14.12.2018 - 14:52 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Empfindungen im Dialekt: Uiala, auala, huschala

Die Tatsache, dass der Mensch Empfindungen und Gefühlsregungen durch bestimmte Äußerungen zum Ausdruck bringt, bedürfte an sich keiner weiteren Erörterung. Doch einmal mehr weicht der Dialekt von der Standardsprache erheblich ab.

Bei der unbedachten Berührung einer heißen Herdplatte ist der Ausruf „hoasala“ oder „auala“ eine spontane Reaktion.
von Autor SLUProfil

Einige typische Beispiele, die sich bei aller inhaltlichen Verschiedenheit durch die gemeinsame Wortbildungskomponente „-ala“ auszeichnen, sind Uiala, Auala, O wäiala, Huschala und Hoasala.

Der Sachverhalt, der hinter diesen Ausrufen steckt, ist offenkundig: Allgemein formuliert drückt „Uiala“ Erstaunen aus, „Auala“ spontanen Schmerz, „O wäiala“ dauerhaften Schmerz, „Huschala“ Kälte und „Hoasala“ Hitze. Es kommt jedoch letzten Endes auf den Einzelfall und die jeweilige Situation an, in der eines dieser Wörter Verwendung findet.

Was jedoch bei allen charakteristisch ist, ist die Spontaneität, die dabei eine Rolle spielt. So zum Beispiel bei „Uiala“. Man kann sich lebhaft vorstellen, wie überrascht jemand durch ein bestimmtes Ereignis sein muss, wenn ihm dieser „Aufschrei“ entfährt, denn er impliziert, dass man nie und nimmer damit gerechnet hat.

Oder „Auala“. Wenn einem der Schmerz durch die Glieder fährt, dann bricht sich dies unbewusst durch eine adäquate Artikulation abrupt Bahn. Bei „O wäiala“ ist die Lage insofern anders, als die betreffende Person ihr Unbehagen ständig empfindet und wehklagend von sich gibt.

Wird die Pein durch plötzliche oder extreme Kälte verursacht, dann lautet die entsprechende Reaktion „Huschala“. Bei „Hoasala“ hat es nicht nur mit der Witterung zu tun, sondern vor allem auch mit der Berührung eines heißen Gegenstands, wie etwa einer eingeschalteten Herdplatte. Wie oft musste man sich als Kind den Satz „Wer nicht hören will, muss fühlen.“ anhören, wenn man mit einem heißen Ofen in Berührung kam und sich gehörig die Finger verbrannte. Gleiches galt für den Kontakt mit einer Stromquelle, der jedoch nicht den Ausruf „Hoasla“ nach sich zog, sondern wohl eher „Auala“ oder gar „O wäila“, wenn das durch die Spannung von 220 Volt hervorgerufene penetrante Gefühl im Finger überhaupt nicht mehr nachlassen wollte.

Als die Heimatzeitung im Jahr 2004 unter bekannten Persönlichkeiten der Oberpfalz eine Umfrage nach ihrem Lieblingswort im Dialekt durchführte, wurden auch „Uiala“ und „Huschala“ genannt. „Miechert“ war auch dabei, aber hier handelt es sich um eine völlig andere Bedeutungskategorie.

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