21.01.2019 - 18:00 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Eigene Tochter missbraucht

Er wird Jahre hinter Gittern zubringen müssen. Vor den Richtern sitzt ein Mann aus dem Landkreis Schwandorf, der in einem umfassenden Geständnis zugegeben hat, seine Tochter auf üble Weise sexuell missbraucht zu haben.

Das Gericht muss über einen Mann urteilen, der in 26 Fällen seine Tochter sexuell missbraucht hat.
von Autor HOUProfil

Die Erste Strafkammer des Landgerichts Amberg muss auf Verbrechen blicken, die in solcher Form eigentlich unvorstellbar sind. Doch was sich in 26 einzelnen und von der Staatsanwaltschaft ermittelten Fällen zutrug, musste in seinen unsäglichen Einzelheiten nicht detailliert und langwierig erörtert werden. Denn der Angeklagte hat zum Prozessauftakt ein Geständnis abgelegt und damit dem Opfer, seiner eigenen Tochter und heute 18 Jahre alt, eine Aussage auf dem Zeugenstuhl erspart.

Die sexuellen Übergriffe des Familienvaters begannen erst in der jüngeren Vergangenheit. Sie spielten sich allesamt in einem Haus im östlichen Landkreis Schwandorf und damit in einem Gebäude ab, das der Mann gemeinsam mit seiner Ehefrau bereits vor längerer Zeit erworben hatte.

Tatorte waren ein Zimmer und der Keller. Dort fiel der 45-Jährige über eines seiner Kinder her. Die heute 18-Jährige erduldete regelmäßig stattfindende Sexualattacken, die von der rechtlichen Beurteilung her Vergewaltigungen gleich kamen. Das Opfer, so wurde nun deutlich, war in keiner Weise einverstanden mit den meist an Wochenenden erfolgenden Angriffen. Doch es schwieg zunächst. Erst im Mai 2018 erhielten die Behörden Kenntnis. Ab dann ermittelten Landespolizei und Kripo. Der Familienvater kam in U-Haft. Dort sitzt er seither.

Der Straubinger Anwalt Thomas Grabner erbat zu Beginn der Verhandlung ein Rechtsgespräch. Die Kammervorsitzende Roswitha Stöber bewilligte es und teilte nach halbstündiger Dauer mit, dass wohl eine Haftstrafe zwischen fünfeinhalb und sieben Jahren verhängt werde. "Aber nur", wie die Vorsitzende Richterin mit Blick auf den Angeklagten sagte, "wenn Sie hier ein umfassendes Geständnis ablegen." Darauf hatte auch die Staatsanwältin Barbara Tutsch gedrängt.

Der 45-Jährige machte reinen Tisch. Erst ließ er über seinen Verteidiger Grabner die Sexualattacken einräumen, dann äußerte er sich selbst. Er verband das mit der Bemerkung: "Es stimmt alles. Ich habe keine Erklärung. Aber es tut mir furchtbar leid." Die Interessen der Geschädigten werden im Gerichtssaal von einer Chamer Rechtsanwältin vertreten. Dabei geht es primär um ein Schmerzensgeld. Doch es wird wohl lange dauern, bis es der Angeklagte bezahlen kann.

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