06.11.2020 - 14:08 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Einige Altenheime im Landkreis Schwandorf müssen sich abschotten

In manchen Altenheimen ist es still geworden. Es gibt Besuchsverbote, die Bewohner bleiben in ihren Zimmern. Aber Corona schlägt unterschiedlich zu. Einige Heime sind besonders betroffen, andere nicht.

Schon seit langem weist diese Aufschrift am Eingang des Schwandorfer Elisabethenheims auf etwas Naheliegendes hin: Dass eine Entwarnung noch nicht angebracht war, auch wenn es im Sommer den Anschein hatte, die Pandemie sei stark eingedämmt. Zwischenzeitlich sind drei Heime im Landkreis Schwandorf mit Corona-Infektionen belastet.
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

"Wir haben vom Gesundheitsamt ein Besuchverbot auferlegt bekommen," informiert der Leiter des Schwandorfer Elisabethenheims der Bürgerspitalstiftung, Egon Gottschalk, "kein Angehöriger darf rein". Außerdem würden die Bewohner aufgefordert, in den Zimmern zu bleiben: "Es ist ruhig im Haus." Insgesamt wohnen 167 ältere Menschen in diesem Heim im Zentrum der Stadt.

Hintergrund der Einschränkungen ist der Anstieg der Zahl der Corona-Infizierten im Heim. "Diese Zahl steigt deutlich," bedauert Gottschalk im spricht von 21 Bewohnern einer Wohnebene, die laut einer Reihenuntersuchung positiv auf das Virus getestet worden sind. Das ist ein Drittel der Bewohner dieser Wohnebene.

84-Jährige verstorben

Vier der Infizierten mussten ins Krankenhaus gebracht werden, eine ältere Dame (84) ist in der Nacht zum Freitag gestorben. Die restlichen drei sind noch im Krankenhaus. "Alle anderen der 21 Infizierten sind noch im Elisabethenheim"," erläutert der Heimleiter - und von denen würde nur einer Symptome zeigen.

Getroffen hat es nicht nur die Bewohner, auch das Pflegepersonal hat sich angesteckt. "Wir haben acht positiv getestete Mitarbeiter aus dem betroffenen Wohnbereich," so Gottschalk. Darüber hinaus seien fünf Kollegen bereits in Quarantäne. "Also fehlen im Pflegeteam 13 Mitarbeiter." Die restlichen würden in Zwölf-Stunden-Schichten arbeiten, um das Fehlen der anderen etwas auszugleichen. Laut Gottschalk habe man im Heim ein Zwei-Schichten-Arbeitsmodell eingeführt, das das Gewerbeaufsichtsamt abgesegnet habe. Sein Ziel ist, die körperlich Arbeitsfähigen so schnell wie möglich aus der Quarantäne zurück zu holen. Das muss aber erst die Bezirksregierung genehmigen.

Quarantäne in Nabburg

In einer Pressemitteilung am Mittwoch hat das Landratsamt davon berichtet, dass auch in einem weiteren Schwandorfer Heim eine Infektion erkannt wurde. "Dort," so Pressesprecher Hans Prechtl, "haben wir zu einer sofortigen Reihentestung geraten". Es scheint sich nicht um das Marienheim der Caritas zu handeln, wie ein zwischenzeitliches Statement aus diesem Haus nahelegt. Im Naab-Residenz Pflegeheim hingegen sperrt man sich vehement gegen ein Gespräch mit den Zeitungen zu diesem Thema. "Wir wollen nichts sagen," heißt es dort auch auf mehrfache Nachfrage hin.

"Entscheidend sind nicht technische Ausstattung und Betten, sondern ausreichend Fachpersonal"

Schwandorf

"Auch wir haben im Haus komplette Quarantäne," setzt hingegen Martina Lingl vom BRK-Senioren-, Wohn- und Pflegeheim "Arche Noah" in Nabburg auf Transparenz. Dort ist der zweite Stock des Hauses von Corona betroffen. "Um das Übergreifen des Virus zwischen den Stockwerken zu verhindern, dürfen die Bewohner ihre Zimmer nicht verlassen."

In der Einrichtung an der Kemnather Straße sei zwar ein positiv getesteter Bewohner verstorben, "aber nicht an Corona". Insgesamt seien 18 Bewohner infiziert, davon befänden sich laut Lingl zwei im Krankenhaus, der Rest ist weiterhin im Heim. "Manche von ihnen haben keine Symptome." Betroffen ist auch das Pflegepersonal: "Acht Kollegen haben sich infiziert."

"Keine Infizierte"

Im CuraVivum-Seniorenhaus am Miesberg in Schwarzenfeld steckt Bewohnern und Personal noch immer in den Knochen, "dass wir im März dieses Jahres die erste Einrichtung im Landkreis waren, die positive Fälle hatte", wie Pflegedienstleiter Helmut Bauer bedauert. Derzeit sieht es in diesem Heim sehr gut aus. "Stand jetzt: keine Infizierte," informiert Bauer. Das betrifft sowohl die Bewohner wie auch die Beschäftigten. Anders als im Frühjahr gibt es derzeit kein generelles Besuchsverbot, aber es gebe ein strenges Hygienekonzept, auch was die Besuche von außerhalb anbelangt. "Darin ist geregelt, wie die Angehörigen die Bewohner besuchen können."

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