienbranche boomt, der soziale Wohnungsbau aber gleichzeitig zum Erliegen gekommen ist". Die Kirche dagegen tue "mit ihren begrenzten und bescheidenen Mitteln Gutes zum Wohle bedürftiger Menschen".

Die Pfarrpfründestiftung von St. Jakob habe gerne die Baugrundstücke zur Verfügung gestellt, damit "einkommensorientierte günstige Mietwohnungen für Familien" entstehen konnten. Mit Freude und Genugtuung treffe er auf "freudestrahlende Bewohner und lachende und spielende Kinder", so der Geistliche. "Sie stehen für unsere Zukunft".

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