11.10.2020 - 13:12 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Emphatischer Zweiklang von Cello und Klavier

Im vorletzten Konzert des „Goldenen Oktobers“ werden Sonaten für Cello und Klavier von Ludwig van Beethoven vorgetragen.

Im vorletzten Konzert des „Goldenen Oktobers“ werden Sonaten für Cello und Klavier von Ludwig van Beethoven vorgetragen.
von Reinhold TietzProfil

Zwar hat schon Antonio Vivaldi Sonaten für Violoncello und Klavier verfasst, aber erst mit den Cellosonaten von Ludwig van Beethoven beginnt das Interesse für solche Duos richtig zu wachsen. Der Grund dafür ist die neue gleichwertige Behandlung beider Instrumente. Während früher das Cello vor allem den Generalbass des Klaviers verstärkte, ist es bei Beethoven ein gleichberechtigter Klangkörper mit eigenen Melodien. Ludwig van Beethoven hat fünf Sonaten für Cello und Klavier geschrieben, zwei Frühwerke (op 5/1+2), ein Werk in seiner mittleren Schaffensperiode (op 69) und zwei Spätwerke (op 102/1+2).

Beim Jubiläumskonzert zum 250. Geburtstag Beethovens im Rahmen des „Goldenen Oktobers“ widmeten sich Dorothea von Albrecht, Violoncello, und Christoph Soldan, Klavier, der Sonate g-moll op 5/2 und der Sonate A-dur op 69 mit vollem Einsatz. Die frühe Sonate erklang mitreißend vom martialischen Adagio-Beginn an in den folgenden Allegro-Satz, der beiden Instrumenten grandiose Melodien beschert, welche die Interpreten mit voller innerer Empfindung vortrugen. Auch beim abschließenden Rondo, das in seinem Allegro vollen Einsatz bis zum verklingenden Schluss fordert, war es eine Freude, ihnen zuzuhören.

Laut dem bekannten Musikkritiker Joachim Kaiser ist die Cellosonate op 69 ein „Gipfelwerk aus Beethovens Meisterjahren“. Der partnerschaftliche Ausgleich zwischen den schwärmerischen Melodien des Cellos und der ausdrucksvollen Vielstimmigkeit im Klavier wurde höchstens durch die Akustik im Konzertsaal des Oberpfälzer Künstlerhauses etwas zu Gunsten des Klaviers verändert, das beeinträchtigte aber nicht die Emphase, mit der Dorothea von Albrecht und Christoph Soldan sich dem Werk widmeten. Die stets ausdrucksvolle Darstellung der Themen im Allegro, das schwungvolle Moll-Scherzo überzeugten genauso wie das melodische knappe Adagio, welches ein brillantes Finale einleitet.

Zwischen den beiden großen Werken erklangen – ebenfalls von Beethoven – die Sieben Variationen über das Thema „Bei Männern, welche Liebe fühlen“ aus der Oper „Die Zauberflöte“ von Wolfgang Amadeus Mozart. Das Lied ertönte in unterschiedlichen Stimmungen, dargestellt in verschiedenen Geschwindigkeiten, in Dur und Moll, bis zum Schluss das Happy end der Liebe überwog. Insgesamt war der Abend ein Beweis für schönen Zusammenklang von Violoncello und Klavier.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.