04.09.2018 - 12:04 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Unter Drogen auf dem Bike

Irgendwie erinnert die Sache an einen sportlichen Wettbewerb. Ein Mann wendet angesichts der Polizei sein Fahrrad und tritt in die Pedale. Zwei Unifrmierte sprinten ihm hinterher. Danach gibt's ein Gerangel.

Symbolbild
von Autor HWOProfil

(hwo) Er saß, wie es im Drogenjargon heißt, "bekifft" auf seinem Bike. Da sahen zwei Polizisten den ihnen bekannten 29-Jährigen unweit der Regensburger Unterführung und entschlossen sich zur Kontrolle. "Die ist doch durchzustehen, wenn nichts gegen einen vorliegt", beschrieb jetzt der Schwandorfer Amtsrichter seine Ansicht.

Im vorliegenden Fall waren aber zwei Fakten zu berücksichtigen. Erstens: Die Ordnungshüter wussten um den Rauschgiftkonsum des Mannes und wollten ihn deshalb überprüfen. Zweitens: Der 29-Jährige ahnte, dass ihm Ungemach drohen würde.

Deshalb wendete er sein Bike und trat vehement in die Pedale. Die Beamten eilten zu Fuß hinterher. Zu Hilfe kam ihnen ein Passant, der die Aufregung mitbekommen hatte und den Radler stoppte. Dann trafen auch schon die Uniformierten ein und bekamen es mit Widerstand zu tun. Nicht nur das: Es fielen auch Beleidigungen.

Das Ende vom Lied: Der 29-Jährige wurde durch Handfesseln kampfunfähig gemacht, bekam eine Anzeige und saß nun vor dem Richter. Der blätterte in den Vorstrafenakten und fand acht Ahndungen aus der Vergangenheit. Zumeist verhängt wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz. Für Staatsanwältin Jennifer Jäger war die Angelegenheit klar: "Widerstand, Beleidigung, heftige Sache." Sie verlangte vier Monate Haft mit Bewährung und 800 Euro Geldauflage. Das freilich erschien Richter Thomas Heydn um einiges zu hoch. Er halbierte den Strafantrag, schrieb zwei Monate Haft mit Bewährung und 400 Euro Buße ins Urteil.

"Sie können Berufung einlegen", belehrte er den 29-Jährigen, "aber eine Chance werden Sie dort wohl nicht haben." Von daher will sich nun der unter Drogen auf seinem Bike sitzende Schwandorfer auch nicht an das Landgericht wenden.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.